Schwerin : Nachbarn vernetzen sich online

Haben sich online kennengelernt und spielen nun regelmäßig Doppelkopf:  Ann-Kathrin Weiland, Christa Hienstorfer, Ulrich Hess, Jürgen Ruhkieck und Christiane Hess (v.l.).
Haben sich online kennengelernt und spielen nun regelmäßig Doppelkopf: Ann-Kathrin Weiland, Christa Hienstorfer, Ulrich Hess, Jürgen Ruhkieck und Christiane Hess (v.l.).

Schweriner organisieren gemeinsame Doppelkopf-Abende über ein Nachbarschaftsportal im Internet

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12. September 2019, 18:18 Uhr

Die fünf Gläser Bier sind bestellt. Christa Heinstorfer mischt derweil schon die Karten und teilt diese an ihre Mitspieler Christiane und Ulrich Hess und Jürgen Ruhkieck aus. Die erste Runde Doppelkopf beginnt. Ann-Kathrin Weiland muss aussetzen. „Doppelkopf kann man nämlich nur zu viert spielen“, erklärt Hienstorfer. Einmal im Monat treffen sich die fünf Schweriner für Doppelkopf-Abende im „Martins“. Kennengelernt haben sie sich über eine Gruppe auf der Online-Nachbarschaftsplattform „nebenan.de“.

Hienstorfer selbst hat die Gruppe ins Leben gerufen. Gebürtig kommt die 67-Jährige aus Braunschweig. Nach ihrer Trennung von ihrem Mann im Jahr 2015 beschloss sie im Februar 2018 nach Schwerin zu ziehen. Zu ihrer Tochter, dem Schwiegersohn und der Enkeltochter. „Aber das waren auch die Einzigen, die ich hier kannte“, erklärt sie.

Also meldete sie sich auf dem Nachbarschaftsportal an. In der Hoffnung, neue Kontakte knüpfen zu können, erstellte sie eine Gruppe, in der sie zu Abenden mit Gesellschaftsspielen einlud. „Ich spiele nämlich sehr gerne Doppelkopf“, sagt sie. „Und da dachte ich mir, vielleicht hat noch wer anders Lust darauf.“

Und tatsächlich meldeten sich die ersten bei ihr. „Ich weiß noch, dass die ersten Treffen bei mir in der Wohnung stattfanden“, erinnert sich Hienstorfer. Mittlerweile reserviert sie für die Abende einen Tisch im Restaurant „Martins.“ Für jeden ersten Dienstag im Monat. Aktuell hätte die Gruppe 15 Mitglieder. Die würden nicht immer alle erscheinen. Das müssen sie auch gar nicht. „Aber vier Leute müssen schon kommen, sonst können wir kein Doppelkopf spielen.“

Diesmal sind sie zu fünft. Das bedeutet, dass einer immer aussetzen muss. In diesem Fall ist das Ann-Kathrin Weiland. In der Zwischenzeit fängt sie an zu erzählen. „Ich bin über diesen Zettel im Briefkasten auf die Plattform aufmerksam geworden“, sagt sie. Damit meint sie die Flugblätter eines oder mehrerer Nachbarn aus dem Viertel, die dazu einladen bei nebenan.de mitzumachen.

Ohne das Online-Portal hätten sich die fünf Schweriner vielleicht nie kennengelernt. Denn eigentlich wohnen sie in verschiedenen Stadtteilen.

„So lernt man aber neue Leute kennen und kommt aus dem Alltagstrott raus“, sagt Weiland und schaut in die Runde. Dabei strahlt sie übers ganze Gesicht. Mittlerweile sind die monatlichen Doppelkopf-Abende für die fünf „Nachbarn“ ein fester Bestandteil im Monat.

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