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Medizin und Gesundheit

24. September 2017 | 03:26 Uhr

Lesertelefon : Bluthochdruck als Symptom

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Osteoporose oder Probleme mit der Schilddrüse – Experte beantwortete gestern Fragen zu Hormonen.

In der Klinik für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie der Helios-Kliniken in Schwerin wird Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Stefan Zimny häufig mit den großen Volkskrankheiten konfrontiert. Diabetes, Fettstoffwechselstörungen Bluthochdruck, Osteoporose, Probleme mit der Schilddrüse – immer wieder kommen Fragen dazu von Patienten, die wissen möchten, ob ihre Beschwerden hormonell bedingt sein können. Im Rahmen des 2. Deutschen Hormontages bot unsere Zeitung gestern gemeinsam mit dem Chefarzt ein Telefonforum an, um die wichtigsten Fragen unserer Leser zu beantworten.

Ich habe in letzter Zeit ziemlich abgenommen, obwohl ich wie immer esse. Kann das mit der Schilddrüse zusammenhängen?

Eine Überfunktion der Schilddrüse, auch Hyperthyreose genannt, kann zu ungewolltem Gewichtsverlust führen. Die Schilddrüse produziert dann zu große Mengen der Hormone Thyroxin und Trijodthyronin. Die Folge ist ein gestörter Hormonhaushalt, der auch die Verdauung durcheinanderbringen kann. Der Grundumsatz wird gesteigert. Das bedeutet, dass man mehr Energie braucht, um die Grundfunktionen des Körpers aufrechtzuerhalten.

Mein Arzt hat mir etwas von absolutem und relativem Insulinmangel erzählt. Was ist denn der Unterschied?

Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert, genauer gesagt in den Langerhansschen Inseln. Von dem lateinischen Wort für Insel, insula, leitet sich auch der Name ab.

Absoluter Insulinmangel entsteht, wenn die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zerstört sind, was bei Diabetes mellitus Typ 1 der Fall sein kann. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die bereits seit der Geburt vorliegt. Es wird vom Körper überhaupt kein Insulin produziert.
Relativer Insulinmangel entsteht etwa bei Insulinresistenz. Diese Form kommt bei Diabetes mellitus Typ 2 vor und kann hauptsächlich durch Übergewicht und falsche Ernährung entstehen. Hierbei wird zwar Insulin vom Körper produziert, aber nicht in ausreichender Menge.

Können Hormone für Bluthochdruck verantwortlich sein?

Ja, das kommt bei etwa zehn Prozent aller Bluthochdruck-Patienten vor. Diesen Patienten kann mit einem einfachen und schnellen Test die Ursache für Ihre Hypertonie aufgezeigt werden. Liegt es an hormonellen Störungen, etwa einer Überproduktion des Nebennierenhormons Aldosteron, können diese behandelt werden. Leider wird Bluthochdruck aber oft nicht als Symptom, sondern als Ursache behandelt. Viele Patienten nehmen so unnötig Medikamente ein.

Im höheren Alter habe ich mit Osteoporose zu kämpfen. Welche Hormone sind dafür verantwortlich?

Hormone sind nur in etwa 5 Prozent der Fälle für Osteoporose verantwortlich. Diese sogenannte sekundäre Osteoporose tritt also sehr selten auf.

In jüngeren Jahren wäre bei Frauen die schwangerschaftsassoziierte Osteoporose zu nennen. Hier sorgen die Schwangerschaftshormone für den Knochenabbau. Eine Störung der Keimdrüsen, also Eierstöcke und Hoden, könnte ebenfalls für schwache Knochen verantwortlich sein.

Generell ist Osteoporose eine Volkskrankheit, die man bei 40 bis 50 Prozent aller Frauen über 50 Jahren nachweisen kann. Etwa fünf Jahre nach der Diagnosestellung erleiden rund 50 Prozent der betroffenen Frauen Wirbelkörper- oder Schenkelhalsbrüche.


Ich habe ständig ein starkes Durstgefühl. Kann dies auch mit Hormonen zusammenhängen?

Durst ist eines der Existenzbedürfnisse des Menschen. Wir haben Durst, wenn wir zu wenig getrunken haben oder viel Flüssigkeit etwa durch Schwitzen verlieren. Deshalb ist Durst etwas, das wir alle aus unserm täglichen Leben kennen. Doch ständiger Durst kann auch ein Symptom für eine Erkrankung sein. Im Hypothalamus im Zwischenhirn befindet sich das Durstzentrum. Dort werden verschiedene Hormone produziert, etwa Adiuretin. Das auch als ADH bezeichnete Hormon überwacht, wie dickflüssig das Blut in unserem Blutkreislauf ist. Über das Durstgefühl sorgt es dafür, dass Flüssigkeit zugeführt wird, wenn das Blut zu dickflüssig wird. Gedrosselt wird ADH durch weitere Hormone, die zum Beispiel im Herzen gebildet werden. Fallen diese aus, entsteht ständiger Durst.

 

Hormone


 

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