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Jesendorf Die Trollsche Grabkapelle

Von Roland Gttler | 01.06.2017, 21:00 Uhr

Nach zweijähriger aufwändiger Sanierung wird das Kleinod am Pfingstsonntag nach dem 9 Uhr Gottesdienst der Öffentlichkeit gezeigt.

Die um 1915 errichtete Trollsche Grabkapelle auf dem Jesendorfer Friedhof erstrahlt in neuem Glanz – von außen und nun auch von innen. Am Pfingstsonntag wird im Anschluss an den Gottesdienst um 9 Uhr gleich nebenan in der Kirche die fertig sanierte Grabkapelle, die dem Verfall preisgegeben schien, der Öffentlichkeit präsentiert.

Laut dem Wariner Pastor Andreas Kunert, der auch für das Jesendorfer Gotteshaus zuständig ist, will er in seiner Predigt ausdrücklich und vollen Herzens dem Bewahrer der Grabkapelle, Uwe August, Dank sagen für die Erhaltung dieses Kleinods.

August, der im Ort ein Ingenieurbüro für Bauberatung hat und bereits 2007 das Jesendorfer Gutshaus sanierte, fing im Frühjahr 2015 mit den Arbeiten in der Grabkapelle an. Zuvor hatte es zwei Jahre für diverse Vertragsangelegenheiten gebraucht. Magnus Maria Troll, ein Nachfahre aus der Nähe von Stuttgart, erklärte seinen Verzicht auf die Kapelle. Die Kirche musste wegen des Grund und Bodens ebenso mit ins Boot wie die Gemeinde als verantwortlicher Friedhofs-Pfleger. Zudem redete die Denkmalpflege auch noch ein Wort mit.

Die Grabkapelle gehörte der Jesendorfer Gutsbesitzer-Dynastie Troll. Die Särge des Rittergutsbesitzer Hans Carl Troll sowie drei weitere befinden sich weiter in dem unterhalb der Gruft liegenden Keller. „Der Kellereingang ist zubetoniert, das ist abgeschlossene Geschichte“, so Uwe August im Oktober 2015 gegenüber SVZ, als man bereits einmal einen Blick ins Innere dieses geschichtlichen Zeugnisses werfen konnte. Jetzt ist alles fertig. „Die Liebe höret nimmer auf“, der Bibelspruch (1. Korinther) steht wie eh und je an der Grabkapellenwand gegenüber dem Eingang.

Die Trollsche Grabkapelle wurde umgewidmet zu einem Kolumbarium (siehe Hintergrund). In 20 Fächern ist Platz für Urnen. „In Italien gibt es so etwas, in Deutschland ist das noch weitgehend unbekannt“, erläuterte Uwe August.

Am Sonntag wird man übrigens nicht nur in die Trollsche Kapelle einen Blick werfen können, auch in die der von Plessen, denen bis 1818 das Gut Neperstorf gehörte. Die Eltern von Bürgermeister Arne Jöhnk, die Familie ist in drei Generationen an Ort und Stelle beheimatet, haben diese Grabkapelle bis vor kurzem sanieren lassen.