Für iPhone, Apple Watch, iPad und Mac : Apple Pay startet heute: Was Nutzer über den Bezahldienst wissen müssen

Apple Pay in Deutschland: Apple-Nutzer können auch in Geschäften mit iPhone oder Apple Watch bezahlen. Foto: dpa/Monica Davey
Apple Pay in Deutschland: Apple-Nutzer können auch in Geschäften mit iPhone oder Apple Watch bezahlen. Foto: dpa/Monica Davey

Apples Bezahldienst Apple Pay startet heute in Deutschland. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

nnn.de von
11. Dezember 2018, 07:08 Uhr

Hamburg | Was ist Apple Pay?

Apple Pay ist Apples eigener Bezahldienst, mit dem Apple-Nutzer in Geschäften, Apps und beim Online-Shopping bezahlen können. Apple Pay funktioniert ausschließlich mit iPhones, iPads, der Apple Watch und Mac-Computern. Im Internet kann Apple Pay als Alternative zu Paypal angesehen werden, im stationären Handel als Alternative zur kontaktlosen Kartenzahlung. In Amerika ist Apple Pay bereits 2014 an den Start gegangen, seitdem sind mehrere Länder dazugekommen, darunter die deutschen Nachbarländer Frankreich, Belgien, Holland, Schweiz oder Dänemark. An diesem Dienstag, gegen 7.30 Uhr, startet Apple Pay auch in Deutschland. (Weiterlesen: Wie Apples Gesundheits-App einen Mörder überführte)

Wie funktioniert Apple Pay?

Nutzer hinterlegen zunächst ihre Prepaid- oder Kreditkarten digital in der kostenlosen Apple-App "Wallet" (deutsch: Brieftasche). Girokarten soll der Dienst nach Informationen der Süddeutschen Zeitung zunächst nicht unterstützen. Die App nimmt außerdem Reisetickets oder Kundenkarten auf. In "Wallet" bestimmen Anwender, welche Karte als Standardkarte für Einkäufe verwendet werden soll. Alle dort hinterlegten Karten werden automatisch auf allen Geräten synchronisiert, die den Dienst unterstützen und mit derselben Apple-ID angemeldet sind. Eine Liste der Geräte, die Apple Pay unterstützen, finden Sie am Ende des Textes.

Sind mehrere Karten in der App hinterlegt, kann vor Käufen auch eine andere als die Standardkarte ausgewählt werden. Haben Nutzer eine Bankkarte für Apple Pay in der "Wallet"-App hinterlegt, kann der Dienst weltweit an Kontaktlos-Terminals genutzt werden – auch dann, wenn das Reiseland Apple Pay offiziell nicht unterstützt.

In Online-Shops, die Apple Pay unterstützen, steht der Dienst als eine Zahlungsmethode neben anderen zur Auswahl, zum Beispiel Kreditkartenzahlung, Rechnung oder Paypal.

Die schwarze Schaltfläche zeigt an, dass auf dieser Seite und in dieser App mit Apple Pay gezahlt werden kann. Foto: Apple
Die schwarze Schaltfläche zeigt an, dass auf dieser Seite und in dieser App mit Apple Pay gezahlt werden kann. Foto: Apple

In Geschäften übernehmen iPhone und Apple Watch die Aufgabe von kontaktlosen Bankkarten. An der Kasse können Kunden wie gewohnt sagen, dass sie "mit Karte" zahlen wollen, Apple Pay muss nicht explizit erwähnt werden. Anschließend wird das iPhone oder die Apple Watch sehr dicht an den Kartenterminal der Kasse gehalten, wie bislang bei kontaktloser Kartenzahlung. Am iPhone geben Nutzer die Zahlung per Fingerabdruck Touch-ID oder Gesichtserkennung Face-ID frei, alternativ per selbst gewähltem Code. Bei einer einer bereits per Code entsperrten Apple Watch wird Apple Pay direkt ausgelöst. (Weiterlesen: Bezahlen mit dem Smartphone – so funktioniert der neue Sparkassen-Service)

Fallen bei Apple Pay PIN oder Unterschrift weg?

Nein. Ob die Käufer bei Apple Pay einen PIN eintippen oder eine Unterschrift leisten müssen, hängt weiterhin vom Einkaufswert und dem Kartenanbieter ab. Es gelten die üblichen Einkaufslimits für kontaktlose Bezahlvorgänge, die die Anbieter aus Sicherheitsgründen festlegen: Bei Mastercard wird ab 25 Euro ein PIN verlangt, bei Visa in der Regel erst ab 50 Euro. Wird das festgelegte Limit überschritten, müssen Kunden in Geschäften weiterhin eine PIN am Kassenterminal eintippen oder eine Unterschrift auf dem Bon leisten.

Funktioniert Apple Pay in jedem Geschäft?

Apple Pay in Deutschland und weltweit funktioniert nur in Geschäften, in denen Kunden kontaktlos bezahlen können. Laut Volker Koppe, bei Visa zuständig für mobile Bezahlsysteme in Europa, sind aktuell rund 500.00 der 820.000 Kassenterminals in Deutschland mit NFC-Technik ausgestattet. Diese Zahl wird weiter steigen. Kunden erkennen für Apple Pay vorbereitete Terminals an diesen Symbolen:

Foto: Apple
Foto: Apple

Beachten müssen Kunden weiterhin, dass einige Geschäfte nur Girokarten akzeptieren, aber keine Kreditkarten. Ist in der "Wallet"-App nur eine Kreditkarte für Apple Pay hinterlegt, scheitert der Zahlvorgang.

Klappt Apple Pay ohne Empfang im Geschäft?

Ja, Apple Pay funktioniert in Deutschland und weltweit auch ohne Internetverbindung. Apple Pay nutzt einen Chip für die Nahfeldkommunikation (NFC), wie es Bankkarten für kontaktloses Bezahlen auch tun – und diese Karten kommen auch ohne Internetverbindung aus. Im Gegensatz zu den Karten benötigen iPhone und Apple Watch jedoch Strom. Bei leerem Akku sind keine Zahlungen möglich.

Ist Apple Pay sicher?

Bei der Technologie für Fingerabdruck- und Gesichtserkennung gilt Apple als führend in der Branche. Aber jede technische Lösung hat Schwachstellen. Zum Start von Apple Pay in den USA 2014 hatte Falk Garbsch vom Chaos Computer Club unserer Redaktion gesagt, dass Smartphones grundsätzlich eine Fülle von Möglichkeiten böten, über manipulierte Software in Bezahlvorgänge einzugreifen. Dies könne niemals ausgeschlossen werden, so der IT-Fachmann. Bislang gemeldete Betrugsmaschen basieren jedoch auf gestohlenen Kreditkarten- und Nutzerdaten, Apple Pay war nicht die Schwachstelle.

Theoretisch könnten Betrüger unerlaubt per Apple Pay bezahlen, wenn sie zuvor ein Apple-Gerät mit Touch-ID gestohlen und entsperrt haben und zusätzlich eine Kopie des Fingerabdrucks des Opfers gesichert haben; der Aufwand ist also beträchtlich. Noch schwieriger wird es bei Geräten mit Face-ID. Die Gesichtserkennung ist überaus präzise und lässt sich nicht von einem Foto des Opfers austricksen. Nur mit aufwendig und kostspielig angefertigten Gummimasken ist es bislang gelungen, Face-ID zu überlisten.

Welche Daten speichert Apple bei Apple Pay?

Konkurrent Google ist in Deutschland bereits mit Google Pay am Start – und verfolgt einen gänzlich anderen Ansatz als Apple. Der Suchmaschinenanbieter sammelt Informationen über das Einkaufsverhalten der Nutzer, verspricht aber, diese nicht an Dritte zu verkaufen oder für eigene Anzeigen zu verwenden. Apple gibt an, dass die Transaktionen nur für den Nutzer, den Händler und die Bank oder den Kartenaussteller einsehbar sind. Das Unternehmen speichere nicht einmal die mit Apple Pay verwendeten Bankkartennummern.

Apple Pay in Deutschland: Wo liegt der Vorteil für die Nutzer?

Apple Pay soll Nutzern Komfort, Sicherheit und mehr Anonymität bieten, so Apple. Wenn klar ist, dass Geschäfte kontaktloses Bezahlen unterstützen, können Apple-Nutzer das Portemonnaie zuhause lassen. Selbst wenn iPhone oder Apple Watch geklaut werden, kommen die Diebe praktisch nicht an die digital hinterlegten Zahlungsmittel heran – im Gegensatz zu einer gestohlenen Geldbörse samt Bankkarten. Außerdem erhalten die Geschäfte weniger Nutzerdaten, wenn Käufer mit Apple Pay in Deutschland oder weltweit bezahlen.

Wie profitiert Apple von Apple Pay?

Apple verdient mit Apple Pay Geld – auch wenn nicht klar ist, wie viel das in Deutschland sein wird. Ein Grund für den späten Start von Apple Pay in Deutschland sollen die Gebühren von 0,15 Prozent jedes Karten-Umsatzes gewesen sein, die Apple von den Banken in anderen Ländern verlangen soll. Unbestätigten Informationen unserer Redaktion zufolge sieht die nun gefundene Regelung mit den deutschen Banken vor, das diese neben einer geringeren Beteiligung am Umsatz eine Gebühr pro Quartal und Apple-Pay-Nutzer an das US-Unternehmen zahlen.

Und was ist mit Apple Pay Cash?

Mit Apple Pay Cash hat der iPhone-Hersteller eine Alternative zur klassischen Überweisung oder dem kostenlose Geldtransfer via Paypal Freunde geschaffen. Damit können sich Apple-Pay-Nutzer untereinander binnen Sekunden Geld per Kurznachricht iMessage schicken. Bislang ist Apple Pay Cash allerdings nur in den USA verfügbar.

Apple Pay in Deutschland: Mit welchen iPhones funktioniert es?

  • iPhone XR
  • iPhone XS und iPhone XS Max
  • iPhone X
  • iPhone 8 und iPhone 8 Plus
  • iPhone 7 und iPhone 7 Plus
  • iPhone 6s und iPhone 6s Plus
  • iPhone 6 und iPhone 6 Plus
  • iPhone SE.

Apple Pay mit Apple Watch und Mac – welche Modelle klappen?

  • iPad Pro (3. Generation)
  • iPad (6. Generation)
  • iPad Pro
  • iPad (5. Generation)
  • iPad Air 2
  • iPad mini 4
  • iPad mini 3
  • Apple Watch Series 4
  • Apple Watch Series 3
  • Apple Watch Series 2
  • Apple Watch Series 1
  • Apple Watch
  • Mac-Computer mit Touch ID
  • Mac-Computer, die 2012 oder später eingeführt wurden in Verbindung mit einem Apple Pay-fähigen iPhone oder einer Apple Pay-fähigen Apple Watch.
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