Wohnen : Wann der Handwerker haftet

Erwischt ein Handwerker beim Bohren eine Leitung, kann das größere Schäden zur Folge haben.
Erwischt ein Handwerker beim Bohren eine Leitung, kann das größere Schäden zur Folge haben.

Eine Wasserleitung angebohrt oder den Farbeimer umgestoßen – wer kommt dafür auf?

nnn.de von
30. Dezember 2017, 16:00 Uhr

Für die Wohnungsrenovierung engagieren viele Fachleute. Doch auch einem sorgfältig arbeitenden Handwerker kann ein Fehler unterlaufen. Stellt sich die Frage: Wer steht für den Schaden gerade? Klare Antwort: Es gilt in der Regel das Verursacherprinzip: Derjenige muss für den Schaden aufkommen, der ihn angerichtet hat.

Mit der Auftragsvergabe an den Handwerker ist zwischen ihm und dem Auftraggeber ein Werkvertrag zustande gekommen. Damit ist die Fachfirma nicht nur verpflichtet, die vereinbarte Leistung zu erbringen, sondern muss auch das Eigentum des Auftraggebers pfleglich behandeln. Verursacht ein Mitarbeiter einen Schaden, haftet der Betrieb. Dem Gesetz zufolge haftet ein Unternehmer gegenüber dem Kunden auch für Schäden, die von Erfüllungsgehilfen, also seinen Mitarbeitern oder anderen von ihm beauftragten Personen verursacht wurden. Ein Unternehmer muss etwa auch für beauftragte Subunternehmen haften. Der Unternehmer kann prüfen, ob ihm der Verursacher einen Teil des Schadens ersetzen muss. Auch ein Mitarbeiter kann zur Verantwortung gezogen werden. „Ob es dazu kommt, hängt davon ab, inwieweit er vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt hat“, erklärt Rechtsanwältin Beate Heilmann. Hat der Mitarbeiter seine Sorgfaltspflicht verletzt, kann er in Teilhaftung genommen werden. Ist ein Missgeschick bei der Auftragsausführung passiert, liegt die Beweislast grundsätzlich beim Geschädigten. Er muss beweisen, dass ein Betrieb bei der Auftragsausführung einen Schaden verursacht hat.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) empfiehlt, dass Auftraggeber und Auftragnehmer in einem ersten Schritt Einvernehmen über den eingetretenen Schaden erzielen. Es sollte geklärt werden, dass ein Schaden entstanden ist und vom wem er verursacht wurde. „Für die Beweissicherung empfiehlt es sich, dass der Auftraggeber den Schaden schriftlich dokumentiert“, so Heilmann. Sinnvoll kann auch sein, Fotografien vom Schadensfall anzufertigen. Sind Personen wie etwa Ehegatten oder andere Familienangehörige in der Nähe, die im Streitfall bestätigen können, dass ein Schaden im Vorfeld nicht vorhanden war, sollten sie hinzugezogen werden.

Anders ist das Verfahren, wenn der Vermieter einen Handwerker beauftragt hat, in der Wohnung seines Mieters Renovierungsarbeiten vorzunehmen und es dabei zu einem Schaden kommt. „Ist beispielsweise versehentlich ein Eimer mit Kleister über den Fernseher gekippt worden, hat der Mieter grundsätzlich einen Anspruch gegen den Vermieter auf Ersatz des entstandenen Schadens“, so Heilmann. Auch der vom Vermieter beauftragte Handwerker ist „Erfüllungsgehilfe“ des Vermieters.

In der Regel lässt sich nach Angaben des ZDH eine Schadensbereinigung ohne weiteres herstellen. Besteht jedoch Uneinigkeit über den Schaden, kann die Gütestelle der Handwerkskammer oder der zuständigen Innung angerufen werden. Die Handwerksorganisationen vermitteln im Streitfall.

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