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Crivitz Wenn aus Tonklumpen Kunst wird

Von TAKE | 12.03.2015, 12:00 Uhr

Andrea Lüdde präsentiert in Crivitz ihr Handwerk

Die Tonmasse ist schwarz, grau, rot oder beige. Vakuumverpackt liegen Dutzende Zehn-Kilo-Klumpen übereinander in einem Regal. „Das reicht für einige Zeit“, sagt Andrea Lüdde. Später einmal, dann wird aus den Klumpen das entstehen, was in dem hellen Raum schon links und rechts in Szene gesetzt ist: Gartenschmuck aus Keramik.

Auf langen Eisenstäben sind einige von Lüddes Blickfängen in Knospen-, Hagebutten- oder Mohnkapseln-Form aufgesetzt. Die Glasur ist leuchtend rot. Kleine Drahtstücke halten Steckblumen aus Ton, zwei Keramik-Spechte sitzen auf Ästen eines Stammes, so als wollten sie ihn gleich perforieren. „Mit solchen Arbeiten beschäftige ich mich hauptsächlich“, sagt die 51-Jährige, die am Wochenende im Zuge der bundesweiten Aktion „Tag der offenen Töpferei“ auch ihre Werkstatt in Crivitz öffnet. Eigentlich sollten in dem Raum neben dem Neubau mal zwei Autos parken. Jetzt stellt Andrea Lüdde darin ihre Unikate aus. Vor knapp einem Jahr hat sie die Werkstatt in Crivitz eingerichtet. Der Brennofen steht aber noch in Heidekaten, dort, wo die gebürtige Kasselerin auch lebte. Aus privaten Gründen ging es vom Künstlerdorf nahe der Ostsee in den Landkreis Ludwigslust-Parchim. Hier will Andrea Lüdde mit ihrer Arbeit Fuß fassen, denn aus dem Hobby ist längst ein Geschäftsmodell mit Werkstatt- und Mark-Verkauf geworden. „Ich musste mich neu orientieren“, sagt die Diplom-Designerin. Erst arbeitete sie als Lithografin, dann studierte sie Innenarchitektur in Düsseldorf und Heiligendamm. Sie zeichnete Ladeneinrichtungen, dann arbeitete sie als Innenarchitektin im Passagierschiffbau in Wismar, bis ihre Arbeit dort vor rund zehn Jahren nicht mehr gebraucht wurde. 2006 machte sie sich mit ihrem Geschäft „Keramik und mehr“ selbstständig.

Weil ihre Mutter schon Ton in Form brachte, kam Andrea Lüdde bereits als Kind mit der Töpferei in Berührung. Heute befasst sie sich mit Aufbaukeramik, stellt neben Garten- und Wohnaccessoires auch Keramikschmuck her. Schon in Heidekaten machte sie beim „Tag der offenen Töpferei“ mit. Jetzt möchte sich Andrea Lüdde auch in Crivitz einen Namen machen. Und was sie macht, kann am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr am Geschwister Scholl Platz 10 angeschaut werden.

Schauen, anfassen, staunen - 10. Tag der offenen Töpferei

Der 10. Tag der offenen Töpferei in Mecklenburg-Vorpommern findet am Sonnabend und Sonntag jeweils in der Zeit von 10 bis 18 Uhr statt. Folgende Töpfereien aus der Region machen mit:

• Keramik und mehr, Andrea Lüdde,  Geschwister Scholl Platz 10a Crivitz.
• Erste mecklenburgische Porzellanmanufaktur, Kerstin Behrens,  Hauptstraße 9a, Sukow
• Töpferei, Sabine Peters, Am Dorfteich 4, Sülte
• Kreativ Werkstatt, Anette Schattauer, Triftweg 18, Wittenförden
• Keramik im blauen Haus, Lidwina Scherrer & Pat Bennett , Lewitzstraße 19, Raduhn-Rusch
• Keramik „Mecklenburger Vogel“, Regine Schönemann, Lewitzstraße 19, Raduhn-Rusch
• Die Töpferei Pino, H. Pint, Gr. Moor 13, Schwerin
• Töpferei Wickendorf, Kerstin Michaels,   Seehofer Straße 4, Schwerin/Wickendorf
• Keramikwerkstatt, Diana Hanczyk, Dorfstraße 18, Seehof
• Porzellanwerkstatt, Sylvia Ludwig,  Moorbrinkerweg  1, Pingelshagen
• Töpferei, Birgit Teiner, Lindenallee 18b, Cramonshagen
• Birke Kästner und Antje Rabe,   Hauptstraße 39,  Dalberg