Stoppelcross in Goldenstädt : Schrauber geben hier alles

Zu früh ausgeschieden: Dieser rosafarbene Blitz schaffte kein ganzes Rennen und musste abtransportiert werden.
1 von 4
Zu früh ausgeschieden: Dieser rosafarbene Blitz schaffte kein ganzes Rennen und musste abtransportiert werden.

Beim Stoppelcross in Goldenstädt ging es heiß her, nicht nur unter den Männern

23-57693960_23-85279842_1481650574.JPG von
07. Juni 2015, 21:00 Uhr

Das Knattern wabert weit über die Dorfgrenzen hinaus. Es ist Wochenende, die Sonne scheint und zahlreiche Besucher haben es sich auf dem Wall rund um die Stoppelcrossbahn gemütlich gemacht. Mit viel Spaß verfolgen sie die Runden der nicht mehr ganz so formschönen Wagen. Hundert Meter von der Bahn entfernt ist bei Familie Mertins nicht an Entspannung zu denken. Schon gar nicht an Spaß. „Gib doch mal die Brechstange. Nein, nicht die große. Die kleine, wir wollen ja nichts kaputt machen“, sagt Stephan Mertins. Auf den ersten Blick klingt es wie purer Hohn. Denn der Wagen, an dem er mit seinem Bruder und Freunden schraubt, sieht ziemlich lädiert aus. Daran noch viel kaputtzumachen – das ist möglich? „Na klar. Der Dreieckslenker ist verbogen. Das krieg ich aber wieder hin. Nur eben nicht mit Gewalt. Nur mit Kraft“, erklärt er und setzt die Eisenstange an. Es klappt nicht. Dabei gibt es seelische Unterstützung und gute Tipps zuhauf: Denn Vater Mertins und auch alle anderen aus dem Team reden auf ihn ein. Stephan nimmt es gelassen, wühlt im Werkzeug. Davon hat das Team der „Black Red Boldela“ stets reichlich an Bord – mittlerweile auch vor ihrem Zelt ausgebreitet.  Zwar sind es nur sechs Rennen, die alle Fahrer im Jahr bestreiten, aber dafür müsse man immer gut vorbereitet sein“, erklärt Klaus Mertins. Nicht nur er und seine Jungs sind Feuer und Flamme für das Stoppelcross-Hobby. „Ich bin selbst gefahren und unterstütze die Männer“, erklärt Ariane Mertins. Es gebe zwar immer wieder mal Momente, wo auch ihr der Atem stockt und der Puls nach oben schlägt. „Bisher sind wir von schweren Unfällen verschont geblieben“, sagt sie. Mittlerweile hat Ariane Mertins weibliche Unterstützung bekommen: Laura Appe. Die Freundin ihres Sohnes konnte erst gar nichts mit dem Hobby anfangen. „Aber dann bin ich mitgefahren, später selbst gefahren und nun gehöre ich zum Team“, sagt die 16-Jährige sichtlich stolz. Dass ihre Freundinnen lieber shoppen gehen oder über Make-up reden, macht ihr nichts aus. „Das hier macht mehr Spaß. Diesen Adrenalin-Kick bekommt man beim Shoppen nicht.“ Sie schaffte es am Sonnabend auf Rang drei.

Auch Wolfgang Alkewitz sucht Jahr für Jahr dieses ganz besondere Gefühl: „Eine Rennrunde ist besser als jede Massage und dann die Geschwindigkeit – besser gehts nicht.“ Der Söhringer ist mit 55 Jahren der älteste Starter. Und stets an seiner Seite ist sein Vater Fritz. Der 77-Jährige hat selbst zwar noch keine Runde in einem der Wagen gedreht, aber hilft, wenn Reparaturen anstehen. Alkewitz, den meisten Rennteilnehmern und Gästen nur als „Fuxi“ bekannt, setzte am Wochenende auch wieder auf seinen roten Golf. „Leicht muss er sein, die Marke ist egal. Nach drei Jahren kennst du all seine Macken und dann gehts richtig los.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen