Heißluftfritteusen : „Gesundes Frittieren“ – geht das?

Schonend gegart, aber deshalb gleich gesund?
Schonend gegart, aber deshalb gleich gesund?

Küchengerät im Trend: Was ist dran an Heißluftfritteusen? Fett- und Acrylamidgehalt unterscheiden sich von herkömmlichen Fritteusen

nnn.de von
08. Februar 2018, 12:00 Uhr

Mit immer mehr Modellen im Angebot soll 2018 die Heißluftfritteuse das Trendküchengerät sein, das dem Thermomix in der Beliebtheit den Rang ablaufen könnte. Das Gerät verspricht eine gesunde und fettarme Zubereitungsart. Stimmt das?

Wie funktioniert eine Heissluftfritteuse?

Diese Geräte sind eigentlich keine Fritteusen, sondern kleine Umluftbacköfen, in denen heiße Luft um das Gargut schnell zirkuliert. Die Garzeit – auch beim Backen – ist in der Regel um die Hälfte verkürzt.

Wie lange dauern Pommes in der Heissluftfritteuse?

Länger als bei den herkömmlichen Fritteusen, aber etwa um die Hälfte kürzer als im großen Backofen: etwa 15 Minuten.

Wie viel Öl braucht man zum Beispiel für Pommes frites?

Für eine Portion Pommes frites aus frischen Kartoffeln (circa 300 Gramm) reicht in der Regel ein Teelöffel, damit sie beim Garen nicht austrocknen. Ohne Öl geht es bei tiefgekühlten Pommes frites, diese sind vorfrittiert. Sie enthalten bereits Öl.

Wie viel Fett spart man?

Hersteller werben gern mit bis zu 80 Prozent weniger Fett. Stiftung Warentest erklärte dazu im vergangenen Jahr mit Verweis auf einen Test der belgischen Schwesterzeitschrift „Test Achats“ Folgendes: Bereitet man frische Kartoffeln beispielsweise im getesteten Philips Airfryer XL zu, sind es demnach etwa drei Prozent Fett.

Bei herkömmlichen Fritteusen liegt der Fettgehalt im Durchschnitt bei bis zu 8,5 Prozent. Tiefgefrorene Pommes frites in der Heißluftfritteuse zubereitet haben demnach bei circa 6 Prozent. Das seien mehr als die Hälfte (15 Prozent) weniger als bei üblichen Öl-Fritteusen, heißt es.

Sind Pommes aus der Heissluftfritteuse frei von Acrylamid?

„Die Entstehung von Acrylamid ist sowohl bei der Erhitzung von Luft (Backofen, Heißluft) als auch in der Fritteuse mit Öl gegeben. Ausschlaggebend sind hier die Temperatur sowie die Stärkehaltigkeit der Lebensmittel“, erklärt dazu Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, auf Anfrage. „Sofern die Heißluftfritteuse auch mit erhitzter Luft arbeitet und die Zubereitung mit Temperaturen über 170 Grad erfolgt, ist auch hier mit Acrylamidbildung zu rechnen.“

Der Stoff erhöht potenziell das Krebsrisiko, bestätigte 2017 die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem wissenschaftlichen Gutachten.

Wie kann man bei der Zubereitung die Entstehung von Acrylamid minimieren?

Die Stiftung Warentest rät dazu, auch bei Heißluftfritteusen, die Pommes frites bei maximal 170 Grad zu frittieren. Manche Hersteller, wie beispielsweise Philips für seinen Airfryer, raten in ihrer Gebrauchsanweisung in diesem Zusammenhang, frische Kartoffeln bis 180 Grad zu garen.

Darüber hinaus sollte man lieber zu größeren oder dickeren Pommes mit weichem Kern greifen, denn die seien weniger belastet, da sich Acrylamid vermehrt an den Außenflächen bildet.

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