"Eindeutige Beweise" : US-Regierung beschuldigt Huawei der Spionage: Das ist dran an den Vorwürfen

Laut der US-Regierung hat Huawei eine Hintertür in ihre Produkte eingebaut. Dadurch sollen Kunden ausspioniert werden können.
Laut der US-Regierung hat Huawei eine Hintertür in ihre Produkte eingebaut. Dadurch sollen Kunden ausspioniert werden können.

Die US-Regierung beschuldigt Huawei erneut der Spionage. Die Chinesen dementieren. Auch die Telekom widerspricht.

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12. Februar 2020, 07:57 Uhr

Die US-Regierung hat erstmals etwas konkretere Details zu ihren Vorwürfen gegen den chinesischen Netzwerk-Ausrüster Huawei öffentlich gemacht. Amerikanische Regierungsbeamte sagten dem "Wall Street Journal", Huawei könne nach Geheimdienstinformationen heimlich über eigentlich für Sicherheitsbehörden vorgesehene Schnittstellen auf Netze zugreifen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Jahrelange Spionage?

Den US-Regierungsbeamten zufolge zeigten die Geheimdienst-Erkenntnisse, dass Huawei über die Fähigkeiten seit mehr als einem Jahrzehnt verfüge. Die jüngste britische Entscheidung, Technik von Huawei beim Ausbau der zukunftsträchtigen 5G-Netze zuzulassen, aber aus sicherheitsrelevanten Kernbereichen herauszuhalten, sei mit Kenntnis der amerikanischen Informationen erfolgt, hieß es.

Eine Hintertür eingebaut

Die Vorwürfe, Huawei habe eine Hintertür in seine Produkte eingebaut, um Kunden auszuspionieren, existieren bereits seit 2018. Schon damals dementierte das chinesische Unternehmen. Nun konkretisierten die USA ihre Vorwürfe: Es handele sich um die Abhörschnittstellen, die jeder Ausrüster für sogenannte legale staatliche Abhörmaßnahmen zur Verfügung stellen muss. Huawei halte demnach den Zugriff heimlich für sich offen. US-Regierungsvertreter hatten die diese "eindeutigen Beweise" in Großbritannien und Deutschland vorgelegt, ohne die dortigen Regierungen damit zu beeindrucken.

Telekom macht sich keine Sorgen

Huawei erklärte der Zeitung, das Unternehmen unternehme nichts, was die Sicherheit von Daten gefährden würde und werde dies auch nicht tun. Ein ranghoher Vertreter der Firma bestritt zudem grundsätzlich, dass solche Überwachungsschnittstellen ohne Erlaubnis des Netzbetreibers genutzt werden könnten ohne dass es sofort auffällt. Die gesetzlich vorgesehenen Überwachungsschnittellen dürfen nur noch Behörden und auf richterlichen Beschluss genutzt werden.

Die Deutsche Telekom erklärte gegenüber dem Fachportal golem.de, sie mache sich keine Sorgen, weil ihr Legal-Intercept-Management-System von einem deutschen Unternehmen entwickelt worden sei, was Huawei daran hindere, Zugang zu erhalten.

Die USA machen bei ihren Verbündeten schon länger Druck, auf Technik von Huawei beim Ausbau der 5G-Netze zu verzichten und verweisen dabei vor allem auf eine Spionage-Gefahr. Konkrete Beispiele oder Vorwürfe waren bisher nicht genannt worden.

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