Hübsches Blümchen oder Unkraut?

Für die einen sind Löwenzahn und Gänseblümchen hübsche Farbtupfer auf dem Rasen, für den anderen ist es Unkraut.
Für die einen sind Löwenzahn und Gänseblümchen hübsche Farbtupfer auf dem Rasen, für den anderen ist es Unkraut.

Unkraut kommt immer wieder zurück, wirklich los wird man es nie. Dabei hat der Hobbygärtner realistische Chancen, nicht nur Etappensiege zu erzielen. Er muss dafür nur an der richtigen Stelle ansetzen und vor allem den Rasen stärken.

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01. Juni 2015, 15:09 Uhr

Was sind Unkräuter?


Das sind Pflanzen, die an einem Platz einfach unerwünscht sind. Typischerweise halten Gärtner Löwenzahn, Klee, Moos, aber auch Ehrenpreis, Gundermann oder Hornkraut für Unkräuter. Und oft auch die eigentlich hübschen Gänseblümchen.

Warum bilden Sie sich?


Wenn Unkräuter wie Moos im Rasen wachsen, ist meist der Hobbygärtner schuld. Die Fläche ist nicht gut genug gepflegt, er schneidet zu wenig oder lässt absterbendes Mähgut liegen. Das verfilzt die Fläche. Oder die Gräser wachsen wegen Nährstoffmangel nicht stark genug, um Unkräuter zu unterdrücken. Auch ungeeigneter Boden oder eine zu schattige Lage kann laut der Deutschen Rasengesellschaft das Gras so schwächen, dass Unkraut eine Chance bekommt. Hier helfen Dünger, eine Bodenverbesserung und die Nachsaat mit einer Rasenmischung, die Schatten verträgt.

Ist Unkraut denn schlecht?


Ja, finden Gärtner. Denn es unterdrückt die Graspflanzen. Optisch allerdings macht sich auch ein gewisser Anteil blühender Kräuter im Garten gut, finden zum Beispiel die Experten der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Dazu gehören etwa weiße Gänseblümchen, blauer Ehrenpreis und gelber Löwenzahn. Sie lockern die grüne Fläche optisch auf, ohne die Belastbarkeit des Rasens zu mindern.


Was lässt sich gegen Unkraut tun?


Die Ärmel hochkrempeln und die störenden Pflanzen ausstechen. Gerade Löwenzahn muss möglichst komplett mit den tiefen Wurzeln entfernt werden – natürlich bevor die Blüten verwelken und die Flugsamen sich verbreiten. Auch Breitwegerich oder Fadenehrenpreis werden ausgestochen. Bei vielen Pflanzen ist es sicherer, auch wirklich jedes Stückchen der Wurzel zu entfernen. Denn etwa Giersch, Quecke, Schachtelhalm oder Winde sind so regenerationsfähig, dass sie sonst wieder zu wachsen beginnen. Andere Unkräuter lassen sich einfach abmähen. Denn bei Unkräutern handelt es sich meist um zweikeimblättrige Pflanzen, die eingehen, wenn sie oft geschnitten werden. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät Unkraut auf Pflaster und Wegen mit dem Gas-Flammgerät zu entfernen – am besten noch im Frühjahr, bevor es überhandnimmt. Der Einsatz von Herbiziden ist hier genauso wie auf Bürgersteigen verboten. Denn Regen kann die Mittel von den gepflasterten oder geteerten Flächen abwaschen. Sie gelangen so in das Grundwasser sowie in Seen oder Flüsse.

Wie kann ich Unkraut vorbeugen?


Der Hobbygärtner kann verhindern, dass es sich ansiedelt, indem er den Garten stellenweise umgestaltet. Denn unter Bäumen und Sträuchern haben Gräser grundsätzlich schlechte Bedingungen, erklärt die Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Hier sollte besser Mulch verteilt oder Bodendecker angepflanzt werden, als dass man Rasen ansät.

Wie entsorge ich Unkraut?


Nicht auf dem Kompost, sondern in der Biotonne, betont die Bayerische Gartenakademie. Denn auf dem Kompost könnten die sehr regenerationsfähigen Wurzeln wieder anwachsen oder Samen keimen. Das sehr aggressive Kraut Ambrosia kommt sogar in den Restmüll. Oder man verwendet Unkräuter in der Küche: Die zarten Blätter des Löwenzahns vor der Blüte schmecken zum Beispiel im Salat, erklärt der Verbraucherinformationsdienst aid.
 

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