Niederdeutsch : Wat Liew un Säl tausamen hölt

Geselliges Beisammensein auf Plattdütsch: Die Goldberger Plattsnackers treffen sich alle zwei Wochen.  Fotos: monika maria degner
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Geselliges Beisammensein auf Plattdütsch: Die Goldberger Plattsnackers treffen sich alle zwei Wochen. Fotos: monika maria degner

Die Goldberger Plattsnackers führten im Haus der evangelischen Gemeinde ihr neues Programm auf

nnn.de von
11. November 2017, 12:00 Uhr

Um „Äten un Drinken“ ging es in einer „gauden Stund“ im Goldberger Gemeindehaus. Vierzehn Plattsnackers haben den Versammlungsraum erobert, sich an der Stirnwand unter dem Kreuz adrett versammelt, flankiert von zwei Musikanten, der eine hat die Gitarre mit, der andere sein Akkordeon. Hier und da blitzte ein schmales Büchlein auf, eher ein Broschürenformat: niederdeutsche Dichtung von Rudolf Tarnow.

Mit dem Vortrag niederdeutscher „Leuschen“ von Tarnow, die im Wechsel von Plattsnackers beiderlei Geschlechts vorgelesen wurden, offenbarte sich die unvergessene Nordsprache in einem Gewand, das den mentalen Sound, den Geist, der mit dieser Sprache einhergeht, erfasst. Platt ist Volkssprache geblieben, während das Hochdeutsche historisch die Sprache der Kanzleien und Ämter, der Höfe und Parlamente, der gebildeten Schichten, kurz, der Ordnungsmächte wurde. Hochdeutsch ist auch Herrschaftssprache.

Natürlich und volksnah hingegen ist der Ausdruck der Leuschen Tarnows. Sprache und Volkswitz scheinen untrennbar miteinander verschmolzen. Sprich: Der „Witz“, die Geschichte mitsamt Pointe gewinnt erst richtig durch den Charakter des Plattdeutschen. Aber eine Art selbstbewusster Bescheidenheit spricht nicht nur aus den Geschichten Tarnows, sondern auch aus persönlichen Äußerungen des Autors. Waltraud Komorowski – die ehemalige Lehrerin hielt die Ansprache zur Vorstellung – zitierte seine Antwort, als er 1927 mit sechzig Jahren gebeten wurde, seinen Werdegang niederzuschreiben. Nichts sei ihm widerlicher, antwortete er. Er habe bloß genauso gelebt wie alle guten Christenmenschen.

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