E-Mobilität : Elektrisiert in die Zukunft

Fördervereinsvorsitzender Sven Muskulus auf einem seiner Elektro-Räder.
Fördervereinsvorsitzender Sven Muskulus auf einem seiner Elektro-Räder.

Förderverein Naturpark Sternberger Seenland installiert bis zum Frühjahr acht Ladestationen für Elektro-Autos und -Fahrräder

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05. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten können das Gesicht der Welt verändern. Wie wahr dieses afrikanische Sprichwort ist, zeigt auch das Projekt zur eMobilität des Fördervereins Naturpark Sternberger Seenland, das dieser gemeinsam mit den Vereinen Bützower Land und Nossentiner/Schwinzer Heide derzeit umsetzt. Als Resultat  sollen in diesen drei Regionen bis zum Beginn der nächsten Saison im Frühjahr 2018 insgesamt 25 Ladestationen für Elektro-Autos und -Fahrräder installiert werden - ein Quantensprung in Mecklenburg-Vorpommern für diese Art der umweltfreundlichen  Fortbewegung. Gleichzeitig sollen die Ladestationen auch noch als WLAN-Hotspots dienen.

„Das war keine Schnapsidee“, versichert Sven  Muskulus, der Vorsitzende des Fördervereins Naturpark Sternberger Seenland, auf die Frage, wie das Projekt entstanden ist.  „Das ist ja wirklich gerade ein angesagtes Thema.“ Unternehmer   der Tourismusbranche wie er selbst, der in Lohmen Kanus und Fahrräder verleiht, würden sich jedoch schon lange mit dem Thema beschäftigen, da Elektro-Fahrräder und eBikes immer mehr nachgefragt werden. „Das Projekt ist aber gar nicht so sehr auf den Tourismus bezogen“, erklärt Muskulus.„Wir sind hier in der Region touristisches Hinterland. Es geht schon auch darum, für die Einheimischen einen Startschuss  zur Elektro-Mobilität zu geben. Und es geht darum, ein Zeichen für Klimaschutz und Modernität zu setzen.“  Auf diese Weise  solle gleichzeitig ein Standortnachteil aufgehoben werden. Die Mitarbeiter der Naturparks würden sich ebenfalls schon länger mit dem Thema befassen. „Die wissen, dass andere Regionen da viel weiter sind als wir. Im Alpenraum ist das Thema Elektro-Räder schon viel etablierter, da gibt es richtige Netzwerke.“ Gerade für ältere Menschen und solche mit medizinischen Beeinträchtigungen wie Knieproblemen bieten Elektro-Räder die Möglichkeit, weiter aktiv zu bleiben. Dabei gebe es einen Unterschied zwischen eBikes und Elektro-Rädern bzw. Pedelecs. „Bei Elektro-Rädern schaltet sich der Motor nur dazu, wenn der Fahrer  die Pedale tritt.  Sie können nicht schneller als 25 km/h werden und erfordern deshalb keine Helmpflicht und kein Versicherungskennzeichen“, erläutert Sven Muskulus. „eBikes können 40 oder 45 Kilometer in der Stunde fahren, der Motor kann eingeschaltet werden, ohne dass die Pedalen bewegt werden, deshalb gibt es wie bei einem Mofa Helm- und Versicherungspflicht.“

Bei der Erarbeitung eines Konzeptes zur E-Mobilität unter Federführung des Fördervereins Nossentiner/Schwinzer Heide wurde von Beginn an auf die Vernetzung der Schlüssel-Akteure mit Partnern und Unterstützern gesetzt. So sind die beiden Naturparkverwaltungen beteiligt, für deren Unterstützung zwei der agierenden Vereine arbeiten,  und verschiedene Kommunen wie die Städte Sternberg und Plau sowie die Gemeinden Dobbertin, Krakow am See und das Amt Bützower Land. Mit der Erarbeitung des Konzeptes wurde   Ernst Schützler aus Qualitz  in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro UmweltPlan GmbH, der Firma ErgoSun und dem Büro MediaSoft beauftragt.

Teil der Erarbeitung des Konzeptes war eine Bedarfsanalyse und eine Bestandsaufnahme bereits vorhandener Ladestationen. Dabei stellte sich heraus, dass es für Autos in diesem Gebiet bisher überhaupt keine Ladestation gibt. Nur einfache 220 Volt – Steckdosen können zum Laden in Hotels oder privaten Bereichen genutzt werden, also mit entsprechend langer Ladezeit.

Für Elektro-Räder besteht praktisch  in jeder touristischen bzw. gastronomischen Einrichtung sowie in Geschäften die Möglichkeit, den Akku mit einem  eigenem Ladegerät an vorhandenen Steckdosen aufzuladen. Allerdings sind die elektrischen Pedalritter dabei  auf die Bereitschaft von Hoteliers, Campingplatz-Betreibern oder  Gastronomen angewiesen. Offizielle Lademöglichkeiten sind  für Elektro-Fahrräder in der gesamten Region (Stand 2016)  die große  Ausnahme. Das soll sich also demnächst ändern. Für das Projekt eMobilität  wurde  eine Förderung aus LEADER-Mitteln bewilligt, für den Bereich des Naturparks Sternberger Seenland 13500 Euro. Für den Eigenanteil in Höhe von 4500 Euro, den der Förderverein nachweisen musste, wurden Projektpartner gefunden, auf deren Gelände dann auch jeweils die Ladestationen installiert werden. Das sind: das Kutschenmuseum in Kobrow, das Gutshaus Alt Necheln, Schloss Kaarz, das Hotel im Gutshaus Vorbeck, der Campingplatz Sternberg und der Hof Rothen. Weitere zwei Projektpartner werden noch gesucht, Interessenten können sich bei Sven Muskulus unter der 0170/554 3553 melden.

Die Wemag wird auf eigene Kosten Ladestationen auf den Marktplätzen in Sternberg, Brüel, Warin und Krakow am See sowie im Hafen von Bützow aufstellen.

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