Dümmer : Drei Sterne für die Förster-Herberge

Drei Sterne für das Jugendwaldheim in Dümmer: Christof Darsow, Anke Gräber und Reinhard Schwarz (r.) halten die begehrte Plakette in der Hand.
Drei Sterne für das Jugendwaldheim in Dümmer: Christof Darsow, Anke Gräber und Reinhard Schwarz (r.) halten die begehrte Plakette in der Hand.

Jugendwaldheim Dümmer erhält Qualitätsplakette / Herberge ist wegen ihres Waldprogramms überregional beliebt

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19. September 2020, 05:05 Uhr

Stolz hält sie den Akku-Schrauber in der einen Hand, drei Sterne in der anderen. In wenigen Minuten will Anke Gräber, schulische Leiterin des Jugendwaldheims in Dümmer, das neue Qualitätssiegel an den Eingang der Jugendstätte anbringen. Drei Sterne. Was für Hotels eine Mittelklassebewertung bedeutet, ist für das Jugendwaldheim eine große Auszeichnung.

Zuvor hatte der Verein „Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendreisen“ die Herberge auf Herz und Nieren geprüft. „Dabei standen nicht Luxusausstattungen im Fokus, sondern die fachliche Qualität in allen Bereichen, von der Küche bis hin zum pädagogischen Angebot“, sagt Reinhard Schwarz, der die Plakette am Dienstag überreichte. Schwarz bewertet für die Organisation im Norden zahlreiche Herbergen. „Wir haben damit 2008 in MV angefangen. Damals haben wir überrascht festgestellt, dass Jugendstätten auch ohne Betriebserlaubnis geführt werden können“, so Schwarz. Das Siegel soll Lehrern und Eltern die Sicherheit geben, dass ihre Kinder vor Ort gut versorgt werden.

Zum Angebot in Dümmer gehört immer auch der Wald. „Unsere Forstwirte haben wir zu Waldpädagogen ausgebildet“, sagt Anke Gräber. Sie können Kindern den Wald als Lebensraum für zahllose Tierarten näher bringen. Das machen sie meist spielerisch, ob auf einem Parcours durch den angrenzenden Forst oder einer Bastelstunde im großen Saal. Das Angebot ist bekannt und beliebt.

„Wir sind auf vier Jahre so gut wie ausgebucht“, sagt Petra Runge. Die 58-Jährige leitet das Jugendwaldheim. „Wir versuchen gerade, Schulen und Kitas, denen wir in der Corona-Zeit absagen mussten, doch noch unterzubringen“, berichtet Runge.

Die Zwangspause hatten Pädagogen und Förster genutzt, um ihr Programm auszubauen. Nachhaltigkeit sei ein noch größeres Thema geworden. „Wir haben vor dem Bungalow einen Pfad gebaut mit Stationen zu verschiedenen Themen von Energiesparen über Recycling bis zur Wertschätzung von Wasser“, erläutert Runge. Ein Fair-Trade-Automat erklärt, dass es wichtig ist, darauf zu achten, wie und von wem etwas produziert wird.

Stolz ist das Team aus Dümmer auch auf sein niedrigschwelliges Angebot. Ob Stadt- oder Landkind – alle lernen dort etwas über die Natur und den Wald. „Unsere Arbeit wird sehr wertgeschätzt. Das erfahren wir oft im Nachhinein von den Lehrern“, berichtet Petra Runge, die seit 1993 die Jugendstätte leitet.

Die Bewertung der Herberge ist aber gleichzeitig auch ein Anstoß zu weiteren Neuerungen. Denn die Mitarbeiter wollen fünf Sterne. Dafür müssten der Internetauftritt verbessert und die Betreuerzimmer auf der Anlage vergrößert werden. Aber: „Die Sterne sind die I-Tüpfelchen. Mit Vergabe des Siegels wird dem Jugendwaldheim schon eine sehr hochqualitative Arbeit bescheinigt“, betont Reinhard Schwarz. Ob drei oder fünf Sterne – der Kalender bleibt gut gefüllt in Dümmer.

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