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Gegenwärtige Anlagen nicht ausreichend : Zusätzlicher Flutschutz für Heiddorf

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"Heiddorf ist ein absoluter Schwachpunkt im Hochwasserschutz. Deshalb müssen wir uns mit Hochdruck Heiddorf widmen", so Frank Müller vom StALU Westmecklenburg auf der ersten Informationsberatung zu diesem Thema.

"Heiddorf ist ein absoluter Schwachpunkt im Hochwasserschutz. Deshalb müssen wir uns mit Hochdruck Heiddorf widmen." Das sagte Abteilungsleiter Frank Müller vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU) Mittwochabend einleitend auf der ersten Informationsberatung zu diesem Thema. Bürgermeister Burkhard Thees begrüßte zu der Veranstaltung im Forsthaus Kaliß unter anderem Vertreter des Landkreises, von Wasser- und Bodenverband, ZkWAL, Straßenbauamt und Bundeswehr. Konkret ging es um erste Informationen, wie Heiddorf bei künftigen Hochwasserereignissen geschützt werden kann.

Das Problem besteht darin, dass das gegenwärtige Hochwasserschutzsystem in Heiddorf und Neu Kaliß auf das Bemessungshochwasser aus 1983 (17,35 m Normalhöhennull, NHN) an der Mündung der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) in die Elbe ausgerichtet ist. Dementsprechend ausgelegt sind auch die vorhandenen Schutzanlagen. Nicht berücksichtigt ist dabei ein Eigenhochwasser der MEW. Wenn beide Hochwasser zusammentreffen, droht Heiddorf eine Überflutung. Dezernent Michael Brüdigam vom StALU erläuterte anhand einer Analysekarte zu einem möglichen Hochwasserereignis, dass dann beiderseits der MEW in dem Gebiet mit einer Wasserhöhe von 0,5 bis 4 Metern gerechnet werden müsse.

Deshalb ist jetzt geplant, Heiddorf durch eine Spundwand und einen Erdwall zusätzlich zu den bestehenden Anlagen zu schützen. Die Spundwand entlang der B 191 soll fast 700 Meter lang werden, ca. 70 Zentimeter hoch sein und somit auf ein Bemessungshochwasser von bis zu 18,10 m NHN ausgerichtet sein. Laut Planung handelt es sich um eine fest im Boden verankerte Metallwand mit zwei Scharten, die durch mobile Teile verschlossen sind. Im Interesse des Dorfbildes soll die Wand durch Klinkersteine verkleidet werden.

Als weiterer Schutz ist ein 270 Meter langer Erddamm aus Sand mit einer Lehmschürze auf der Halbinsel "Findenwirunshier" unterhalb der Mühle vorgesehen. Auf der Halbinsel, die von der MEW und der Alten Elde umfasst wird, steht auch die VS-Kita Neu Kaliß, die durch die Juni-Flut in Mitleidenschaft gezogen worden war. Nach einem Hinweis auf der Beratung sollen zum Schutz der Kita zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.

Nach bisherigen Voraussagen kostet der Bau der Spundwand ca. 1,5 Millionen Euro, weitere 200 000 Euro die Errichtung des Erdwalls. Dazu kommen noch Kosten u.a. für Vermessung, Untersuchung des Baugrunds und bei Verdacht für die Suche nach Fundmunition. Bürgermeister Thees geht davon aus, dass die Realisierung der Schutzmaßnahmen bereits 2015 stattfinden kann. Nach bisherigem Stand droht kein Streit mit den drei privaten Eigentümern, deren Grund und Boden betroffen sind. "Mit zwei Eigentümern haben wir bereits gesprochen, mit dem Dritten wird es bald ein Gespräch geben", sagte Burkhard Thees. "Wir denken, dass wir Einigkeit finden." Ein langwieriges Planfeststellungsverfahren drohe somit nicht. Im Frühjahr 2014 ist dann eine Informationsveranstaltung für die Einwohner vorgesehen.

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erstellt am 28.Nov.2013 | 11:02 Uhr

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