DAK-Gesundheitsreport : Schweriner leben gesünder

Für Menschen mit Depressionen erscheint die Welt oft dunkel und grau.
Für Menschen mit Depressionen erscheint die Welt oft dunkel und grau.

Krankenstand in der Stadt deutlich unter dem Landesdurchschnitt

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04. Februar 2020, 05:00 Uhr

Der Krankenstand in Schwerin und der Region um die Landeshauptstadt ist leicht gesunken. Das weist der aktuelle DAK-Gesundheitsreport aus. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,1 Prozentpunkte ab. Besonderheit der Landeshauptstadt: Mit 4,7 Prozent lag der Krankenstand in Schwerin deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

 Fehltage wegen Depressionen um 13 Prozent gesunken

Die aktuelle Analyse für die Region Schwerin zeigt zudem die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Besonders auffällig: Die Fehltage bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände sanken um 13 Prozent. Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Erkältungen und Mandelentzündungen sorgten für fünf Prozent weniger Ausfalltage. Ihr Anteil am gesamten Krankenstand beträgt mittlerweile mehr als 16 Prozent. Den Hauptanteil an krankheitsbedingten Fehltagen indes bilden Muskel-Skelett-Erkrankungen. Sie sorgten für mehr als jeden fünften Ausfalltag.

„Mit unseren Analysen zum Krankenstand in der Region Schwerin setzen wir gezielt beim Betrieblichen Gesundheitsmanagement an und bieten Arbeitgebern konkrete Hilfe“, sagt Kathrin Lamprecht, Chefin der DAK-Gesundheit in Schwerin, zum Hintergrund der Studie. In Schwerin und der Region hat die Krankenkasse rund 28 000 Versicherte.

Video: Die Notaufnahme der Schweriner Helios-Kliniken: Zwischen Leben und Tod

In ihrem aktuellen Gesundheitsreport untersucht die DAK-Gesundheit auch ganz gezielt, wie viele Erwerbstätige mit gravierenden Problemen durch Sucht, und zwar Alkohol, Zigaretten und Computerspiele, zu kämpfen haben. Dafür wertete das IGES-Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern aus. Eine repräsentative Befragung von 5000 Beschäftigten sowie eine Expertenbefragung geben Aufschluss über die Verbreitung und den Umgang mit den verschiedenen Suchtmitteln.

80 Prozent der Erwerbstätigen trinken regelmäßig Alkohol

Das Fazit: Der Großteil der Krankmeldungen bei Suchtproblemen ist in Mecklenburg-Vorpommern auf Alkohol zurückzuführen. 80 Prozent der Erwerbstätigen trinken regelmäßig Alkohol. Hoher Alkoholkonsum wirke sich auch auf den Arbeitsalltag aus. So gab bundesweit jeder zehnte Arbeitnehmer mit riskantem Trinkverhalten an, in den letzten drei Monaten wegen Alkohol abgelenkt oder unkonzentriert bei der Arbeit gewesen zu sein. „Die Zahl der Betroffenen macht uns Sorgen. Der riskante Umgang mit Alkohol hat auch gravierende Folgen in der Arbeitswelt“, sagt Kathrin Lamprecht. „Wir wollen eine offene Debatte anstoßen. Wir müssen hinsehen, hinhören und handeln, um Betroffene nicht allein zu lassen.“ Die DAK biete dafür jetzt ein neues Online-Selbsthilfeprogramm an.

Die verbreitetste Sucht in MV ist nach wie vor das Rauchen. 20,7 Prozent der Erwerbstätigen sind zigarettenabhängig. Etwa jeder zweite Raucher raucht auch während der Arbeitszeit – also außerhalb der Pausen.

Erstmals hat der Report auch das Thema Gaming und seine Auswirkungen auf die Arbeitswelt untersucht. Demnach spielen rund 55 Prozent der Arbeitnehmer in MV Computerspiele. Bundesweit gelten 6,5 Prozent der Erwerbstätigen als riskante Gamer.


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