Pro-Kopf-Verzehr bei 1,13 Kilogramm pro Jahr : "Superfood" mit schlechter Ökobilanz: Avocado-Importe seit 2008 fast verfünffacht

Umstrittenes 'Superfood': Die Avocado boomt.
Umstrittenes "Superfood": Die Avocado boomt.

Im weltweiten Durchschnitt werden zur Produktion von einem Kilogramm Avocados etwa 1000 Liter Wasser verbraucht.

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05. November 2019, 17:35 Uhr

Berlin | Der Import von Avocados nach Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren fast verfünffacht. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag rund 94.000 Tonnen Avocadofrüchte im Wert von 270 Millionen Euro importiert. Im Jahr 2008 waren es noch 19.000 Tonnen mit einem Wert von 32 Millionen Euro.


Den Statistikern in Wiesbaden zufolge lag der Verzehr von Avocados 2018 bei rund 1,13 Kilogramm pro Kopf. Die oft als "Superfood" bezeichneten nährstoffreichen Früchte hätten damit "Einzug in die deutschen Supermärkte gehalten", teilte die Behörde mit. Die wichtigsten Herkunftsländer für den deutschen Markt sind demnach Peru mit 28.000 Tonnen, Chile mit 16.000 Tonnen und Spanien mit 12.000 Tonnen.

Avocado mit schlechter Ökobilanz

Doch es gibt auch Kritik am wachsenden Verzehr: Weil die Avocado zum Wachsen ein warmes Klima braucht, hat sie oft schon viele tausend Kilometer zurückgelegt, wenn Verbraucher sie in deutschen Supermärkten in ihre Einkaufskörbe packen. Im vergangenen Jahr kamen die meisten importierten Früchte aus Peru (28.000 Tonnen), gefolgt von Chile (16.000 Tonnen) und Spanien (12.000 Tonnen).

Zudem hat sie aufgrund ihres hohen Wasserverbrauchs im Anbau eine vergleichsweise schlechte Ökobilanz. Im weltweiten Durchschnitt werden zur Produktion von einem Kilogramm Avocados etwa 1000 Liter Wasser verbraucht. Für ein Kilogramm Tomaten sind es beispielsweise nur etwa 180 Liter Wasser.

Zudem verschlechtert der Transport die Ökobilanz, da sie konstant gekühlt werden muss und in der Regel viel Verpackungsmaterial verwendet wird. Und häufig müssen für die wachsenden Anbauflächen Wälder gerodet werden.

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