Schwerin : Altstadtfest: Politik macht Druck

Rummel am Pfaffenteich: Das Schweriner Altstadtfest lockte jedes Jahr zehntausende Besucher an.
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Rummel am Pfaffenteich: Das Schweriner Altstadtfest lockte jedes Jahr zehntausende Besucher an.

Nach dem Rückzug der bisherigen Veranstalter soll sich die Verwaltung um neue Organisatoren und ein verändertes Konzept bemühen

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17. Januar 2018, 20:45 Uhr

Schwerin ohne Altstadtfest? Mit ihrer Ankündigung, künftig kein solches Fest mehr in der Stadt ausrichten zu wollen, haben die bisherigen Veranstalter, Arno Teegen und Matthias Wölk, ein politisches Erdbeben ausgelöst: Einhelliger Tenor der Stadtpolitik: Das Altstadtfest muss bleiben. „Das Altstadtfest ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Freizeitvergnügen für Jung und Alt. Es bringt Gäste in die Stadt, davon profitieren insbesondere der Einzelhandel und die Gastronomie“, sagt der Chef der CDU-Fraktion in der Stadtvertretung, Sebastian Ehlers.

Mit einem Antrag in der Stadtvertreter-Sitzung am 29. Januar will die CDU deshalb Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) beauftragen, gemeinsam mit der Stadtmarketing-Gesellschaft und der Werbegemeinschaft Altstadt Kriterien aufzustellen und eine Ausschreibung für eine mehrjährige Vergabe zu initiieren. „Unser Ziel ist der Erhalt des Festes“, erklärt Ehlers. Er und seine Parteifreunde sehen in der jetzigen Situation die Chance, das Altstadtfest konzeptionell weiterzuentwickeln. „Dies hat bereits beim Weihnachtsmarkt gut funktioniert. Der Oberbürgermeister ist jetzt gefordert, zügig eine Lösung zu präsentieren“, so der Fraktionsvorsitzende.

Die Schweriner SPD kann sich Schwerin ohne ein Altstadtfest ebenfalls nicht vorstellen. „Seit vielen Jahren bereichert das Altstadtfest unser Stadtleben. Deshalb muss es auch in diesem Jahr wieder ein Altstadtfest geben. Die SPD begrüßt daher die Absicht des Oberbürgermeisters,  am Altstadtfest festzuhalten und unterstützt seine Bemühungen, einen neuen, verlässlichen Veranstalter zu finden“, sagt Fraktionsvorsitzender Christian Masch.

 

Auch die AfD hat sich in Sachen Altstadtfest zu Wort gemeldet: Es sei sehr schade, dass das Fest in diesem Jahr womöglich ausfalle, sagt Nikolaus Kramer, Vorsitzender der Landtagsfraktion. „Volksfeste beleben die Stadt und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Der wirtschaftliche Schaden für Schwerin dürfte beträchtlich sein, wenn dieses Jahr kein Altstadtfest stattfindet.“ Hauptgrund für die Absage dürften die umfangreichen und teuren Sicherheitsmaßnahmen sein, sagt Kramer. Er fordert, dass sich die  Landesregierung   an den  Sicherheitskosten des Altstadtfestes beteiligt.

Durchaus kontrovers ist die Debatte, die nach der Absage des Altstadtfestes in den sozialen Medien geführt wird. „Die letzten zwei Jahre waren nun echt nicht toll, als ich da war, fand ich es eher langweilig, immer das Gleiche“, schreibt Sylvana Schulenburg auf unserer Facebook-Seite. Philipp Bidmon kommentiert an derselben Stelle: „Es wäre wirklich schön, wenn das Konzept des Altstadtfestes ein wenig überholt würde und vielleicht wirklich mal der eine oder andere bekannte Künstler oder anderweitige Act das angestaubte Image ein wenig aufpolieren würde.“ „Traurig und so was nennt sich Landeshauptstadt“ postet Nino Hansen.

In der Verwaltungsspitze ist die Botschaft angekommen.  Die Stadt wolle auf eine so besucherstarke Veranstaltung wie das Altstadtfest nicht verzichten, betont Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum. „Wir wissen, dass es auch andere Veranstalter gibt, die sich dafür interessieren, wollen die Absage aber gleichzeitig für eine Qualitätssteigerung des Altstadtfestes nutzen. Jetzt geht Qualität vor Schnelligkeit.“ Für dieses Jahr könne er sich aber als Übergang eine kleinere Variante vorstellen, so Nottebaum.

 Die Stadt werde gemeinsam mit der Stadtmarketing-Gesellschaft, der Werbegemeinschaft Altstadt, den Innenstadt-Gastronomen und der privaten Marketing-Initiative ein Anforderungsprofil erarbeiten und dann per Ausschreibung einen neuen Veranstalter suchen, sagt der Dezernent. „Wir streben wie schon beim Weihnachtsmarkt einen Vertrag mit fünfjähriger Laufzeit an.“

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