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Helios-Kliniken Schwerin : Schaf Wilma möchte ein Pony sein

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf dem Gelände des Schweriner Krankenhauses sind die Tiere los – vier Pferde, zwei Ponys, ein Schaf und eine Ziege wohnen hier

nnn.de von
erstellt am 07.Dez.2017 | 11:50 Uhr

Steril, mit wenig Farben auf den Fluren und in den Zimmern, etwas trist und unpersönlich – so wirken viele Krankenhäuser auf Patienten und Besucher. Auch die Schweriner Helios-Kliniken erwecken auf einigen Stationen diesen Eindruck. Am Rande des riesigen Geländes auf dem Sachsenberg herrscht jedoch eine andere Atmosphäre. Hier kann ein bisschen Landluft in der Stadt geschnuppert werden, denn in den Ställen sind die Tiere der Abteilung „Tiergestützte Therapie“ zuhause.

Neugierig blickt Wilma den Patienten entgegen. Das Schaf steht im Stall gemeinsam mit Geri in einer Box, das Pony wird aufmerksam von Wilma beschützt. „Sie denkt, sie ist ein Pony“, erzählt Therapeutin Andrea Gabriel-Vogt mit einem Lachen. „Wenn wir auf der Weide andere Schafe treffen, zeigt Wilma kein Interesse. Sie beschützt wie ein Hund unsere Ponys und Pferde.“ Draußen steht Ziege Emma angebunden an einem Pfahl. „Sie büxt manchmal aus, dann steht sie tagsüber alleine.“

Zwei große Pferde, Seppel und Maus, zwei kleine Pferde, Alfons und Anton, die beiden Ponys Goliath und Geri sowie Schaf Wilma und Ziege Emma stehen für die Arbeit der Therapeuten bereit. „Die Tiere sind sehr unvoreingenommen, so können die Patienten sich nicht nur ausprobieren und tragen lassen, sondern auch lernen, Kontrolle abzugeben und sich Dinge zuzutrauen“, erklärt Andrea Gabriel-Vogt. Aber auch die Körperwahrnehmung, das Gleichgewicht, Koordination und Konzentration sowie Selbstbewusstsein kann mit den extra ausgebildeten Tieren gestärkt werden. „Bei einem Spaziergang mit Schaf Wilma können die Patienten zum Beispiel lernen, sich durchzusetzen.“ Zur Gruppen- oder Einzeltherapie gehört übrigens auch, die Tiere zu versorgen. So würden die Patienten lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Eine Therapeutin für Kinder und Jugendliche, zwei für Erwachsene, darunter Andrea Gabriel-Vogt, sind bei den Schweriner Helios-Kliniken in der tiergestützten Therapie angestellt. Hilfe bekommen die Frauen von zwei Stallmeistern, die auch bei den Therapien unterstützend mitwirken. „Leider ist Reit-Therapeutin kein anerkannter Beruf“, sagt Gabriel-Vogt, die als Pferdewirtschaftsmeisterin eine Zusatzqualifikation für therapeutisches Reiten gemacht hat.

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