Statische Probleme nach Sanierung : Badesteg in Sternberg bleibt gesperrt

Der Bauzaun am Sternberger Strandbad sollte längst verschwunden sein. Doch dieser Bereich bleibt  auch in der Badesaison gesperrt, weil die sanierte Steganlage wegen statischer Probleme wieder abgerissen und neu gebaut werden  muss. rüdiger rump
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Der Bauzaun am Sternberger Strandbad sollte längst verschwunden sein. Doch dieser Bereich bleibt auch in der Badesaison gesperrt, weil die sanierte Steganlage wegen statischer Probleme wieder abgerissen und neu gebaut werden muss. rüdiger rump

Wegen statischer Probleme muss die Steganlage im Sternberger Strandbad ein zweites Mal erneuert werden. Die Stadt will den Badebetrieb gewährleisten, aber ohne Steg und Rutsche gibt’s Einschränkungen.

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08. Mai 2013, 10:38 Uhr

Sternberg | Die Badesaison steht überall vor der Tür, den Zugang zum Sternberger See versperrt allerdings ein Bauzaun. Daran wird sich vorerst nichts ändern, denn die im Herbst vorigen Jahres sanierte Steganlage muss wieder abgerissen und neu gebaut werden. Für die kommende Saison kein Thema mehr, auch auf Rutsche und Sprungturm müssen die Badelustigen verzichten. So viel steht fest, der weitere Werdegang aber noch in den Sternen. Die Nutzung des Strandbades will die Stadt dennoch gewährleisten. Das erfuhr SVZ gestern auf Anfrage bei Bürgermeister Jochen Quandt.

Die Steganlage wurde von Grund auf erneuert. Belag, Unterkonstruktion und Pfähle waren Untersuchungen zufolge mehr oder weniger stark beschädigt. Das Holz der 1996 gerammten Pfähle war unter Wasser in Ordnung, doch wo Luft herangekommen war, hatte es arg gelitten. Reparaturen hätten nicht ausgereicht. Die beschädigten Pfähle des Steges erhielten gewissermaßen neue Beine. Sie wurden unter der Wasseroberfläche bis ins gesunde Holz hinein abgeschnitten. Dort setzten die Handwerker je nach Wassertiefe bis zu zwei Meter lange Hülsen aus verzinktem Stahl an und befestigten sie mit Spezialschrauben. Das Metall erhielt zum Schutz noch einen Spezialanstrich.

Für alles weitere kam Relumat, ein Wasser abweisendes Recyclingmaterial, zum Einsatz. Geliefert wird es von einer Firma aus dem Erz gebirge. Der Kunststoff eignet sich besonders dort, wo eine ständige Berührung mit Wasser vorkommt, aber auch im Dünen bereich, wo das Material ähnlich stark beansprucht wird. Er soll deutlich langlebiger als Holz sein. Weiterer Vorteil: Relumat gilt auch bei Nässe als rutschfest und ist mit einem Rillenprofil versehen. Es wurde schon in Blankenberg oder an Kanu-Einsetzstellen verbaut, allerdings bei weitem nicht in Größenordnungen wie jetzt am Sternberger See. Und hier liegt die Krux.

Als im Herbst der Belag aufgebracht, die Erneuerung des Badestegs weitgehend termingerecht abgeschlossen war und nur noch die Aufbauten fehlten, traten plötzlich Probleme in der Statik auf, die bei der Planung anscheinend nicht bedacht worden war. Die Längsträger seien durchgebogen, was bei genauerem Hinsehen sogar mit bloßem Auge erkennbar sei, wie der Bürgermeister sichtlich verärgert erklärt. "So können wir die Brücke auf keinen Fall freigeben, sie muss abgesperrt bleiben", betont Quandt. Kosmetische Korrekturen würden nicht helfen, die Sanierung müsse wiederholt werden. Für die Stadt ohne Mehrkosten, wenn beim zweiten Anlauf nichts verändert werde. Darüber mache er sich derzeit allerdings die wenigsten Gedanken, "die Zeit ist das größte Pro blem", sagt der Bürgermeister.

Nach dem sofortigen Baustopp im Herbst seien alle Beteiligten an einen Tisch geholt worden, um eine rasche Lösung zu finden. Aus Sicht der Stadt steht fest: Wir hatten eine Brücke bestellt, und die ist nicht verwendbar. Auch Anwälte befassen sich seitdem damit. Das vereinbarte Schiedsgutachten eines unabhängigen Sachverständigen traf gestern im Rathaus ein. Er hatte gehofft, so Quandt, dass es bedeutend früher vorliegt und nach einer Einigung längst wieder gebaut werden könnte. Jetzt hätten die Parteien eine Woche Zeit, um sich damit zu beschäftigen. Statt schriftlicher Stellungnahmen soll es eine gemeinsame Beratung geben, um nicht noch mehr Zeit verstreichen zu lassen. Sobald eine Einigung vorliege, erfolge der Rückbau der Steganlage, möglichst noch vor der Badesaison, hofft der Bürgermeister. Dann werde der Strand mit den genannten Einschränkungen freigegeben. Das Drachenbootrennen auf dem Sternberger See könne wie geplant am 29. Juni stattfinden. Da kein Steg vorhanden sei, stelle der Seglerverein sein Objekt zur Verfügung, so Quandt.

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