Gesund werden in Eigenregie : Hausapotheke gegen Schnupfen

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Knoblauch, Honig und Holunder können helfen

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06. Februar 2018, 12:00 Uhr

Viele Heilmittel haben nicht nur eine lange Tradition, sondern auch schlüssige Erklärungen oder sogar handfeste Studien zu ihrer Wirkung zu bieten. Wir präsentieren Ihnen eine Auswahl aus Omas Hausapotheke.

Virenkiller Knoblauch

Die Schwefelverbindungen des Knoblauchs eliminieren Schnupfenviren. Die Anwendung: Die geschälte Zehe einfach zerkauen. Oder zerstampfen und den erhaltenen Brei in heißem Zitronenwasser ziehen lassen und den Mix in kleinen Schlucken trinken. Dreimal pro Tag.

Ingwer lähmt Viren

Die traditionsreiche Wurzel enthält Scharfstoffe, die den Schleim in den oberen Atemwegen verflüssigen, sodass er besser abtransportiert, also abgeschnieft werden kann. Die traditionelle chinesische Medizin bevorzugt in der Zubereitung den Absud: Einen Esslöffel klein geschnittenen Ingwer mit einer großen Tasse kaltem Wasser übergießen und im geschlossenen Topf aufkochen. 15 bis 20 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen, schließlich abseihen. Drei Tassen pro Tag.

Rumänisch für freie Nasenwege

Etwas Mut braucht man für die Salz-Zitrone-Spülung aus der rumänischen Volksheilkunde. Dazu wird der Saft einer halben Zitrone in einen Eierbecher ausgedrückt, mit einem Teelöffel Salz vermischt und schließlich mit Wasser bis zum Rand aufgefüllt. Die Flüssigkeit zieht man dann mit einem Strohhalm in die Nase ein. Am besten morgens und abends. Das Wirkungsprinzip klingt logisch: Die übersalzene Lösung entzieht den geschwollenen Nasenschleimhäuten das Wasser, und das Vitamin C aus der Zitrone dichtet die Kapillaren ab und lindert die Entzündung.

Anatolische Power

Ekrem Sezik von der Universität Ankara hat 46 Städte seines Landes bereist, um einen Katalog anatolischer Heilpflanzen zu erstellen. Dabei stieß er auf den Fruchtsaft der Spitzgurke, den man in die Nasenlöcher tropft, um entzündete Nebenhöhlen frei zu machen. Noch härter im Nehmen muss der Patient jedoch sein, wenn er sich – gegen schmerzhaften Husten – 15 Minuten lang die in Essig oder Schafsmilch eingelegten Stachelblätter der „kleinen Klette“ (Arctium minus) auf die Brust legen lässt.

Holunder löst den Schleim

Wissenschaftler ermittelten: Die Beeren des Holunders enthalten – selbst nach dem Kochen – viel immunstärkendes Vitamin C sowie entzündungshemmende, schleimlösende und antivirale Glykoside. Holunderbeerensaft kann man problemlos selbst herstellen. Dazu die Beeren 15 Minuten kochen, bis sie schrumpelig und weich aussehen. Anschließend die Früchte in ein Sieb gießen und über einem Gefäß ausdrücken.

Honig lindert Hustenreiz

In einer israelischen Studie an 200 Kleinkindern linderten Eukalyptus- und Zitronenblütenhonig die Frequenz und Stärke der Hustenattacken beim Schnupfen. Hauptverantwortlich dafür ist neben den antibiotischen Inhaltsstoffen der spezielle Zucker des Bienenprodukts, der die fürs Husten zuständigen Areale im Gehirn besänftigt.

Bei Buchweizenhonig kommen noch die entzündungshemmenden Gerbstoffe des Getreides hinzu. Er zeigte in einer amerikanischen Studie an 105 hustenden Kindern eine bessere Wirksamkeit als ein Standard-Hustensaft mit Dextromethorphan. Die Anwendung: Viermal täglich einen Teelöffel Buchweizenhonig einnehmen und dabei ein wenig im Mund hin und her ziehen.

Abschwellen mit Hühnersuppe

Nicht etwa Vitamin C, sondern Zink hat laut aktuellen Studien die größten Chancen in der Schnupfen-Therapie. Denn das Mineral dämpft die Vermehrungsfreude der Schnupfenviren und stimuliert bestimmte Bereiche des Immunsystems. Große Zinkmengen findet man beispielsweise in Hühnersuppe, und die enthält auch noch Proteine, die das Mineral so verpacken, dass es der Patient gut verwerten kann.

Warme Wickel

Den Virus zum Schwitzen bringen: Immunbiologen der Yale University in Connecticut ermittelten, dass Schnupfenviren sich deutlich schwächer vermehren, wenn es warm wird. Bestrahlt man nun die Stirnhöhlen mit Infrarotlicht und legt man einen warmen Wickel um den Hals, steigen die Temperaturen – und die Erreger haben schlechte Karten.

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