Messe Spiel '19 in Essen : Diese 30 Neuheiten auf der Spielemesse machen besonders neugierig

Neue Spiele, die vielversprechend sind. Fotos: Verlage
Neue Spiele, die vielversprechend sind. Fotos: Verlage

Brett- und Kartenspiele gewinnen seit Jahren zunehmend an Popularität. Allein auf der Messe "Spiel '19" in Essen werden vom 24. bis 27. Oktober 2019 wieder mehr als 1000 neue Titel präsentiert. Wir haben 30 Neuheiten herausgesucht, auf die wir besonders gespannt sind. Tipps für den Rundgang durch die Messehallen.

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23. Oktober 2019, 12:00 Uhr

Osnabrück | Die Internationalen Spieltage in Essen sind die weltweit größte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele. In diesem Jahr zeigen rund 1200 Aussteller mehr als 1500 Neuheiten. Wir haben in dieser Flut an neuen Titeln 30 Spiele herausgesucht, die Besucher direkt vor Ort ausprobieren sollten.

Infos zur Spiel '19

Weltgrößte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele

Was? Die Messe "Spiel" in Essen ist die weltgrößte Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele. Verlage stellen dort ihre neuen Spiele vor. Die meisten Titel können direkt an einem der vielen Tische ausprobiert werden. Zahlreiche Spieleerklärer sorgen für einen schnellen Spieleinstieg. Wer mag, kann Spiele auch kaufen. So manche Auflage von Spielen von Kleinverlagen ist schon an den ersten Tagen ausverkauft.
Wann? 24. bis 27. Oktober 2019, Donnerstag, Freitag und Samstag von 10 bis 19 geöffnet, am Sonntag von 10 bis 18 Uhr.
Wo? Messegelände Essen (Messeplatz 1, 45131 Essen)
Wie teuer? Eine Tageskarte für Erwachsene kostet 15 Euro (Dauerkarte: 37 Euro), Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderungen zahlen 12 Euro (28 Euro), Kinder von 4 bis 12 Jahren sind mit 8 Euro (21 Euro) dabei. Familien mit höchstens fünf Personen (maximal zwei Erwachsene, Kinder bis 12 Jahre oder mit Schülerausweis) zahlen für eine Tageskarte 36 Euro.


Neues aus Osnabrück

Find the Code (Haba): Der Osnabrücker Kinderspieleautor Kai Haferkamp hat in Essen ein gutes Dutzend neuer Spiele am Start. Darunter Titel mit Lizenzthemen zu Benjamin Blümchen, Frozen und Räuber Hotzenplotz. Bei Haba startet er gemeinsam mit der Redakteurin Antje Gleichmann die Reihe "Find the Code" – Rätselspiele mit Schatztruhe und Zahlenschloss. "Ein Spiel, wie ich es mir selbst zum eigenen Kindergeburtstag gewünscht hätte", meint Haferkamp. (Weiterlesen: Warum ein Osnabrücker sieben Jahre lang an einem Kinderspiel arbeitete)

Find the Code. Foto: Haba
Find the Code. Foto: Haba


Neues aus dem Emsland

Banana Bandido (Mogel-Verlag): Der Mogel-Verlag aus Rhede-Brual feierte zuletzt mit Belratti seinen bislang größten Erfolg. Das kooperative Assoziationsspiel landete auf der Empfehlungsliste von Spiel des Jahres. Eine vor allem grafisch überarbeite Neuauflage soll im kommenden Jahr beim belgischen Verlag Repos Production erscheinen. Der Mogel-Verlag selbst stellt in Essen seine Neuheit "Banana Bandido" vor – ein kompetitives Kartenspiel von Michael Loth, das thematisch als Affen-Western daherkommt. Lustige Idee, spielerisch kann es mit Belratti aber bei weitem nicht mithalten. (Weiterlesen: Kartenspiel Belratti wird für Mogel-Verlag aus Rhede zur Erfolgsgeschichte)

Außergewöhnliche Spiele

Machi Koro Legacy (Pandasaurus Games/Asmodee): Das Kartenspiel Machi Koro von Masao Suganuma war im Jahr 2015 nominiert für den Preis Spiel des Jahres. Nun kommt eine Legacy-Version dazu auf den Markt, die sich Rob Daviau, Erfinder des Legacy-Prinzips, und JR Honeycutt ausgedacht haben. Legacy bedeutet, dass sich das Spiel von Partie zu Partie verändert. Einmal getroffene Entscheidungen wirken nach und beeinflussen Folgepartien. In diesem Fall starten die Spieler eine Kampagne über zehn Partien, in denen immer wieder neue Regeln und neues Material hinzukommen und sich eine Geschichte entfaltet.

Orléans Stories (dlp Games): Das im Jahr 2015 zum Kennerspiel des Jahres nominierte Orléans überzeugte mit einem sogenannten Bagbuilding-Mechanismus; es kommt auf eine gute Zusammenstellung der Plättchen an, die immer wieder aus einem Beutel gezogen werden. Im eigenständigen Orleáns Stories wird dieses Spielprinzip mittels Storytelling-Geschichten weiterentwickelt. Abhängig von der Epoche, in der sich ein Spieler befindet, ändern sich manche Regeln.

Kooperative Spiele

Harry Potter: Kampf um Hogwarts (Kosmos): Als Harry, Ron oder Hermine verteidigen die Spieler gemeinsam die Zauberschule Hogwarts gegen Voldemorts Schergen. Dazu verbessern sie ihr Kartendeck, um immer stärkere Feinde zu besiegen. Das Besondere: In einer Kampagne spielt sich die Gruppe durch die sieben Schuljahre, die auch in den Harry-Potter-Büchern beschrieben werden.


Kitchen Rush (Pegasus): Dieses Echtzeitspiel erscheint erstmals auf deutsch. Die Spieler organisieren die Abläufe in einem Restaurant und verwalten die möglichen Aktionen mit Sanduhren. Welch eine Hektik! Behalten alle den Überblick? Oder müssen manche Gäste zu lange auf ihre Bestellungen warten?

The King's Dilemma (Horrible Games/Heidelbär Games): In diesem kooperativen Legacy-Spiel bestimmen die Spieler die Geschichte des Königreichs Ankist. Den Kern des Spiels bildet ein sich entwickelnder Stapel von Ereigniskarten. Jedes Ereignis tritt genau ein Mal ein. Die Entscheidungen der Spieler bestimmen, welchem der verzweigten Handlungsstränge die Gruppe zu einem der vielen möglichen Enden folgt. (Weiterlesen: Warum junge Erwachsene für Rekorde mit analogen Spielen sorgen)

Familienspiele

Faultier (2F-Spiele): Faultiere sind zu faul, sich selbst zu bewegen. Deshalb lassen sie sich bewegen. In diesem Rennspiel lassen sich die trägen Kameraden von anderen Tieren über den Plan tragen. Damit werden die Faultiere in diesem verkappten Warenlieferspiel von Friedemann Friese selbst zur Ware.

Miyabi (Haba): Mit Azul (Spiel des Jahres 2018) feierte Autor Michael Kiesling kürzlich einen Riesenerfolg. Nun lässt er ein weiteres Legespiel folgen. Dieses Mal legen die Spieler japanische Gärten an – und das auf mehreren Ebenen. Bei wem wächst nicht nur das Grün, sondern auch die Punktzahl in die Höhe?

Little Town (Iello): Bei diesem zugänglichen Arbeitereinsetzspiel bauen alle an einer Stadt. Wer eine Figur auf dem zentralen Plan platziert, aktiviert bis zu acht umliegende Felder. So kommen Spieler zu Rohstoffen, oder sie nutzen die Funktionen von Gebäuden – sogar von den Häusern der Gegner kann man profitieren. Einfach und pfiffig!

Minecraft (Ravensburger): In Anlehnung an das gleichnamige Computerspiel hat Autor Ulrich Blum ein Legespiel in pixeliger Minecraft-Optik erdacht – und zwar eines, das für ein Lizenzspiel überraschend gut ist. Robuste Holzsteine, die anfangs zu einem großen Würfel zusammengesetzt werden, dienen als abbaubare Ressourcen. Durchaus stimmig.

Foto: Ravensburger
Ralf Roth
Foto: Ravensburger


Kinderspiel

Grizzly (Amigo Spiele): Die Bären wollen Lachse fangen. Doch manchmal wagen sie sich zu nah an den Wasserfall heran, sodass sie abrutschen und runterplumpsen. Kinder, die eine gute Mischung aus Risiko, Vorsicht und Glück finden, machen am Ende den größten Fang. Schönes Spiel mit einem guten 3-D-Spielplan.

Kleine Kartenspiele

Die Crew (Kosmos): Dieses kooperative Kartenspiel ist eine der Perlen des noch jungen Spielejahrgangs. Basierend auf rudimentären Stichspielregeln hat Autor Thomas Sing ein Aufgabenpaket erdacht, das immer fordernder wird und die Gruppe nachhaltig fesselt. Je mehr mitmachen, desto anspruchsvoller wird es.

#myLife (Amigo Spiele): Dieses Drafting-Spiel lebt gar nicht mal so sehr vom Mechanismus, dem Weitergeben von Karten. Sondern vielmehr von Thema. Über zehn Runden bestimmen wir unser Leben. Welche Ereignisse werden passieren? Was werden wir erleben? Jeder Lebenslauf lädt dazu ein, zu hadern oder zu träumen. Nett!

Der Fuchs im Wald (Leichtkraft): Dieses Stichspiel ragt als ungewöhnlich heraus, weil es nur für zwei Spieler ist. Karten mit Sonderfunktionen sowie Strafen für einen zu gierigen Spieler sollen für Spannung sorgen. Die deutsche Lokalisation beruht auf dem Spiel "The Fox in the Forest".

Kommunikative Spiele

Letter Jam (CGE/Heidelbär Games): Ungewöhnlich! Bei diesem kooperativen Wortspiel können die Spieler immer nur die Buchstaben der anderen sehen, jedoch nie die eigenen. Gelingt es trotzdem, dank hilfreicher Hinweise nicht in der Buchstaben-Marmelade stecken zu bleiben?

Obscurio (Libellud/Asmodee): Als Gruppe von Zauberern wollen die Spieler das Zauberbuch des Hexenmeisters aus der Bibliothek stehlen. Um zu entkommen, müssen Bilder richtig gedeutet werden, mit denen der Spieler, der das Zauberbuch verkörpert, Hinweise gibt. Aber Vorsicht! In die Gruppe der Zauberer hat sich ein Verräter eingeschlichen.

Spiele für zwei

Mandala (Lookout Spiele): Dieses abstrakte Kartenlegespiel überrascht zunächst, weil es als Spielplan eine Decke hat. Und dann auch durch den Tiefgang, der durch die wenigen Regeln erreicht wird. Damit zählt Mandala schon jetzt zu den Highlights des noch jungen Spielejahrgangs.

Watergate (Frosted Games/Pegasus Spiele): US-Präsident Richard Nixon kostete der Watergate-Skandal das Amt. Aufgedeckt hatten die Affäre zwei Reporter der "Washington Post". In diesem taktischen Spiel kann Geschichte neu geschrieben werden, wenn der Nixon-Spieler die Presse im Zaum hält.

Robin von Locksley (Wyrmgold): Autor Uwe Rosenberg lässt zwei Spieler um die Gunst von König Löwenherz kämpfen. Doch um den Monarchen aus der Gefangenschaft zu befreien, müssen die beiden Kontrahenten zuvor Beutezüge gegen die verräterischen Normannen und ihren Herrn Prinz John planen. Wer erbeutet mehr Schätze und bringt als Erster das Lösegeld zusammen?


Spiele für einen

Feuer frei! (2F-Spiele): Die Grafik erinnert an das alte Computerspiel Space Invaders. Auch in diesem Kartenspiel muss sich der Spieler gegen Aliens verteidigen. Sind alle Angreifer zerstört bevor die eigene Energie versiegt, warten im nächsten Level schon wieder neue Außerirdische. Auch kooperativ zu zweit spielbar – wie das nächste Spiel ebenfalls.

Palm Island (Kosmos): Welch ungewöhnliches Konzept! Das in der Grundversion aus 17 Karten bestehende Spiel kann in einer Hand gespielt werden. Der Solist wühlt sich achtmal durch das Deck, um mit Rohstoffen wie Holz, Fisch und Stein bestenfalls viele Hütten auf einer einsamen Insel zu bauen. Was zunächst sehr technisch wirkt, entpuppt sich als herausfordernde Aufgabe.

Geschicklichkeitsspiele

Team3 (Abacusspiele): Der Architekt kennt den Bauplan, darf aber nichts sagen, sondern nur gestikulieren. Diese Zeichen muss der Bauleiter deuten und in Sprache umsetzen, sodass der Bauarbeiter das Gebäude bauen kann. Pech nur, dass der Bauarbeiter gar nichts sehen kann. Ein lustiger Bauspaß für drei Personen.

Tuki (Next Move Games/Pegasus Spiele): Auf den Aufgabenkarten sehen die zu bauenden Gebilde so aus, als würden manche der farbigen Bausteine in der Luft hängen. Wie soll man das nachbauen? Nun, die Karten zeigen eben nicht, an welcher Stelle weiße Steine zur Stabilisierung nötig sind. Das müssen die Spieler schon selbst herausfinden.

Kennerspiele

Freshwater Fly (Spielefaible): Ausholen, werfen, den Köder ein wenig im Wasser treiben lassen und dann im richtigen Moment die Angelschnur einholen – dieses Spiel simuliert das Fliegenfischen. Welch exotisches Thema! Wer zum richtigen Zeitpunkt die passenden Würfel einsetzt, hat am Ende den größten Fang gemacht.

Dinosaur Island (Feuerland): Jurassic Park lässt grüßen. Jeder Spieler betreibt in diesem Arbeitereinsetzspiel einen Dino-Themenpark und holt die faszinierenden Kreaturen aus Jura, Trias und Kreide in die heutige Zeit. Wer nur in Attraktionen und nicht in die Sicherheit investiert, riskiert das Leben seiner Besucher...

Glen More II: Chronicles (Funtails): Diese zunächst auf Kickstarter finanzierte Wiedergeburt von Matthias Cramers Taktik- und Strategiespiel Glen More (erstmals 2009 veröffentlicht) kommt als deutlich ausgebautes Spiel daher. Sogenannte Chronicles sind Erweiterungen, die neue Mechaniken hinzufügen und kombiniert werden können. Eine Erweiterung kommt von Gastautor Klaus-Jürgen Wrede, dem Erfinder von Carcassonne.


Rune Stones (Queen Games): Autor Rüdiger Dorn hat den klassischen Deckbau-Mechanismus so modifiziert, dass sich das eigene Deck automatisch reduziert, wenn man die Funktionen von Karten nutzt. Das verlangt ein cleveres Kartenmanagement, um Juwelen erst gegen Artefakte und diese dann gegen die mächtigen Runensteine einzutauschen. Sehr gefällig!

Expertenspiele

Steamopolis (Corax Games): Willkommen im Steampunk-Universum. Die Spieler fliegen in diesem Strategiespiel als Luftschiffkapitäne verschiedene Ebenen einer Turmstadt an. Das funktioniert am besten, wenn ordentlich Dampf auf dem Kessel ist. Doch der Dampf ist auch für andere Aktionen nützlich. Und Vorsicht: Die Konkurrenz ist nicht unbedingt nett.


Maracaibo (dlp Games): Alexander Pfister ist einer der angesagtesten Autoren, wenn es um verzahnte und komplexe Spiele geht. Vom Österreicher stammen etwa Mombasa oder Great Western Trail. Im kartengesteuerten Maracaibo entführt er die Spieler in die Karibik des 17. Jahrhunderts, in eine bunte Welt voller Abenteuer und taktischer Möglichkeiten.


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