Schwerin : Alles offen für den Dwang-Radweg

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So könnte die Brücke vom Dwang zur Krösnitz aussehen, über die der Radweg führen soll.
So könnte die Brücke vom Dwang zur Krösnitz aussehen, über die der Radweg führen soll.

Projekt in der Entwurfsplanung: Stadtverwaltung rechnet mit 2,4 Millionen und hofft auf 90 Prozent Förderung

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11. Juli 2018, 20:45 Uhr

Der Baustart für den Radweg am Südufer des Dwang ist derzeit völlig offen. Aktuell wird erst die Entwurfsplanung erarbeitet. „Vielleicht können die Bauarbeiten für den eigentlichen Radweg noch in diesem Jahr beginnen“, sagte Baudezernent Bernd Nottebaum. Sicher sei das aber noch nicht. „Die Brücke zur Krösnitz kommt aber auf jeden Fall erst im nächsten Jahr.“

Unklar ist auch noch, wie viel der Radweg kosten wird. „So lange die Entwurfsplanung nicht fertig ist, können die Kosten nicht geschätzt werden“, so Nottebaum. Noch gehe die Stadt von 2,4 Millionen Euro für die Radwegtrasse und 1,8 Millionen Euro für die Brücke aus. Bisher geht die Verwaltung davon aus, dass das Land eine 90-prozentige Förderung gibt.

Unterdessen bezweifeln Anlieger weiterhin die Machbarkeit des Radweges. „Die Trasse soll auf der Verlandungsfläche des Ostorfer Sees verlaufen“, sagte Dietmar Meyer, Vorsitzender des Kleingartenvereins An de Baek. „Gartenhäuser, die dort stehen, haben Risse.“ Für Meyer ein Zeichen für den unsicheren Untergrund.

Für eine Autobrücke vom Dwang zur Krösnitz gab es im Zusammenhang mit dem Bau eines Stadions auf der Krösnitz bereits in den 1930er-Jahren erste Planungen. Das Vorhaben wurde aber verworfen, weil der Untergrund „bodenlos“ ist.

Wie es mit dem Dwang-Radweg weitergeht, stehe frühestens im August fest, so der Baudezernent. Auch über die Kosten könne erst dann Konkreteres gesagt werden.

Der Brückenschlag zwischen den Halbinseln Dwang und Krösnitz durch die Radwegbrücke über dem Ostorfer See sollte nach bisherigen Planungen im August beginnen. Das Bauwerk sollte demnach bis Juli 2019 fertig sein.

Doch nun die Probleme. Bereits weit vorher hatte die kleine Brücke für Schlagzeilen gesorgt – und zwar im Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler: „Es gibt bereits einen Radweg um den See herum, der keine 1000 Meter länger ist. Die Abkürzung würde nicht einmal fünf Fahrminuten sparen“, bezweifelte der Steuerzahlerbund den Nutzen des neuen Radweges „Hamburg-Rügen“, dessen Bestandteil die 1,8 Millionen Euro teure Brücke wird. Nur dadurch ist die so hohe Förderung möglich.

Es soll dennoch gebaut werden. Die 3,30 Meter breite und 92 Meter lange Radwegbrücke wird aus vorgefertigten Stahlsegmenten bestehen, die mit Hilfe von Kränen auf Stahlpfeiler im Ostorfer See gesetzt werden. „Über keinen anderen Radweg in der Landeshauptstadt wurde so gründlich und so leidenschaftlich diskutiert. Ich bin froh, dass er kommt. Aktives Naturerlebnis steht bei unseren Gästen und auch bei den erholungssuchenden Schwerinern hoch im Kurs. Unsere wunderschöne Kulturlandschaft und das Wechselspiel von Land und Wasser sind wichtige Gründe, hier Urlaub zu machen. Deshalb ist es höchste Zeit, dass sich Schwerin besser mit den viel befahrenen, überregionalen Radfernwegen vernetzt und dafür sorgt, dass diese Touristengruppe nicht an Schwerin vorbei fährt, sondern durch die Stadt hindurch, um hier zu verweilen“, beschreibt Oberbürgermeister Rico Badenschier den Ansatz der der touristischen Entwicklungskonzeption.

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