800 Jahre Uelitz : Ohne Festumzug geht es nicht

Die Uelitzer Jubiläumsfeiern werden von Karin Ihde und Anke Dahl (r.) mitgestaltet. Kleine Tafeln an den Ortseingängen weisen darauf hin, an der große im Ortskern sind die Termine zu finden.
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Die Uelitzer Jubiläumsfeiern werden von Karin Ihde und Anke Dahl (r.) mitgestaltet. Kleine Tafeln an den Ortseingängen weisen darauf hin, an der große im Ortskern sind die Termine zu finden.

Das Dorf Uelitz feiert seine Ersterwähnung vor 800 Jahren: Karin Ihde und Anke Dahl gehören zum Festkomitee

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09. Februar 2018, 08:00 Uhr

Anke Dahl ist ein Uelitzer Mädchen, Karin Ihde zog vor Jahrzehnten der Lieben wegen hierher. Was beide Frauen verbindet, ist ihr Engagement für das Dorf. Und da Uelitz vor genau 800 Jahren erstmals erwähnt wurde, ist das Engagement derzeit besonders gefragt: Anke Dahl und Karin Ihde gehören dem vor einem Jahr gebildeten Festkomitee an.

Bei der 52- und der 62-Jährigen laufen die Fäden für den großen Umzug zusammen, der am Festwochenende Mitte Juni durchs Dorf rollen soll. „Wir haben lange überlegt, ob wir uns an einen Umzug wagen sollen“, erzählt Karin Ihde. „Aber ohne geht es auch nicht.“ Und es gibt schon konkrete Vorstellungen und erste Zusagen. So sollen der Bürgermeister und die Pastorin den bunten Tross anführen. „In historischen Gewändern“, wie Anke Dahl verrät. Natürlich wird die Uelitzer Feuerwehr dabei sein. Gewerbetreibende und Landwirte sind eingeladen, sich mit historischer und moderner Technik einzureihen. Gleiches gilt für Vereine aus dem Dorf und der Umgebung. Und die Uelitzer selbst dürfen natürlich mitmachen. „Schön wäre es, wenn sich Nachbarn gemeinsam präsentieren“, fügt Anke Dahl an. Wer mitmachen möchte, kann sich direkt an Anke Dahl wenden. Sie arbeitet im Amt Ludwigslust-Land und ist per E-Mail an a.dahl@amt-ludwigslust-land.de zu erreichen. „Vielleicht bekommen wir sogar noch Hinweise, wo die Fahne des Uelitzer Fahrradvereins geblieben ist“, fügt Karin Ihde hinzu. Denn in den 1920er-Jahren hat es einen solchen Verein gegeben haben. Zu Nazizeiten wurde dieser aufgelöst, weil die Radler ihre Statuten nicht ändern wollten. Die Fahne soll vor Jahren im Internet angeboten und nach Österreich verkauft worden sein. „Vielleicht findet sich ja eine Spur zum heutigen Eigentümer“, hofft Anke Dahl. Den würden die Uelitzer dann bitten, die Fahne für den Umzug zur Verfügung zu stellen. „Das wäre natürlich ein ganz besonderer Hingucker.“

Der Umzug soll aber nur einer der Höhepunkte zum Dorfjubiläum sein: Ebenfalls am Festwochenende wird die Ortschronik präsentiert, an der ein Autorenteam seit 2011 arbeitet. Eine Tombola und ein Wettbewerb um den am schönsten gestalteten Vorgarten gehören ebenfalls zum Festprogramm. Karin Ihde freut sich zudem auf den Auftritt der Rastower Kindergarten-Kinder. Die „Lütten Swölken“ werden ein plattdeutsches Programm darbieten, das die Erzieherin und zwei ihrer Kolleginnen mit den Kleinen einstudieren wird.

Veranstaltungen zum Dorfjubiläum gibt es aber nicht erst im Sommer. Nach dem Festgottesdienst im Januar folgt jeden Monat mindestens ein Angebot. So wird der Uelitzer Siegfried Kuntsche am 18. Februar um 15 Uhr im Gemeindehaus sein Buch über die Geschichte der Akademie der Landwirtschaften der DDR vorstellen. Dabei spielen Einrichtungen im heutigen MV eine wichtige Rolle. Und am 23. Februar berichtet Roland Neugebauer von 19 Uhr an von seiner Himalaya-Tour.

Zudem achten die Uelitzer darauf, sich nicht mit den Lübessern zu überschneiden, denn auch das Nachbardorf feiert sein 800-jähriges Bestehen. Beide Orte wurden auf einer Schenkungsurkunde gemeinsam erwähnt, als die Schweriner Grafen dem Kloster Reinfeld Land übertrugen.

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