Sternberg : Keine Not an Schutzmasken

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Hier werden Masken nach Wünschen der Kunden genäht: Huyen Trinh Thi in ihrem Geschäft in Sternberg.
Hier werden Masken nach Wünschen der Kunden genäht: Huyen Trinh Thi in ihrem Geschäft in Sternberg.

In vielen Sternberger Geschäften werden Kunden bei der Suche nach der vorgeschriebenen Mundbedeckung für den Einkauf fündig

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27. April 2020, 18:00 Uhr

Denkwürdiger Montag in Sternberg. Seit diesem Tag dürfen die Menschen nur noch mit Schutzmasken in die Geschäfte. Viele Sternberger sind am Morgen noch auf der Suche nach einer Bedeckung für Nase und Mund. Und sie werden auch in vielen Geschäften fündig – meist zu Preisen zwischen drei und sechs Euro pro Maske.

Seit vier Wochen näht Huyen Trinh Thi Schutzmasken aus Stoff. Solange ihr Geschäft in der Kütiner Straße geschlossen war, hatte sie viele Masken verschenkt. Das ganze Wochenende hatte sie produziert, um am Montag viele Schutzmasken verkaufen zu können. Zahlreiche Kunden kommen in den Laden, um sich ihre passende Maske zu bestellen. Huyen Trinh Thi setzt sich an die Nähmaschine.

Nebenan vor dem Drogeriemarkt erfahren Passanten auf einem Schild, dass es Masken zu kaufen gibt. Zunächst darf jeweils nur ein Kunde in den Laden. Eine kleine Schlange bildet sich auf dem Bürgersteig. „Wie früher bei Bananen“, sagt Katrin Krüger. Genau wie Sylvia Neumann ist sie extra am Morgen in die Stadt gekommen, um sich die vorgeschriebenen Masken zu besorgen. „Es ist Blödsinn“, meint Sylvia Neumann. „Ich habe schon so kein Geld.“ In einem anderen Geschäft ärgert sich eine Kundin darüber, dass Bürger für die staatlich vorgeschriebenen Masken zahlen müssen.

Doris Wolf, die im Back-Café am Markt einkauft, findet die Maskenpflicht gut. Es mache Sinn. Auch wenn es anstrengend sei, bei Asthma eine Maske zu tragen. Kathrin Gniza, die Bäckerei-Verkäuferin, meint, sie bekommen schlechter Luft. Aber: „Was muss, das muss.“

„Ich finde es mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich“, erklärt Daniela Sahm, die im Blumenladen in der Pastiner Straße mit Maske bedient. Sie habe schon vor der Pflicht eine Schutzmaske im Supermarkt aufgesetzt. „Weil wir die Pandemie loswerden wollen“, sagt sie. Und auch, um andere zu schützen.

Im Handarbeitsladen von Birgit Ahrens in der Kütiner Straße ist am Morgen eine Masken-Lieferung angekommen. Eine Frau näht fleißig für den Verkauf. Nach einer halben Stunde war am Freitag wieder alles vergriffen, sagt Birgit Ahrens. Inzwischen hapere es im Großhandel an Gummiband für die Herstellung. Eine Kundin kauft Nähgarn für ihre eigenen Kreationen. Sie will für jedes ihrer Outfits eine passende Maske herstellen, verrät sie. Nähgarn wird derzeit besonders viel verkauft im Handarbeitsladen.

Schon bei der Wiedereröffnung ihres Geschäftes in der Kütiner Straße vor einer Woche hatte Anika Glaser ihre Kunden gebeten, eine Maske zu tragen. „Ohne Probleme“, sagt sie. „Alle kamen mit Masken.“ Ihre Schwester näht selbst. Einige dieser Handarbeiten konnte sie an Kunden weitergeben. Anika Glaser selbst hat für jeden Wochentag eine andere Maske in verschiedenen Stoffen. Es sei anstrengend, sie den ganzen Tag zu tragen, sagt Glaser, aber: „Wir sind froh, dass wir wieder aufmachen können. Da sind die Bedingungen nebensächlich.“

In vielen kleinen Geschäften ist zu hören, dass es auf dem Weg zur Normalität noch ein ganzes Stück ist. Das meint auch Anika Glaser. Sie freut sich über die vielen treuen Kunden, die zurückgekehrt sind. Er sei zufrieden, dass die Kunden wieder in dem Maße gekommen sind, sagt auch Kaufhausinhaber Rüdiger Möller in der Pastiner Straße: „Es muss sich erst alles wieder einspielen.“ Möller verkaufte in der vergangenen Woche eine beachtliche Zahl von Schutzmasken.

Im Handarbeitsladen von Birgit Ahrens hat sich der Umsatz im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Krise halbiert, sagt die Inhaberin. Selbst an Geschäften, die eigentlich nie gänzlich schließen mussten, geht die Corona-Krise nicht spurlos vorbei. Back-Café-Inhaberin Bärbel Assmus erklärt, auch ihr Umsatz sei wesentlich zurückgegangen. Für eine Kollegin hat sie Kurzarbeit beantragt sowie die Öffnungszeiten des Geschäfts reduziert, um Kosten zu sparen.

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