Kreative Babynamen : Khaleesi krabbelt durchs Kinderzimmer

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Immer mehr Eltern benennen ihren Nachwuchs nach dem Personal von Fernsehserien wie „Game of Thrones“.

Sie ist blond, hat Macht und verdreht vielen Männern den Kopf: Die schöne Khaleesi mit ihren Drachen gehört zu den prägenden Figuren der Kultserie „Game of Thrones“, die weltweit nicht nur Fantasyfans begeistert. Diese Begeisterung geht in den USA sogar so weit, dass immer mehr Eltern ihren Töchtern den ungewöhnlichen Vornamen Khaleesi verpassen.

Einer Statistik der Sozialversicherungsbehörde „Social Security Administration“ zufolge wurden im vergangenen Jahr immerhin 370 Mädchen auf den Fantasynamen getauft – damit hat es Khaleesi wie schon in den Jahren zuvor in die Liste der 1000 beliebtesten Frauennamen in den Vereinigten Staaten geschafft. Aktuell belegt der Name, der eigentlich ein Titel ist und im GoT-Universum Königin bedeutet, den 765. Platz und ist damit beliebter als Jenny, Carol oder Joanne. Khaleesi ist kein Einzelfall: Seit ein paar Jahren benennen immer mehr Amerikaner ihre Kinder nach Figuren aus „Game of Thrones“ und anderen Fernsehserien oder Filmen, und auch in Deutschland krabbelt bereits die ein oder andere Drachenkönigin durchs Kinderzimmer.

Noch erfolgreicher als Khaleesi ist in den USA der ebenfalls von „Game of Thrones“ inspirierte Vorname Arya nach der tapferen jungen Heldin Arya Stark, die ebenfalls zu den Hauptfiguren der Serie zählt: 1890 amerikanische Mädchen wurden 2016 auf diesen Namen getauft, macht Platz 169 in der Liste der beliebtesten Frauennamen. Auch in Deutschland wurden in den vergangenen Jahren schon Babys auf den Namen Arya getauft, noch beliebter bei deutschen Eltern ist Standesamts-Statistiken zufolge aber der Name Bella von der Heldin der populären „Twilight“-Filme.

Jungen werden hierzulande gerne mal Neo genannt wie der von Keanu Reeves gespielte Held der „Matrix“-Filme. In den USA ist außerdem Kylo beliebt, nach dem Maskenträger Kylo Ren aus der Science-Fiction-Saga „Star Wars“. Einen sprunghaften Anstieg in der Beliebtheit verzeichnete auch Lorelai; in den vergangenen Jahren wurden Tausende amerikanische Babys so genannt – ein Zusammenhang mit dem Namen einer Protagonistin der vor allem bei weiblichen Zuschauern hochgeschätzten Kultserie „Gilmore Girls“ darf stark vermutet werden.

Namensforscher glauben, dass die Beliebtheit ungewöhnlicher Vornamen in erster Linie etwas mit dem Trend zur Individualisierung in der Gesellschaft und einem Wunsch nach Originalität zu tun hat, verbunden mit der starken Beeinflussung durch Medien wie eben dem Fernsehen. Namenswünsche werden von deutschen Standesämtern nur noch in seltenen Fällen abgelehnt.

In den USA sind die Regeln noch lockerer: So etablierte sich in den vergangenen Jahren der merkwürdige Name Nevaeh in der Liste der beliebtesten Namen, allein 2016 wurden 3765 amerikanische Mädchen so getauft.

Zurückzuführen ist das auf den Rapper Sonny Sandoval, der bei einem TV-Auftritt vor einigen Jahren erzählte, seine Tochter so genannt zu haben und auf Nachfrage auch gleich die Bedeutung der Namensschöpfung erklärte: Nevaeh ist „Heaven“ rückwärts geschrieben, das amerikanische Wort für Himmel.

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