Entdeckungen in der Welt der Poesie

Lyrik ist an der Beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen  immer ein gutes Gesprächsthema: Jette Horn, Victoria Becker, Sebastian Helms und Manuela Lenzky suchen das Gespräch mit ihrer Deutsch-Lehrerin Kristin Kantelberg (v.r.).
Lyrik ist an der Beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen immer ein gutes Gesprächsthema: Jette Horn, Victoria Becker, Sebastian Helms und Manuela Lenzky suchen das Gespräch mit ihrer Deutsch-Lehrerin Kristin Kantelberg (v.r.).

Schüler der Beruflichen Schule Soziales schreiben berührende Lyrik und wollen die Gedichte publizieren

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10. Februar 2020, 05:00 Uhr

„So viel Liebe in einem Raum habe ich noch nie erlebt“ sagt Victoria Becker. Die angehende Erzieherin lernt an der Beruflichen Schule der Landeshauptstadt für Gesundheit und Soziales und hat gerade einen sehr emotionalen Vormittag erlebt. Mehr als 30 ihrer Mitschüler haben, genau wie sie, Lyrik vorgetragen und zwar selbst verfasste.

„Staatlich geprüfte Erzieher und Sozialarbeiter müssen mit der deutschen Sprache sehr gut umgehen und auch sicher vor anderen auftreten können. Deshalb haben wir dieses Lyrik-Projekt in den Unterricht integriert“, erläutert Deutschlehrerin Kristin Kantelberg. Sie hat bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen damit gemacht, die Kreativität ihrer Schüler zu wecken. Mit Unterstützung der Agentur Maxpress wurde ein kleiner Gedichtband unter dem Titel „Worttagebau“ bereits publiziert. Nun wird der Fortsetzungsband angepeilt.

Stoff dafür haben die Berufsschullehrerin und ihre Schüler allemal. Denn das, was die 20- bis 41-Jährigen unter der Überschrift „Kopfsalat und Begegnung“ zu Papier gebracht und vorgetragen haben, hat es in sich. Ob Jette Horns „Heimkommen“ oder Manuela Lenzkys „Abschied“, Victoria Beckers „Herzenswärme“ oder „Ein Kurzes für immer“ von Sebastian Helms – alles hat Tiefgang, alles ist berührend, emotional und vor allem: sehr persönlich.

Wie das möglich ist, bei jungen Leuten so viel Intimität herauszukitzeln, erklären die Schüler so: „Zunächst einmal haben wir gemeinsam das Thema erarbeitet. Was bewegt uns? Worüber reden wir? Was geht jeden an? Dann haben wir uns auf ,Kopfsalat und Begegnung‘ geeinigt, das bietet Raum für alles“, erzählt Sebastian Helms. Victoria Becker ergänzt: „Die Form der Lyrik ist ideal, sich mit sich selbst und der Welt auseinanderzusetzen. Sie ist flexibel, man muss nur so viel von sich preisgeben, wie man mag, und sie ist geheimnisvoll.“

Das hat funktioniert. „Frau Kantelberg hat zunächst im Unterricht mit uns geübt, die Vielfalt und Schönheit der Sprache an ganz banalen Dingen auszutesten wie mit Lobgesang an einen Teelöffel oder Toaster und uns dann für unsere Lyrik Zeit gelassen“, berichtet Jette Horn. Ihr zum Beispiel habe die Besinnlichkeit der Weihnachtsfeiertage den entscheidenden Impuls gegeben.

Und dann konnten die Schüler natürlich auch noch auf die Unterstützung ihrer Lehrerin bauen. „Ich war mir zunächst nicht ganz sicher, ob das so geht. Denn mein Gedicht ist ziemlich kurz. Aber Frau Kantelberg hat mich bestärkt, dass man auch mit wenigen Worten viel sagen kann“, erzählt Manuela Lenzky stolz.

Schon mit Blick auf die mögliche Publikation der Lyrik hatten die Schüler die interessante Zusatzaufgabe bekommen, zur Illustration ein Bild – eine Zeichnung, Collage oder Fotografie – bereitzustellen, das Bezug zum Autoren herstellt.

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