Lübz : Einst Amtshaus, heute Bürgerhaus

Das heutige Bürgerhaus der Stadt Lübz.
Das heutige Bürgerhaus der Stadt Lübz.

Tag des offenen Denkmals in der Eldestadt: Verein Lübzer Land führte durch Räume und Etagen des ehemaligen Amtsgebäudes

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09. September 2019, 12:00 Uhr

Mit einmal klopft es an der Tür des heutigen Bürgerhauses der Stadt Lübz. Ilona Paschke vom Verein Lübzer Land unterbricht ihren Vortrag und geht zurück zum Eingang. Elke und Andreas Lindner, Urlauber aus Zwickau, kommen zügig herein und stellen sich zur siebenköpfigen Besuchergruppe in einem der Räume der Stadtbibliothek. Die Führung zum Tag des offenen Denkmals durch das ehemalige Amtsgebäude kann nun weitergehen.

Ilona Paschke erzählt: „Die heutige Stadt- und Kinderbibliothek verfügt über 19000 Medien. An den Wänden sehen Sie Werke der Lübzerin Julia Theek und befreundeten Künstlern.“ Die Blicke der Besucher wandern von den Bücherregalen zu den Wänden. Neben den Bildern sind an einigen Stellen Risse zu entdecken, die Ilona Paschke in ihren Ausführungen nicht verschweigt. „Sie sehen immer wieder Setzungsrisse, das heißt, das Gebäude arbeitet auch heute noch. Die Wände bestehen unter anderem aus Lehmputz und zudem ist das Haus auf morastigem Untergrund gebaut“, erklärt die Lübzerin die kleineren, unvermeidbaren Schäden.

Die Risse beeinträchtigen dennoch nicht das Bild, welches die Gäste offenbar vom Inneren des heutigen Bürgerhauses bekommen. Neben der Menge der vielen Bücher, CDs und DVDs für kleine und große Nutzer, bestaunen sie die großzügigen Räume, die restaurierten Fenster und Türen. „Die Gestaltung des Gebäudes wurde nach historischen Befunden rekonstruiert“, erzählt Ilona Paschke. Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten ab 1994, sei versucht worden, die „historische Farbigkeit“ aus früheren Zeiten wiederherzustellen.

Von der Bücherei für Erwachsene geht es in den Bürgersaal, heutzutage wird dieser für diverse Veranstaltungen und für die Stadtvertretersitzung genutzt. Vom bodentiefen Fenster ging einst eine hölzerne Treppe hinab, ist an dieser Stelle der Führung zu erfahren.

Nach der Begehung der unteren Etage, geht es hoch ins Obergeschoss. Auf der rechten Seite ist seit 2015 die Historische Bibliothek untergebracht. Die Besucher kommen ins Staunen, welche verborgenen Schätze hier zu finden sind. Schulbücher, Nachschlagewerke, Kinderbücher und Gedichtbände, teils aus DDR-Zeiten, teils aus Zeiten vor den Kriegen. Ilona Paschke betont, dass auch die Historische Bibliothek nach Absprache für alle Nutzer zugänglich ist.

Das historische Gebäude auf dem Lübzer Burghügel wurde im Jahr 1759 als Herzogliches Amtsgebäude errichtet. Etwa 120 Jahre später war hier das größte Amt im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin ansässig, erzählt Ilona Paschke im anschließenden SVZ-Gespräch. Ende 1925 sei die Amtsordnung geändert worden, so dass das Amt nach Parchim verlegt worden war. „Ein großer Verlust für Lübz“, so Paschke weiter. Zu DDR-Zeiten war der „Rat des Kreises“ in dem Denkmal untergebracht, nach der Wende ging es wieder in städtische Hände. Ihren Blick über den Marktplatz schweifend sagt Ilona Paschke: „Mit der Sanierung der Innenstadt ist hier einiges passiert.“

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