Rat des ADFC : Fahrradfahren mit Kind: Sollten Eltern vor- oder hinterherradeln?

Eltern können nicht immer neben ihren Kindern radeln – sollten sie dann vor oder hinter den Kleine fahren?
Eltern können nicht immer neben ihren Kindern radeln – sollten sie dann vor oder hinter den Kleine fahren?

Für den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) entscheidet vor allem ein Faktor über die richtige Position.

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18. Juni 2019, 16:32 Uhr

Bremen | Kleine Radtouren sind für Eltern und Kinder meist eine schöne Sache. Auf Deutschlands Straßen und Gehwegen sind täglich beide Varianten zu sehen: Mal radelt das Kind vor einem Elternteil, mal dahinter. Argumente gibt es für beide Varianten. (Weiterlesen: Kinder ohne Kleidung am Strand: Nackedei – und nichts dabei?)

Pro und Contra: Das Kind fährt vor

Fährt das Kind vor, haben Eltern es stets im Blick und können mögliche Gefahrenstellen, wie ausparkende Autos oder rote Ampeln, für das Kind mit im Auge haben und davor warnen. Auf der anderen Seite: Hört das Kind einen "Stopp!"- oder "Anhalten!"-Ruf nicht – oder ignoriert ihn einfach –, wird es schnell ernst. Außerdem kann ein Kind stürzen, wenn es motorisch noch nicht in der Lage ist, sich während der Fahrt zum Elternteil nach hinten zu sehen.

Pro und Contra: Das Kind fährt hinterher

Fahren Eltern vor, kann und muss sich das Kind an ihnen orientieren. Eltern bremsen das Kind an Kreuzungen oder Ampeln praktisch aus; die Gefahr überhörter Rufe fällt weg. Erwachsene sind außerdem in der Lage, beim Geradeausfahren nach hinten zu blicken und mit ihrem Kind zu sprechen. Das allerdings kann auch gefährlich sein, denn in dieser Zeit fehlt die Aufmerksamkeit für die Straße. Und wenn das Kind Schwierigkeiten beim Abstandhalten hat, drohen familiäre Auffahrunfälle. (Weiterlesen: Die Kinder im Urlaub abschieben – darf man das?)

Das rät der ADFC

Stephanie Krone, Sprechin des ADFC, sagte unserer Redaktion, dass es auf das Kind ankomme und vor allem von einem Punkt anhängig sei: "Wenn es gut auf Zurufe reagiert, kann man das Kind vorweg fahren lassen, denn dann hat man es immer Blick. Wenn es Zurufe eher ignoriert oder oft falsch versteht, ist es besser, selbst vorweg zu fahren." Abgesehen von erhöhter Aufmerksam sei dann jedoch regelmäßiges Umdrehen wichtig, oder ein Rückspiegel.

Laut ADFC gibt die Unfallstatistik keine Auskunft darüber, ob das Vor- oder Hinterherfahren sicherer ist. Wenn beide Eltern mit dem Rad fahren, können sie das Kind in die Mitte nehmen, wenn es die Straße hergibt, können Eltern auch neben ihren Kindern fahren.

Mehr Sicherheit seit 2016

Für mehr Sicherheit sorgt ohnehin die seit 2016 geltende Rechtslage. Danach dürfen Eltern mit ihrem bis zu acht Jahre alten Kind auf dem Gehweg fahren. Zuvor war das nicht erlaubt und Eltern mussten von den Kindern getrennt fahren.

Zufrieden ist man damit bei ADFC jedoch nicht: "Das ist allerdings auch nur eine Notlösung, die daher rührt, dass radfahrende Kinder in der Verkehrsplanung zu wenig berücksichtigt wurden", sagte Krone. Die Interessenvertreter der Radfahrer fordern breitere und vom Autoverkehr getrennte Radwege. Die seien in den Niederlanden "schon gang und gäbe, aber in Deutschland noch Mangelware". (Weiterlesen: Das Monster im Schrank – Wie mit Ängsten von Kindern umgehen?)

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