Familienstreit in Schwerin : Mann wirft Schwester vom Balkon

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Junge Frau liegt mit lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Amtsgericht erlässt Haftbefehl gegen 25-jährigen Bruder des Opfers

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07. Februar 2018, 15:23 Uhr

Zu einer Familientragödie kam es im Stadtteil Mueßer Holz: Eine 24-jährige Frau erlitt dabei lebensbedrohliche Kopfverletzungen. Ihr eigener Bruder soll sie von einem Balkon im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Gagarinstraße geworfen haben. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Wie die Schweriner Staatsanwaltschaft heute auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, soll ein 25-jähriger Syrer am Dienstagmittag  seine Schwester an den Füßen  gepackt und kopfüber über die Brüstung des Balkons gehalten haben. Dann habe er sie losgelassen  und  die junge Frau stürzte mehr als  sieben Meter in die Tiefe.  So hatte es ein Zeuge der Polizei berichtet.  Die von einem Hausbewohner alarmierten Beamten nahmen  den Mann  fest. Dabei leistete der Tatverdächtige heftigen Widerstand. 

„Warum es zu dem Familienstreit kam, können wir derzeit nicht sagen. Die Ermittlungen dauern noch an“, sagt Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek. Gegen den 25-Jährigen sei mittlerweile  Haftbefehl erlassen worden, ermittelt werde gegen ihn  wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung.

Der Tatverdächtige ist der Polizei bekannt. Bereits am vergangenen Montag  wurde der 25-Jährige  für einige Stunden in Gewahrsam genommen. Der Grund: In der Mittagszeit war der ebenfalls im Mueßer Holz wohnende Mann in das Haus in der Gagarinstraße gekommen. Dort wohnen laut Staatsanwaltschaft nicht nur seine Schwester, sondern auch noch andere Familienmitglieder. Laut schreiend  und mit freiem Oberkörper soll der Beschuldigte durch den Hausflur gelaufen und obszöne Gesten gezeigt haben. Als die Polizei eintraf, ignorierte er einen Platzverweis und leistete erheblichen Widerstand, als ihn die Beamten aus dem Haus bringen wollten. Dem zu diesem Zeitpunkt offenbar alkoholisierten Mann wurde eine Blutprobe entnommen und er verbrachte  mehrere Stunden in einer Zelle auf dem Polizeirevier, bevor er gegen Nachmittag wieder nach Hause durfte (SVZ berichtete). „Aufgrund der Vorkommnisse am Montag hatten wir keinen Haftgrund“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die 24-jährige Schwester des mutmaßlichen Täters wird derzeit im Krankenhaus behandelt

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