Schwerin : Millionen für sichere Bahnen

Bei der Fördermittelübergabe: Christian Pegel, Wilfried Eisenberg und der Landtagsabgeordnete Sebastian Ehlers (v.l.).
Bei der Fördermittelübergabe: Christian Pegel, Wilfried Eisenberg und der Landtagsabgeordnete Sebastian Ehlers (v.l.).

Nahverkehr bekommt Fördermittel für die Generalinspektion der Straßenbahnen und für Elektrobusse.

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08. März 2018, 21:00 Uhr

Die Straßenbahnzüge des Nahverkehrs sind in die Jahre gekommen. Der erste des aktuellen Typs SN 2001 kam am 26. Juli 2001 in die Landeshauptstadt. In den kommenden Jahren steht deshalb die Generalinspektion an. Verkehrsminister Christian Pegel übergab dafür heute einen Fördermittelbescheid. Der Nahverkehr bekommt in diesem und im nächsten Jahr jeweils knapp 1,6 Millionen Euro.

Untersucht werden müssen alle 30 Schweriner Bahnen. „Wir werden pro Jahr fünf Stück schaffen“ , sagte Geschäftsführer Wilfried Eisenberg. „Pro Bahn kostet das 600 000 Euro.“ Er hätte deshalb am liebsten schon die Fördermittelzusage bis 2023 gehabt. „So gern ich das machen würde: Das dürfen wir leider nicht“, sagte der Verkehrsminister gestern. „Geld können wir nur für die jetzige Haushaltsperiode ausgeben.“

Die Hauptuntersuchung wird in den Werkstätten des Nahverkehrs im Haselholz erledigt. „Es werden zunächst drei Bahnen bis auf die letzte Schraube zerlegt“, sagt Eisenberg. „Danach wird ein Sachverständiger entscheiden, ob das auch bei allen anderen Bahnen geschehen muss.“

Die Inspektion nutzt der Nahverkehr, um auch gleich den Komfort der Straßenbahnen und deren Sicherheit zu erhöhen. „Die Kosten dafür müssen wir aber selbst tragen“, so der Geschäftsführer.

Jede Bahn bekommt eine zweite ausklappbare Rampe für Rollstuhlfahrer. „Barrierefreiheit wird immer wichtiger“, sagt Eisenberg. „Nicht nur für Rollstuhlfahrer, auch für Eltern mit Kinderwagen oder Rollatorbenutzer.

Die Bahnen bekommen außerdem so genannte Fahrerassistenzsysteme. Dazu zählt ein automatisches Bremssystem, das ein Auffahren der Bahnen verhindert. Außerdem werden neue Ansagen der Haltestellen installiert. In einigen Bahnen werden außerdem neue Sitze montiert.

„Straßenbahnen haben allgemein eine Nutzungsdauer von 30 Jahren“, sagt Wilfried Eisenberg. „Ich gehe davon aus, dass unsere Bahnen länger unterwegs sein werden.“ „Ich finde es besser, mit Grundinstandsetzungen die Lebensdauer zu verlängern, als immer wieder neue Straßenbahnen zu kaufen“, so Verkehrsminister Pegel.

Das Fördergeld des Landes ist auch dafür gedacht, einen Dacharbeitsstand zu errichten. Der erleichtert nicht nur die Tätigkeiten an den Komponenten, die auf dem Dach der Straßenbahnen verbaut sind. Er wird auch gebraucht, um zukünftig die Elektrobusse zu reparieren.

Drei Fahrzeuge mit dieser modernen Antriebsart wird der Nahverkehr noch in diesem Jahr anschaffen. Gemeinsam mit Rostock und Ribnitz-Damgarten werden insgesamt sechs Elektrobusse gekauft. Die Kooperation mit den anderen beiden Städten erfolgt, weil der Bund erst ab fünf Fahrzeugen zu 80 Prozent fördert.

Für die Generalinspektion der Straßenbahnen hat der Nahverkehr auch sein Personal verstärkt. „Wir haben zwei Mechatroniker eingestellt“, so Geschäftsführer Eisenberg. „Das war kein Problem.“ Die Personalauswahl sei riesengroß gewesen. „Alle waren Rückkehrer, die meist auswärts gelernt und gearbeitet haben und jetzt wieder in die Heimat wollen.“

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