Ein schwieriges Verfahren : Adoption: Eltern aus zweiter Hand

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Manchmal will der Kinderwunsch einfach nicht in Erfüllung gehen. Wer dann über eine Adoption nachdenkt, muss einiges beachten.

nnn.de von
16. März 2019, 16:00 Uhr

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 3888 Kinder in Deutschland adoptiert – mehr als ein Drittel davon ohne vorherige Verwandtschaftsbeziehung zu ihren Adoptiveltern. Ganz einfach ist das Verfahren allerdings nicht. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Adoption:

Darf ich eigentlich adoptieren?
Um ein Kind gemeinsam adoptieren zu können, muss ein Paar miteinander verheiratet sein. Dabei sollte einer der Ehepartner mindestens 25, der andere 21 Jahre alt sein. Alleinstehende können ebenfalls adoptieren – auch sie müssen mindestens das 25. Lebensjahr vollendet haben. Ein Höchstalter gibt es dagegen nicht: Der Altersunterschied zwischen den Adoptiveltern und den Kindern soll einem natürlichen Eltern-Kind-Altersverhältnis entsprechen, heißt es von der Gemeinsame Zentralen Adoptionsstelle (GZA) für die Bundesländer Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Allerdings empfiehlt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter einen maximalen Altersunterschied von 40 Jahren zwischen den Adoptiveltern und dem Kind.

Was für Voraussetzungen gibt es noch?
Adoptiveltern sollten über die erforderliche persönliche Reife, das Einfühlungsvermögen und Problembewusstsein für diese besondere Form der Familienbildung, aber auch über ein gesichertes Einkommen sowie über ausreichend Wohnraum verfügen, so die GZA. Zudem dürfen keine gravierenden gesundheitlichen Einschränkungen bestehen.

Welche Unterlagen brauche ich?
Einen ausgefüllten Adoptionsantrag – darin werden Angaben wie Wohnungssituation und finanzielle Verhältnisse, aber auch Freizeitinteressen, Erziehungsziele und Erziehungsstil abgefragt. Neben einem persönlichen Bewerbungsschreiben, in dem die potenziellen Adoptionseltern begründen, warum sie ein Kind adoptieren wollen, sind auch Geburtsurkunden, Lebensläufe, polizeiliche Führungszeugnisse, ärztliche Atteste, gegebenenfalls Heiratsurkunde, Staatsangehörigkeits-, Verdienst-, Vermögens- und Schuldennachweise erforderlich.

Wie ist der Ablauf?
Hat sich ein Paar nach einer Beratung bei der Adoptionsvermittlungsstelle des zuständigen örtlichen Jugendamtes sicher für eine Adoption entschieden, muss es zunächst einmal alle Unterlagen dort einreichen. Ist diese erste bürokratische Hürde geschafft, folgt eine Eignungsprüfung. Wie der Name bereits verrät, werden die Eltern dabei in Gesprächen mit dem Jugendamt auf ihre Eignung als Adoptiveltern geprüft.

Wie lange dauert das Ganze?
Verläuft die Eignungsprüfung positiv und das Jugendamt nimmt die Bewerbung an, beginnt das große Warten – manchmal jahrelang. Laut Statistischem Bundesamt kommen derzeit rund sechs Bewerber auf ein zur Adoption vorgemerktes Kind. Die Wartezeit hängt allerdings nicht davon ab, wie weit oben potenzielle Eltern auf der Bewerberliste stehen, erklärt Martin Helfrich von der Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Vielmehr gehe es darum, passende Eltern für ein Kind zu finden – und nicht umgekehrt: „Wir sind keine Kindervermittlungsbörse“, sagt Helfrich. „Wichtig ist, dass ein geeignetes Umfeld für das Kind geschaffen wird.“

Was muss ich bei einer Auslandsadoption beachten?
Will ein Paar ein Kind aus dem Ausland adoptieren, dauert der Prozess noch wesentlich länger. Schließlich sind dabei auch Träger im Ausland zwischengeschaltet. Meist werden dafür auch mehr Unterlagen benötigt als bei einer Inlandsadoption, wie ein Eignungsbericht oder psychologische Gutachten. Die Dokumente müssen zudem noch beglaubigt werden. Auch was die Kosten angeht, unterscheidet sich die Auslandsadoption.

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