Schwerin : Barsche in Beißlaune

Prachtexemplar: Enrico Mario hält stolz einen riesigen Barsch in die Kamera. Der Angler ist jetzt verstärkt auf den Schweriner Seen unterwegs.
Prachtexemplar: Enrico Mario hält stolz einen riesigen Barsch in die Kamera. Der Angler ist jetzt verstärkt auf den Schweriner Seen unterwegs.

Raubfisch-Spezialist Enrico Mario angelt gerade jetzt die größten Exemplare

nnn.de von
23. Juli 2018, 05:00 Uhr

Ein Griff in den Kofferraum und schon hat er das Boot auf den Schultern. Nun ist Enrico Mario nicht etwa ein Kraftsportler. Nein, sein Gefährt ist ein so genanntes Belly-Boot – ein mit Luft gefüllter Schwimmsessel, den er mit Flossen an den Füßen steuert. Mit diesem Boot ist er mobil und die Angler kennen ihn in und um Schwerin. Er ist absoluter Spezialist für Raubfische. Derzeit hat er es auf ganz besondere Exemplare abgesehen. „Die Barsche sind jetzt in Beißlaune“, sagt der erfahrene Petrijünger. Besonders in seinem Visier: die großen Fische, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Die mit den tief roten Flossen und einem kräftigen Grün und sehr dunklen Streifen. „Diese Barsche sind kleine Maschinen. Die Bisse sind hart und schlagen in der Rutenspitze mächtig ein“, sagt er. Übertragen wird der Biss im Prinzip eins zu eins, denn seine geflochtene Schnur hat überhaupt keine Dehnung. Er spürt jeden „Anfasser“, um seinen Anhieb, den schnellen Zug an der Rute, zu setzen. Die Barsche stürzen sich derzeit auf fast alles, was Aussicht auf Fressbares biete.

Die Kunst sei es allerdings auch, die großen Barsche zu finden, sagt Enrico Mario, als er mit seinem Belly-Boot auf eine seiner Lieblingsstellen im Schweriner See zusteuert. Verraten wolle er diese Stelle öffentlich jedoch nicht. „Diese Art von Informationen gibt man als Angler ja nicht preis und deshalb ist diese Tour hier auch eine Ausnahme“, sagt er mit einem Lachen.

Am richtigen Ort angekommen, erklärt er, dass es im Prinzip darum gehe, Stellen zu beangeln, wo der Barsch viel Beute finden kann. So ist der Brutfisch jetzt vom Schilf ins Freiwasser gezogen und steht oftmals an so genannten Kanten und Bergen. Hier treibt der Wind oft Futter hin und bringt die Kleinfische mit. An den bekannten Seen kennt Enrico Mario diese Stellen, an anderen Gewässern benutzt er ein Echolot. Mit Erfolg. Schon nach kurzer Zeit knallt der erste brachiale Barsche auf seinen Köder, einen Gummifisch in giftgrün.

Enrico Mario setzt den Anhieb und zieht kräftig an seiner Angelrute, bei der er die Bremse der Rolle nur minimal offengelassen hat. „Sitzt“, sagt er. An der Rutenspitze sind jetzt die typischen Schläge zu sehen. Der Barsch wehrt sich. Der Angler allerdings ist stärker und drillt den 42 Zentimeter langen Barsch ans Boot und holt ihn mit dem Kescher ein. Den Glückwunsch beantwortet er kurz und bündig: „Petri Dank“.

Es sind an diesem Tag noch etliche Fische mehr, die seine Köder attackieren. Nicht jeden Fisch kann er auch landen, aber Spaß hat er allemal. Ob mit Wobbler, Spinner, Hartbait, Blinker oder Gummi – er hat beinahe mit allen Materialien schon gut gefangen. „Softjerks, Spinnerbaits, Gummifische mit Offset-Haken, Stickbaits oder Popper setzen sich aber immer mehr durch. Das sollte ruhig mal probiert werden. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt der leidenschaftliche Angler. Wichtiger als die Köderart sei für ihn aber der Ort, wo er es versucht. „Abfallende Kanten, Kraut, Bäume, die ins Wasser hängen – da sind die Chancen ganz gut. Wichtig ist auch, dass man es morgens oder abends probiert. Das sind die besten Tageszeiten.“ Und wenn mal ein Brassen, ein Karpfen oder ein Plötz zufällig am Haken ist, nennt er das Beifang. Große Barsche hat er dieses Mal aber wieder wie selbstverständlich gefunden.

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