Bedrohter Lebensraum : Die Spinne des Jahres 2020 geht ohne Netz auf die Jagd

Dieses weibliche Exemplar der Gerandeten Jagdspinne hat gerade Beute erlegt.
Dieses weibliche Exemplar der Gerandeten Jagdspinne hat gerade Beute erlegt.

Spinnen-Phobikern ist sie ein Graus, doch die Jury fand sie faszinierend und schützenswert: Die Gerandete Jagdspinne.

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03. Januar 2020, 18:12 Uhr

Berlin/Wien | Die Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) ist die Spinne des Jahres 2020. Sie überwältige ihre Beutetiere frei jagend ohne Fangnetz und lauere an Ufern stehender Gewässer Insekten, Kaulquappen und kleinen Fischen auf. Das zum Jahresende in Österreich gekürte Tier sei zugleich die deutsche und europäische Spinne des Jahres, bestätigte Christoph Hörweg vom Naturhistorischen Museum in Wien der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Freitag. Die Grundfärbung der Spinne ist demnach gelbbraun bis schwarzbraun, und die Körperseiten haben meist helle Randstreifen.

Ekel und Angststörung – Was Sie gegen eine Spinnenphobie tun können

Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) mit Ei-Kokon im Gras. Foto: imago images
imago images
Gerandete Jagdspinne (Dolomedes fimbriatus) mit Ei-Kokon im Gras. Foto: imago images


Die Wahl von 83 europäischen Arachnologen sei deswegen auf die Jagdspinne gefallen, weil die Art durch die Verbauung von Ufern, die Beseitigung von Röhricht- und Schwimmblattvegetation, das Austrocknen von Mooren und die Verkleinerung entsprechender Wasserlebensräume gefährdet sei. Mit Körperlängen von 15 bis 22 Millimeter bei Weibchen und 10 bis 13 Millimeter bei Männchen ist die Gerandete Jagdspinne den Angaben zufolge eine der größten heimischen Spinnen. Sie sei gut sichtbar und zeige zudem eine bemerkenswerte Anpassung an ihren Lebensraum, der immer mehr bedroht sei.

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