Seehof : Seehof investiert eine Million Euro

Sicherheit geht vor: Der Mindestabstand wurde bei der Gemeindevertretersitzung die ganze Zeit eingehalten.
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Sicherheit geht vor: Der Mindestabstand wurde bei der Gemeindevertretersitzung die ganze Zeit eingehalten.

Kommunalpolitiker trafen sich trotz Corona zur Gemeindevertretersitzung, weil der Haushalt beschlossen werden musste

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23. April 2020, 05:00 Uhr

Gäste müssen sich mit Namen, Adresse und Telefonnummer in eine Liste eintragen. Vor dem Raum liegen Mund-Nasen-Schutze bereit, die gegen eine Spende mitgenommen werden können. Die Tische und Stühle stehen alle mindestens anderthalb Meter auseinander. So sieht in Zeiten der Corona-Pandemie eine Sitzung der Gemeindevertretung in Seehof aus. „Ich bin extra am Vormittag noch mal durch den Raum gegangen und habe mit einem Zollstock den Abstand nachgemessen“, sagt Bürgermeister Claus Wergin.

Zwar sagt die Verordnung der Landesregierung MV gegen das neuartige Coronavirus vom 17. April, dass „Sitzungen kommunaler Vertretungen und sonstiger kommunaler Gremien auf das absolut notwendige, unaufschiebbare Maß zu beschränken sind“. Doch es gibt Themen, die lassen sich nicht im Umlaufverfahren oder per Videokonferenz besprechen. Dazu gehört auch der Haushalt, der in Seehof beschlossen werden musste.

Mehr als eine Million Euro, genauer gesagt 1 144 140 Euro, wird die Gemeinde in diesem Jahr ausgeben. „Wir werden kräftig investieren und Seehof damit zukunftsfähig machen“, erklärt Claus Wergin. „Wir werden aber zugleich auch die Aufgaben der Feuerwehr mit weiteren Mitteln stärken, die sozialen Aufgaben der Gemeinde ausbauen und unsere Gemeinde verschönern.“

Das größte Vorhaben ist dabei der Bau einer neuen Kindertagesstätte, die insgesamt 1 775 000 Euro kosten wird, wovon ein Teil aus Fördermitteln finanziert wird. Es sollen aber auch zehn weitere Parkbänke sowie zwei Telefonzellen für eine Tauchbibliothek gekauft werden. Zudem wird am Ahornweg ein neuer Spielplatz errichtet, im Holunderweg entsteht ein unterirdischer Löschwasserbehälter, der Dorfteich bekommt eine Saugleitung, in der Dorfstraße wird eine mobile Geschwindigkeitsanzeige aufgebaut. Ein weiterer großer Kostenpunkt ist die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges für 450 000 Euro. Neben den zahlreichen Investitionen werden auch die Ausgaben für die Verwaltung erhöht. So gibt es mehr Geld für die Feuerwehr, die Schulumlage steigt ebenso wie die Ausgaben für Kultur- und Heimatpflege.

Dass die Gemeinde so aus den Vollen schöpfen kann, liegt laut Wergin an der sachgerechten und sparsamen Haushaltsaufstellung. „Zudem erhalten wir durch Umlagen, Zuweisungen und den Einsparnissen des Kindertagesförderungsgesetzes 150 000 Euro mehr an Einnahmen als vergangenes Jahr“, so der Gemeindechef, der sich ebenso über ein ausgeglichenes Saldo freut. So macht die Gemeinde mit 490 Euro beim Jahresabschluss sogar ein leichtes Plus.

Nach vielen Sitzungen, Debatten und Auseinandersetzungen sei er erleichtert, dass der Haushalt einstimmig beschlossen worden sei. „Nun können wir endlich damit beginnen, die neuen Ideen und Vorhaben, die nach Neuwahl der Gemeindevertretung entstanden sind, umzusetzen.“

Während sich die neun Kommunalpolitiker beim Thema Haushalt einig sind, führt die Nachbesetzung eines sachkundigen Einwohners für den Sozialausschuss zu heftigen Diskussionen. Wilhelm Scholz besteht darauf, dass sich an die Liste für die Nachbesetzung gehalten werde. Demnach rückt Rainer Behrend in den Ausschuss. Doch der habe mit seiner Vorstellung in dem Gremium nicht überzeugt, so Brunhilde Quednau. Und auch für Wergin zählt bei der Nachbesetzung vor allem die Sachkunde der Einwohner. „Die Fachlichkeit ist ein entscheidender Faktor und nicht die politische Herkunft oder Zugehörigkeit.“ Er favorisiert die Sportlehrerin Kathleen Schöps. Sie wird mit sechs Stimmen gewählt, drei Stimmen gibt es für Rainer Behrendt.

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