SMS, WhatsApp und Co. : Trennung per Kurznachricht

Nicht die feine Art: Statt dem Partner dabei in die Augen zu schauen, wählt so mancher das Smartphone zum Schlussmachen.
Nicht die feine Art: Statt dem Partner dabei in die Augen zu schauen, wählt so mancher das Smartphone zum Schlussmachen.

Die meisten Beziehungen werden persönlich beendet. Doch auch das Handy ist immer häufiger ein Überbringer der traurigen Nachricht.

nnn.de von
10. August 2019, 16:00 Uhr

Manchmal ist in einer Beziehung der Punkt gekommen, an dem eine Trennung die letzte logische Konsequenz scheint. Das persönliche Gespräch ist dabei nach wie vor der bevorzugte Weg, um die Partnerschaft zu beenden: 41 Prozent der befragten Singles geben an, dass mindestens ein Ex-Partner die Unterhaltung gesucht hat, um einen Schlussstrich zu ziehen.

Vor allem Single-Männer wurden auf diesem Weg verlassen. 47 Prozent wurden von ihrer Ex-Freundin in einem persönlichen Gespräch in die Wüste geschickt (Frauen: 36 Prozent). Bei knapp einem Drittel der Singles waren sich beide Partner über die Beziehungssituation einig: 31 Prozent haben sich gemeinsam entschieden, getrennte Wege zu gehen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Online-Partnervermittlung Parship (www.parship.de) unter mehr als 4.200 Partnersuchenden.

Jeder Fünfte griff zum Handy

Immer weniger Menschen scheinen jedoch mutig genug, dem Partner beim Schlussstrich in die Augen zu sehen. Bei knapp jedem fünften Single war das Smartphone der Überbringer des Beziehungsendes: 18 Prozent wurden schon einmal per Textnachricht verlassen. Bei zehn Prozent der Befragten hat der andere immerhin angerufen und die Nachricht persönlich überbracht. D

rei Prozent der Singles haben über soziale Netzwerke einen Laufpass von ihrem/r Ex-Partner/in kassiert. In der Generation der Digital Natives zwischen 18 und 29 Jahren wurden hingegen sieben Prozent schon einmal über die sozialen Medien sitzen gelassen. Öffentliche Schlussstriche sind hingegen eher selten: Lediglich zwei Prozent wurden an einem öffentlichen Ort wie zum Beispiel einem Restaurant von ihrem Partner abserviert.

Dass einer oder sogar beide Partner in der Beziehung nicht mehr glücklich waren, ist für die befragten Singles der häufigste Grund gewesen, sich zu trennen: 29 Prozent haben die Beziehung vor diesem Hintergrund beendet. Weil die eigenen oder die Gefühle beider nicht mehr stark genug waren, haben 28 Prozent die Reißleine gezogen.

„Wir führen heute mehr Beziehungen“

Der klischeehafte Seitensprung war in der Vergangenheit für jeden fünften Single der Grund für eine Trennung: 20 Prozent der Alleinstehenden geben an, dass die Beziehung zerbrochen ist, weil einer oder beide fremdgegangen sind.

Parship-Coach und Paarberater Eric Hegmann erläutert: „Wir führen heute mehr Beziehungen als unsere Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zusammen und jede Beziehung endet mit einer Trennung, die unseren Selbstwert schwächt, auch wenn Sie derjenige sind, der die Beziehung beendet. Es folgt ein tiefer Einschnitt in das eigene Leben: Der Freundeskreis verändert sich und ein Teil der täglichen Stabilität fällt weg. Wer jedoch aus Furcht vor neuen Verletzungen in einer nicht funktionierenden Beziehung verbleibt, verpasst vielleicht die Chance auf ein neues Glück. Doch wenn Sie sich trennen, dann seien Sie mutig und ergreifen Sie die Initiative – am besten in einem ehrlichen und klärenden Vieraugengespräch.“

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