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Demener Sportfischer : Torfgrube wurde zum Fischteich

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Demener Sportfischer haben fünf Gewässer zur Auswahl, aber im Moorloch darf nur am Wochenende geangelt werden

nnn.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 12:00 Uhr

In Deutschland gibt es mehr als 620 000 eingetragene Vereine. Dort treffen sich Menschen, um Sport zu treiben, ihren Hobbys nachzugehen, Traditionen und Kultur zu pflegen, zu helfen oder zu fördern. Die SVZ besucht einige der mehr als 100 Vereine im Schweriner Umland, um zu erfahren, warum sich Menschen in Vereinen engagieren, was ihnen wichtig ist und mit welchen Problemen sie dort zu kämpfen haben. Heute stellen wir den Verein Demener Sportfischer vor.

Als die Landwirte vor Jahrzehnten Torfboden aushoben, um damit die Qualität ihrer Böden zu verbessern, füllten sich die Gruben irgendwann mit Grundwasser. So wie das Moorloch bei Demen. Wenn Jörg Scheel in den Tümpel steigen würde, dann stünde ihm das Wasser nur bis zur Hüfte. Schwimmen zu gehen, das macht im Tiefen See nebenan viel mehr Spaß. Jörg Scheel ist aber lieber am Moorloch, um zwei Sachen zu genießen: die Ruhe und das Angeln. Das mit der Ruhe, die kann er dort immer haben. „Angeln geht nur am Wochenende“, sagt der Vorsitzende des Vereins Demener Sportfischer. Und wer dann im Moorloch Karpfen, Aal oder Wels ködert, muss auch Vereinsmitglied sein und darf maximal zwei Fische aus dem Wasser ziehen. „Wir wollen mit dieser Regelung eine Überfischung verhindern“, sagt Scheel.

Etwa 80 Mitglieder hat der Verein heute. Zu viele für ein halbes Hektar großes Kleingewässer, dass der Verein zum Fischen von der Gemeinde gepachtet hat. Mit Dorfsee, Tiefer See, Fauler See und Barschkuhle haben die Angler noch vier weitere Gemeinde-Reviere in der Region, die der Landesanglerverband besetzt, pflegt und befischt.

Es gab mal Zeiten, da hatte der 1961 gegründete Club 140 Mitglieder. „Mit der Wende hat sich das geändert“, weiß Scheel. Zwar schloss sich die Angler-Truppe der nahe liegenden Militärbasis nach deren Auflösung dem Verein an, „doch viele Mitglieder zogen in den Westen“, so Scheel. Einige blieben trotz Ortswechsels im Verein, kommen manchmal aus dem Ruhrgebiet oder Thüringen vorbei, um mit den ehemaligen Weggefährten zu schwätzen und zu fischen. Auch wenn auf dem Vereinsgelände kein Clubhaus steht, Vereinsleben findet trotzdem statt. Mitgliederversammlungen gibt es in der Dorfgaststätte Winkelkrug, geladen wird zum Osterfest oder wie zuletzt zu einem Seifenkistenrennen, das der Klub seit zwei Jahren organisiert. Auch wenn die meisten Mitglieder der Angelfreunde noch nicht zum ganz alten Eisen gehören, „Nachwuchs hätten wir auch ganz gerne“, sagt Jörg Scheel. Neue Mitglieder bei den Kleingewässeranglern sind willkommen, und wer will, kann auch dort seine Ruhe haben. Am Moorloch zum Beispiel.

 

Zwei-Tonnen-Hai am Haken

 Mal einen richtig dicken Fisch am Haken zu haben, das ist der Traum vieler Angler. Im Juni vergangenen Jahres berichtete das englische Fachmagazin „Angling Times“ darüber, dass  der  Haiforscher und Filmemacher Chris Fischer – diesen Namen trägt er tatsächlich – nicht nur einen 800 Pfund schweren Merlin aus dem Wasser gezogen hat, sondern einmal auch einen über zwei Tonnen schweren Weißen Hai. Dies gilt als der größte mit der Angel gefangene Fisch. 

Laut Fachmagazin war der Köder ein knapp 20 Kilogramm schweres Stück Thunfisch, angepriesen an einem Mustad-Haken der Größe 27/0. Weil Haifische  Zähne haben, hing der Haken an einer Stahlkette, die wiederum an einem Stahlseil mit 1000 Pfund Tragkraft hing. Den Drill übernahm eine Winde. Geangelt wurde der Hai aber nicht  aus Jux und Dallerei, sondern wurde aus wissenschaftlichen Gründen geködert und für umfangreiche Untersuchungen an Bord gezogen.

Solch ein Fang im Demener Moorloch ist nicht zu erwarten. Und das ist auch gut so.

 

 

 

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