Schwerin : Künftige Erzieher im Worttagebau

Eine Zeichnung für den Worttagebau 3 hat die vierjährige Alina beigesteuert. Auch Annika Thiel, Cindy Tetmeyer und Lehrerin Kristin Kantelberg (v.l.) waren an dem Projekt beteiligt.
Eine Zeichnung für den Worttagebau 3 hat die vierjährige Alina beigesteuert. Auch Annika Thiel, Cindy Tetmeyer und Lehrerin Kristin Kantelberg (v.l.) waren an dem Projekt beteiligt.

Kunstprojekt an der Berufsschule Wirtschaft und Soziales: Schüler publizieren 60-seitiges Büchlein mit Lyrik, Prosa und Bildern

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08. Juni 2019, 05:00 Uhr

Was ist ein Worttagebau? Ein Ort, an dem Worte zu Tage gefördert werden. Besondere Worte. Lyrik und Prosa, die so gut sind, dass sie eine Publikation füllen können. Genau das ist vier jungen Damen gelungen, die an der Beruflichen Schule für Gesundheit und Sozialwesen der Landeshauptstadt ihre Ausbildung zu Erzieherinnen absolvieren. Als Projekt im Fach Sprachentwicklung haben sie die Broschüre „Worttagebau 3 – Melodien und Gefühle“ zusammengestellt und mit Unterstützung der Agentur Maxpress veröffentlicht.

„Ich habe den Worttagebau Nummer 1 gelesen. Er hat mir so gut gefallen, dass ich das Heft als Unterrichtsmaterial in den drei Erzieherinnen-Klassen eingesetzt habe“, erzählt Lehrerin Kristin Kantelberg. Das Projekt kam bei ihren Schülern sehr gut an. „Es entstanden ganz tolle kleine Geschichten und Gedichte. Es war total berührend, als sich die Schüler diese gegenseitig vorgelesen haben“, berichtet die Deutsch- und Philosophielehrerin. So wurde die Idee für eine eigene Publikation geboren.

„Wir haben uns gesagt: Das können wir auch“, erzählt Annika Thiel, die gemeinsam mit Cindy Tetmeyer, Sabrina Schmalfeldt und Annemarie Kubisch ein Redaktionsteam bildete. „Wir haben die mehr als 60 Beiträge gesichtet, dann eine Auswahl getroffen und noch entsprechende Illustrationen dazugestellt“, ergänzt Cindy Tetmeyer. Sie selbst wählte eine Zeichnung ihrer vierjährigen Tochter Alina. „Ich habe mit einem Computerprogramm experimentiert und eine Grafik zu meinem Gedicht gestellt“, sagt Annika Thiel. Neben anderen Texten stehen Fotos, Collagen, Zeichnungen. Das Heft bietet Abwechslung.

Die redaktionelle Arbeit indes mit der Gestaltung des Layouts, der Anordnung der Texte und Illustrationen sei ein erheblicher Arbeitsaufwand gewesen, weiß Kristin Kantelberg. Unterstützung sei dafür aber gern von Holger Herrmann von Maxpress und Berufsschullehrer und Künstler Egbert Buchberger gekommen. „Dieses Wissen wollten wir unbedingt bündeln. Deshalb hat unser Projektteam noch einen Leitfaden für die Erstellung einer Publikation erarbeitet. Den würde ich gern für unsere Schule erwerben, um ihn für unsere künftige Arbeit zu nutzen“, sagt die Pädagogin. Denn Sprachentwicklung der Kinder wie auch der eigenen sei Bestandteil des Lehrplans für angehende Erzieher.

Den Worttagebau wollen die Berufsschüler nun für zwei Euro verkaufen – einer zur Deckung der Druckkosten, der zweite zur Finanzierung des Folgeprojekts. Etwa bei „Kunst offen“ zu Pfingsten bei der Künstlerfamilie Buchberger in Neumühle, Lerchenstraße 50.

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