Schwerin : Musik auf der Leinwand

Der Aufbau jeder Ausstellung ist ein Kraftakt. Klaus Illner und seine Kollegen bereiten die Schau „Gemalte Musik“ vor.
Der Aufbau jeder Ausstellung ist ein Kraftakt. Klaus Illner und seine Kollegen bereiten die Schau „Gemalte Musik“ vor.

Herbst ist die Zeit der Ausstellungen in Schwerin, SVZ stellt einige vor – heute: Das Kunst-Wasser-Werk zeigt Bilder regionaler Künstler

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13. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Herbstliches Wetter mit kühlen Temperaturen und Regen bringt den Kultureinrichtungen in der Stadt wieder stärkeren Zulauf. Und da kann Schwerin mit künstlerischer Vielfalt punkten. Wie breit allein die Galerie-Szene aufgestellt ist, soll ein kleiner SVZ-Exkurs in dieser Woche zu Ausstellungen zeigen. Heute: „Gemalte Kunst“ im Kunst-Wasser-Werk.

Malen, und sich dabei von der Musik inspirieren lassen. Eigentlich keine neue Idee. Die Ausstellung „Gemalte Kunst“ ist für den Verein „Kunst-Wasser-Werk“ an der Neumühler Straße jedoch eine Premiere. „Zum ersten Mal hat hier eine Band geprobt, während wir gemalt haben“, sagt Anke Weßling. Mit „wir“ meint sie Annegret Goebeler, Monika Hellwig, Klaus Illner, Peter Klitta und sich selbst.

Sie alle sind Maler aus der Region, die sich während einer Musik-Session am Wochenende vom Kontrabass-Klarinettisten Ernst Ulrich Deuker und der Gruppe „Sessionnoisses“ hat inspirieren lassen. „Die spielen Jazz und improvisieren dabei“, fügt Klaus Illner hinzu. Er selbst sei ein großer Fan der Jazz-Musik und kommt ins Schwärmen. „Diese Leichtigkeit von der Musik sieht man dann auch auf den Bildern“, erklärt der 72-Jährige. Weßling kann ihm da nur zustimmen. „Man geht ja oft mit der Musik mit“, sagt die 49-Jährige und lächelt. Dabei wippe man automatisch mit dem Fuß. „Und das überträgt sich dann auf die Hand mit dem Pinsel und somit auch auf das Bild.“ Das habe einen experimentellen Effekt auf die Gemälde.

Insgesamt haben die fünf Künstler etwas mehr als eine Woche an ihren Werken gearbeitet. „Nach der Musikeinlage am Wochenende klingt die Musik ja noch nach“, erklärt Illner. So konnten sie weiter an ihren Werken arbeiten. Was sowohl ihn als auch sie besonders fasziniert, sind die unterschiedlichen Ergebnisse. „Wir haben ja alle die gleiche Musik gehört. Und trotzdem hat jeder seine eigene Handschrift“, sagt Weßling. Auch hätten nicht alle dasselbe Material verwendet. Einige haben mit Kohle auf Papier gemalt, andere wiederum mit Acryl auf Leinwand. Musik, die durch Farbflächen, abstrakte und konkrete Formen, Linien und Muster dargestellt wird.

Dieses Gefühl wollen die Künstler auch den Besuchern nahebringen. Deshalb wird zur heutigen Ausstellungseröffnung im ehemaligen Pumpenhaus Ernst Ulrich Deuker die Einführung von Anke Weßling musikalisch begleitet. Zu sehen sind die künstlerischen Werke dann bis Sonnabend, den 26. Oktober. „Da ist ja auch die Kulturnacht. Zu diesem Anlass gibt es dort dann nochmal ein Abschlusskonzert mit der gesamten Band“, verrät Weßling.

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