Schwerin : Sie wird überall in der Stadt gegrüßt

Sie ist die gute Seele der Goldschmiede Ahnsorge in der Schusterstraße: Gabriela Brauns liebt ihre Arbeit.
Sie ist die gute Seele der Goldschmiede Ahnsorge in der Schusterstraße: Gabriela Brauns liebt ihre Arbeit.

Gabriela Brauns ist die gute Seele der Goldschmiede Ahnsorge in der Schweriner Schusterstraße

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11. Juli 2018, 12:00 Uhr

Ihre freundliche Art kommt an. Zumal Gabriela Brauns besonders gut im Zuhören ist. Eine Fähigkeit, die in unserer schnelllebigen Zeit immer seltener wird. Die 47-Jährige ist gelernte Goldschmiedin, hat den Beruf Facharbeiterin für Edelmetall, Fachrichtung Goldschmied, 1987 zweieinhalb Jahre lang gelernt und ist geblieben. Nämlich beim heutigen Inhaber des kleinen Geschäftes Ahnsorge in der Schusterstraße. „Wir sind wie eine kleine Familie“, bekennt Hans-Joachim Krömer. Der 47-Jährige weiß das berufliche Engagement seiner treuen Seele sehr zu schätzen. Sie dekoriert mit dem Chef zusammen nicht nur die Schaufenster und kümmert sich um den Bürokram, sondern kauft Schmuck sowie Steine auf Messen ein. „Ich kann bestens einkaufen, da habe ich ein gutes Händchen und kenne mich aus. Ich entscheide mich oft in Sekunden“, berichtet die gebürtige Schwerinerin. Viele Kunden kämen eigens wegen ihrer Person. „Sie plaudern mit mir gern über Privates und Berufliches. Alltag und Urlaub sind zwei weitere Themen, über die ich mich gern unterhalte. Ich werde überall in der Stadt gegrüßt. Schwerin ist ein Dorf“, erzählt Gabriela Brauns, die nach eigenem Bekunden sehr gut Ketten aufzuziehen vermag. „Ja, darin ist sie eine wahre Spezialistin“, lobt Hans-Joachim Krömer, der das absolute Vertrauensverhältnis, das sie über die Jahre gegenseitig aufgebaut hätten, hervorhebt. Man sei ein eingespieltes Team und verstehe sich wortlos, wie ein altes Ehepaar. Das müsse man schließlich auch, denn es gehe in seinem Geschäft um den Handel mit Werten.

„Früher haben die Kunden gedacht, ich bin die Tochter von Michael Ahnsorge, dem vorherigen Goldschmiede-Inhaber“, erinnert sich Gabriela Brauns schmunzelnd. Und, dass vor der Wende nur einmal pro Woche geöffnet war, immer donnerstags von 9 bis 18 Uhr. „Die Leute standen Schlange, wenn es etwas ohne Goldabgabe gab. Einige haben sogar nachts mit Stühlen vor dem Geschäft gesessen und gewartet, dass wir aufmachen.“

Dieser riesige Andrang hat nachgelassen. „In den 90er-Jahren gab es einen enormen Nachholebedarf, der hat das Geschäft angekurbelt. Aber reich wird man als Goldschmied nicht, auch wenn sich dieses Gerücht hartnäckig hält“, sagt Hans-Joachim Krömer, der in unserer Konsum- und Überflussgesellschaft einen Trend zum Minimalistischen auch bei seiner Kundschaft ausgemacht haben will. „Weniger ist mehr.“

Dass auch viele Besucher der Stadt den Weg in die Schusterstraße aufspüren, findet das Duo prima. „Wir haben zwar eine feste Klientel, also Stammkundschaft, freuen uns aber natürlich über jedes neue Gesicht, dass das Geschäft betritt“, erklärt Gabriela Brauns. Und zuppelt an einer Kette in der beleuchteten Vitrine herum. „Der Schmuck ist unser Aushängeschild. Er muss deshalb bestmöglich platziert sein.“

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