Leezen : Großhandel ruft Leergut zurück

Getränkehändler wie Santana Stahl (27) sind auf den Rücklauf des Leerguts angewiesen. Neue Getränke bekommen sie von den Produzenten meist nur im Tausch gegen leere Flaschen.
Getränkehändler wie Santana Stahl (27) sind auf den Rücklauf des Leerguts angewiesen. Neue Getränke bekommen sie von den Produzenten meist nur im Tausch gegen leere Flaschen.

Herstellern gehen die Flaschen aus: Manche Produzenten liefern Getränke nur im Tausch gegen Mehrwegflaschen. Diese sind knapp.

nnn.de von
11. Juli 2018, 21:00 Uhr

Der lange und heiße Sommer verpasst den deutschen Getränkehändlern und -produzenten sprudelnde Umsätze, aber auch große Probleme. Erst waren es Engpässe bei der Herstellung von Limonaden und Wasser, bedingt durch die hohe Nachfrage seit Anfang Mai, nun gehen einigen Herstellern die Flaschen aus.

Großhändler wie die Firma Meyer Getränke aus Parchim sind aktuell dabei, das Leergut von ihren Kunden einzusammeln. Zudem rufen Großhändler und Einzelhändler alle Haushalte dazu auf, Leergut in die Filialen zurückzubringen.

Der Engpass könnte sich auch auf das Angebot in den Supermärkten auswirken. Denn: „Getränke gibt es von den Produzenten nur im Tausch gegen Leergut“, sagt Julian Meyer, Geschäftsführer von Meyer Getränke. Je nachdem wie knapp die Bestände an Flaschen bei den Produzenten sind, desto strenger die Umsetzung dieses Prinzips.

Bleibt das Verhältnis zwischen verkauften Getränken und zurückgebrachten leeren Flaschen gleich oder ähnlich, funktioniert dieser Kreislauf. Gewöhnlich ebbt im Herbst die hohe Nachfrage wieder ab und die Händler liefern einen Großteil des Leerguts an die Abfüllanlagen. Wird über längere Zeit jedoch mehr gekauft als zurückgebracht, gibt es Probleme. Und: Viele Hersteller haben ihre eigenen Getränkekisten, das verschärft im Fall einer großen Nachfrage wie in diesem Sommer die Knappheit zusätzlich.

Das spüren auch die Verkäufer vor Ort: In der Getränkeland-Filiale in Leezen ist man über jeden Kasten Leergut froh, der von den Kunden zurückgebracht wird. „Viele Haushalte stellen sich in einem heißen Sommer statt drei Kisten Wasser nun doppelt so viele in den Keller“, sagt Santana Stahl, Marktleiterin der Leezener Filiale. An der angespannten Lage haben auch die vergangenen Regentage nichts geändert.

Die Firma Meyer Getränke ist mit rund 60 000 ausgelieferten Getränkekisten pro Woche der größte Getränkehändler im Raum Schwerin und Parchim. Das Unternehmen holt die Getränke in den Brauereien und Abfüllanlagen der Hersteller ab und verteilt sie an seine Kunden in den Filialen.

Das Leergut geht meist mit dem gleichen Transport retour. Großhändler wie Meyer Getränke tragen damit die größte Last des aktuellen Engpasses. „Wir sind sowohl mit den Produzenten als auch mit unserer Kunden im Gespräch. So wissen wir immer, wo welches Leergut steht“, so Julian Meyer gegenüber SVZ.

Schon Mitte Juni kam es zu Engpässen bei der Herstellung von Getränken. Die Nachfrage war so groß, das Hersteller bei der Produktion kaum hinterher kamen. Besonders die Marke Fanta des Coca-Cola-Konzerns war teilweise aus den Regalen verschwunden. Bei hoher Nachfrage konzentrieren Unternehmen meist ihre Produktion auf Hauptprodukte. Brauereien produzieren dann weniger Nischensorten wie Craft Beer oder Biere mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.

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