Training : Das passende Fitnessstudio finden

Eine persönliche Betreuung  zeichnet ein gutes Fitnessstudio aus – doch die bieten die wenigsten.
Eine persönliche Betreuung zeichnet ein gutes Fitnessstudio aus – doch die bieten die wenigsten.

Experten geben Tipps, worauf Sportanfänger achten sollen und wie sie mit dem Training beginnen können.

nnn.de von
22. September 2017, 23:14 Uhr

Rund 8600 Fitnessstudios buhlen in Deutschland um Mitglieder. Sie offerieren modernste Geräte, manche einen Pool oder gleich mehrere Saunen. Doch woran erkennen Sportanfänger, welches Studio für sie geeignet ist?

Was macht ein gutes Fitnessstudio aus?

Ganz klar: die Betreuung der Mitglieder. Vor allem Sportneulinge müssen beim Einstieg ins Training begleitet werden. Trainiert jemand längere Zeit falsch, drohen Schäden an Gelenken, warnen die Tester. Wer einen Club bei einem Probetraining testet, sollte darauf achten, ob Trainer auf der Fläche ansprechbar sind – und ob sie die Mitglieder auch korrigieren, erklärt Prof. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Woran erkennt man einen guten Trainer?

Am besten fragt man erst mal nach der Qualifikation: „Aus meiner Sicht sollten die Trainer eine A-Lizenz vorweisen können“, sagt Froböse. Noch umfassender ausgebildet sind Trainer, die einen Bewegungsfachberuf gelernt haben: Physiotherapeuten etwa oder Sportwissenschaftler. Ein guter Trainer nimmt sich für den Eingangstest Zeit und fragt zum Beispiel auch ab, wie viel sich jemand im Alltag bewegt.

Wie sieht ein guter Trainingsplan aus?

Die Ergebnisse des Eingangstests sollten sich im Plan wiederfinden. Dabei erklärt ein guter Trainer auch, welche Übung wofür gedacht ist. Ideal ist Froböse zufolge, wenn er ergänzend zu einem Training an Geräten passende Kurse empfiehlt. Zudem muss der Plan regelmäßig angepasst werden. „Gerade am Anfang erzielt der Körper schnelle Fortschritte“, erklärt Dustin Tusch, Pressesprecher des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen. Es lohne sich, nach sechs bis acht Wochen nach einer Anpassung des Plans zu fragen.

Wie umfassend sollte das Angebot des Studios sein?

Es kommt darauf an: Wer erst mal grundsätzlich fit werden möchte, ist in der Regel in einem großen Studio besser aufgehoben. „Diese haben ein breites Angebot, vom Training an Geräten bis hin zu Gruppenkursen und Beweglichkeitstraining“, sagt Tusch. Möchte jemand spezifisch trainieren, kommen auch Studios infrage, die sich auf eine Art des Trainings konzentrieren: zum Beispiel EMS (Elektromuskelstimulation) oder Crossfit.

Wie entscheidend ist die Ausstattung?

Froböse zufolge sind gute Geräte weniger wichtig als intensive Betreuung.

Wie steigen Neulinge am besten ins Training ein?

Ideal ist eine Kombination aus Muskel- und Ausdauertraining. Froböse empfiehlt, sich zehn Minuten lang, zum Beispiel auf dem Laufband oder Fahrradergometer, zu erwärmen. Darauf folgt ein Training der sieben größten Muskelgruppen: Waden, Oberschenkel, Gesäß, Rücken, Bauch, Schultern und Arme. Das Gewicht sollte so gewählt werden, dass zwölf bis 15 Wiederholungen gerade so zu schaffen sind. „Muskeln müssen brennen, damit sie wachsen“, sagt Froböse. Wer Ausgleichsbewegungen machen muss, nimmt zu viel Gewicht. Ganz wichtig: Atmen nicht vergessen. Nach dem Muskeltraining folgt eine Ausdauereinheit von rund 30 Minuten, idealerweise alle zwei Tage, mindestens zweimal pro Woche.

Wie lang sollte die Vertragslaufzeit sein?

Froböse empfiehlt, sich nur für eine möglichst kurze Zeit festzulegen. So muss sich das Studio auch weiterhin um den Kunden bemühen.

Autorin: Teresa Nauber

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