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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 08:25 Uhr

Schwerin : Kissen kommen weg – irgendwann

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kunstwerke auf dem Dreescher Markt werden abgebaut und der Platz wird umgestaltet, aber nicht vor 2019

von
erstellt am 07.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Seit Jahren haben die Anwohner protestiert, der Ortsbeirat hat Druck gemacht – ein CDU-Antrag fand dann im Juli in der Stadtvertretung eine Mehrheit. Jetzt meldet der Oberbürgermeister Vollzug: Die Kunstkissen auf dem Dreescher Markt kommen weg.

„Das Landesförderinstitut hat bestätigt, dass ein Rückbau der Kunstkissen keine Auswirkungen auf gezahlte Städtebaufördermittel hat“, erklärt Rico Badenschier. Und auch der Architekt, der die Kunstwerke ersonnen hat, hat „einer Entfernung nicht widersprochen“. Damit gibt es grünes Licht, um den Platz vor dem so genannten Projektierungsgebäude umzugestalten.

Die CDU hatte in ihrem Antrag gefordert, die Kissen „schnellstmöglich“ abzubauen. Und „zeitnah“ sollte der Oberbürgermeister einen Vorschlag machen, wie mit den Kunstwerken verfahren werden soll. Doch ganz so schnell wird das nicht gehen. Das Problem: Die Stadt hat kein Geld. Aber zunächst muss ohnehin nur Papier voll geschrieben werden. „Verwaltungsseitig ist geplant, zeitnah einen Vorschlag zur Umgestaltung der Fläche sowie zum Zeitpunkt des Abbaus und der Entsorgung der Kunstkissen vorzulegen“, so Rico Badenschier. Michael Helms aus dem Büro des Oberbürgermeisters sagt, dass die Stadtvertreter im Januar ein entsprechendes Papier bekommen sollen. Dort werde drin stehen, wie der Platz in Zukunft aussehen soll und was das Ganze kosten könnte. Und das wird der Knackpunkt sein. „Im Doppelhaushalt 2017/18 wird nicht genug Geld für den Umbau zu finden sein“, sagt Helms. Vor 2019 wird sich auf dem Dreescher Markt also nichts tun.

Der Ortsbeiratsvorsitzende Stev Ötinger freut sich, dass die Kissen „endlich abgebaut werden“. Unverständlich ist ihm jedoch, dass die geschätzten 3000 Euro dafür im städtischen Haushalt nicht zu finden sein sollen. „Wenn man das will, findet sich immer ein Weg“, so Ötinger. Geld, dass bei anderen Baustellen nicht verbraucht wurde, könnte dafür doch gut eingesetzt werden.

Unklar ist indes auch noch, was aus den Plastik-Kissen werden soll. Verkaufen, versteigern, entsorgen – „alles ist denkbar“, so Michael Helms.

Und dann ist da auch noch das Herzens-Projekt von Oberbürgermeister Rico Badenschier: ein Zebra-Streifen über die Bernhard-Schwentner-Straße. Bevor der auf die Fahrbahn gemalt werden kann, muss aber die Bushaltestelle verlegt werden, damit Busse die Sicht nicht versperren können. Auch dafür muss erst ein Vorschlag erarbeitet werden. Und auch dafür muss Geld da sein. Damit kann der Oberbürgermeister jetzt „zeitnah“ Vorschläge machen, aber „schnellstmögliche“ Realisierung wird noch ein paar Jahre dauern.

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