Schlafräuber Job : Wieder schlecht geschlafen?

So wird das nichts: Wer vor der Nachtruhe noch einen schnellen Blick in die E-Mails wirft, darf sich über schlechten Schlaf nicht wundern. /dpa-tmn
So wird das nichts: Wer vor der Nachtruhe noch einen schnellen Blick in die E-Mails wirft, darf sich über schlechten Schlaf nicht wundern. /dpa-tmn

Viele Deutsche schlafen schlecht. Ein Grund dafür ist die Arbeit - etwa weil sie den Rhythmus stört oder den Kopf nicht ruhen lässt. Dagegen hilft, mehr Abstand zwischen Schlaf und Job einzuplanen. Und in der Zwischenzeit möglichst auch mal gar nichts zu tun.

nnn.de von
15. November 2017, 21:00 Uhr

Unregelmäßige Arbeitszeiten oder Schichtdienst lassen viele Berufstätige schlecht schlafen. 40 Prozent der sogenannten Flex-Beschäftigten klagen über schlechte Schlafqualität. Das geht aus der Studie „Schlaf gut, Deutschland“ hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) gestern in Berlin vorstellte. Ihr Anteil an der Gruppe der Schlechtschläfer sei überdurchschnittlich hoch. Die Hälfte von ihnen schlafe höchstens fünf Stunden.

Insgesamt findet ein Drittel der Deutschen nicht richtig in den Schlaf oder schläft nicht tief genug. Ein knappes Viertel (24 Prozent) kommt nicht auf das von Gesundheitsexperten empfohlene Minimum von sechs Stunden, so die Studie. Wer aber nicht ausreichend schlafe, gefährde nicht nur die eigene Gesundheit. Auch Unfallrisiko und Fehlerquote im Job stiegen, so die Herausgeber der Studie. Nach einer Studie der DAK-Gesundheit vom März dieses Jahres sind seit 2010 die Schlafstörungen bei Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent angestiegen.

Laut neuer TK-Studie liegt der Anteil der Flex-Beschäftigten in Deutschland mittlerweile bei 30 Prozent. Und der Bedarf steige mit dem Anspruch der Verbraucher, rund um die Uhr alles erledigen zu können. Digitalisierung und internationale Märkte veränderten auch die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten. „Was sich allerdings nicht ändert, ist die innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis“, sagte der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas. Untersuchungen zeigen laut TK, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden. Die Frühschicht liegt demnach bei 100 Prozent Energieeinsatz, die Spätschicht bei 113 und die Nachtschicht bei 156 Prozent.

„Schlechtschläfer“ sind laut TK-Studie deutlich häufiger von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. 54 Prozent litten unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den „Gutschläfern“ seien es nur 35 Prozent. Wer schlecht schlafe, fühle sich mehr als doppelt so häufig erschöpft (44 zu 21 Prozent), gereizt (33 zu neun Prozent) und niedergeschlagen (21 zu sechs Prozent).

Vieles sei nicht oder nur schwer beeinflussbar, wie Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners. Die Studie zeige aber auch, dass man schon mit kleinen Lebensstilveränderungen viel erreichen könne, hieß es. So beklagten 41 Prozent die Zimmertemperatur, 23 Prozent konsumierten vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten und 15 Prozent koffeinhaltige Getränke.

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