Corona-Krise in Mecklenburg-Vorpommern : Sternberger Tafel in Not

Die Kisten mit Lebensmitteln sind gepackt. Ehrenamtliche organisieren in Sternberg die Ausgabe an Bedürftige.
Die Kisten mit Lebensmitteln sind gepackt. Ehrenamtliche organisieren in Sternberg die Ausgabe an Bedürftige.

In der Corona-Krise fällt ein Teil der Einnahmen weg - Verein bittet um Geldspenden, um Arbeit für Bedürftige abzusichern

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21. Mai 2020, 15:40 Uhr

Ein Verein, der Menschen in Not hilft, ist durch die Corona-Pandemie selbst in Not geraten: die Sternberger Tafel. Der Vorstand wendet sich deshalb jetzt mit einem Aufruf an die Bevölkerung, die Arbeit finanziell zu unterstützen.

Schließung erfolgte präventiv

„Die Corona-Pandemie stellt die Sternberger Tafel wie alle Tafeln in Deutschland vor große Herausforderungen“, erklärt Vereinsvorsitzender Reinhard Dally. Die Unterstützung der 240 Tafel-Kundinnen und -Kunden in Sternberg beziehungsweise der 1,65 Millionen bundesweit konnte aufgrund der Pandemie in der herkömmlichen Form nicht aufrechtgehalten werden. „Viele Tafeln haben ihren Betrieb vorübergehend eingestellt – zum Schutz ihrer Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden. So auch unsere Tafel“, sagt Dally.

Die Schließung der Sternberger Tafel erfolgte zu einem großen Teil präventiv, so der Vereinsvorsitzende. „Alle unsere Ehrenamtlichen sowie über ein Viertel der Kunden gehören zu den lebensälteren Menschen und damit zur Risikogruppe.

Es sind vor allem Rentner, die sich ehrenamtlich um die Tafel-Kunden kümmern und die auch vorbelastet sind, sagt Simone Lorek, die seit neun Jahren für den Verein arbeitet. Inzwischen habe sie weniger Angst sich anzustecken. „In Mecklenburg-Vorpommern ist es nicht so extrem“, erklärt Ingrid Fütterer. Die beiden Frauen gehören zu einem siebenköpfigen Team, das sich Woche für Woche mit einer zweiten Mannschaft bei der Essen-Ausgabe abwechselt.

Den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die auch in der gegenwärtig schwierigen Zeit Woche für Woche all die Arbeiten erledigen, die notwendig sind, um an den Ausgabetagen – jeweils Donnerstag von 11 bis 15 Uhr – ein vielseitiges Lebensmittelangebot bieten zu können, gelte ein herzlicher Dank, sagt Dally.

Kaum Spenden aus Sternberg

Die Sternberger Tafel hat ihren Betrieb umorganisiert, so dass die Ausgabe von Lebensmitteln nach einem Monat Schließung seit dem 30. April wieder möglichst kontaktarm erfolgt. Das war auch bei der Ausgabe diese Woche einen Tag vor Himmelfahrt zu sehen. Die Kunden warteten im Abstand vor dem Gebäude am alten Bahnhof. Konnten sie früher durch die Räume gehen und einen Kaffee trinken, so werden jetzt gepackte Kisten mit Lebensmitteln heraus gereicht.

Aus Sternberg selbst kommen derzeit wenig Lebensmittelspenden. Entlang der Ostsee, aber auch nach Neubrandenburg, Ludwigslust und Valluhn ist das Tafel-Auto unterwegs, um Essen für Bedürftige zu organisieren. „Unsere Tafel finanziert sich neben Spenden über die symbolischen Beträge, die Nutzerinnen und Nutzer für die Lebensmittel zahlen“, erklärt Reinhard Dally. In Sternberg zahlt ein Erwachsener bei der Ausgabe einen Obolus von drei Euro. Für Kinder ist das Essen frei.

„Stellt eine Tafel vorübergehend ihren Betrieb ein, fallen diese Einnahmen weg, während Fixkosten wie Miete für Ausgabestellen und Lager oder Versicherungen für Fahrzeuge weiterlaufen. Zudem ist die Umsetzung der Notfall-Konzepte, zum Beispiel eines Lieferdienstes, mit deutlichem Mehraufwand verbunden“, so Dally zur derzeitigen Situation. Die Tafeln benötigen finanzielle Unterstützung, um denen zu helfen, die in der aktuellen Situation mehr denn je auf Hilfe angewiesen sind, erklärt der Vorsitzende und bittet im Namen seines Vereins um eine finanzielle Spende.

Finanzielle Unterstützung

Sie möchten die Tafel-Arbeit mit einer Geldspende unterstützen? Das Konto der Sternberger Tafel bei der Sparkasse Parchim-Lübz lautet:
Konto: DE61 14051362 0000 0366 33
BIC: NOLADE21PCH

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Liveticker und auf unserer Dossierseite.


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