Konferenz in Genf : Wildhandel und Artenschutz: Verkauf von Elfenbein bald erlaubt?

Um die Zukunft von Elefanten, Giraffen, Spinnen, Palisanderhölzern und anderen Arten geht es derzeit bei einer Konferenz in Genf.
Um die Zukunft von Elefanten, Giraffen, Spinnen, Palisanderhölzern und anderen Arten geht es derzeit bei einer Konferenz in Genf.

Der Handel mit Jagdtrophäen könnte bald gelockert werden. Bei einer Konferenz in Genf gibt es brisante Anträge.

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17. August 2019, 15:26 Uhr

Genf | Um die Zukunft von Elefanten, Giraffen, Spinnen, Palisanderhölzern und anderen Arten geht es ab Samstag in Genf. Dort kommen bis zum 28. August die 183 Vertragsstaaten des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (Cites) zusammen. Rund 3000 Regierungsvertreter, Händler und Umweltschützer beraten darüber, ob Handelsverbote gelockert oder verschärft werden sollen. Es geht unter anderem um diese Themen:

ELEFANTEN UND NASHÖRNER:

Mehrere Staaten im südlichen Afrika wollen das Verbot des Handels mit Jagdtrophäen sowie Elfenbein und Nashorn lockern. Die Tiere kämen dann von Anhang I des Abkommens, dass jeglichen Handel verbietet, in Anhang II, womit der Handel überwacht und unter Bedingungen erlaubt würde. Tatsächlich sei die Zahl der Elefanten im südlichen Afrika dank rigoroser Schutzmaßnahmen gestiegen, so die Weltnaturschutzunion (IUCN), in Botsuana etwa von rund 100 000 im Jahr 2002 auf 130 000 im Jahr 2015.

GIRAFFEN:

Das Foto einer US-Jägerin mit einer erlegten Giraffe hat kürzlich Empörung ausgelöst, auch wenn die Tiere in Teilen des südlichen Afrikas legal gejagt werden dürfen. Einige Länder wollen Giraffen nun im Anhang II aufnehmen. Der Deutsche Jagdverband ist dagegen. Die lokale Bevölkerung habe mehr Interesse am Schutz der Tiere, wenn diese einen ökonomischen Wert hätten, heißt es. Geld aus Abschusslizenzen könnte etwa in Bildungseinrichtungen oder die Sanitärversorgung der örtlichen Bevölkerung fließen, sagt Dietrich Jelden, Ex-Leiter der deutschen Cites-Vollzugsbehörde und Experte beim Internationalen Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC), im Bezug auf Elefanten.

HEIMTIERHANDEL:

Exotische Tiere stehen hoch im Kurs als Haustiere, aber der Handel mit teils in ihrer Heimat unter Schutz stehenden Tierarten ist kaum reguliert. Wenn etwa Ornament-Vogelspinnen aus Sri Lanka geschmuggelt werden, können sie frei verkauft werden. Union-Island-Geckos aus dem Karibikstaat St. Vincent und den Grenadinen werde für bis zu 600 Euro pro Tier gehandelt, wie Pro Wildlife berichtet. Mehrere Länder wollen etwa Glasfrösche sowie bestimmte Echsen, Schildkröten und Vogelspinnen in Anhang II listen.

INSTRUMENTE:

Viele Musikinstrumenten enthalten Palisanderhölzer, die aber geschützt sind, was den Verkauf einschränkt. Kanada und die EU möchten, dass Instrumente und andere Artikel mit weniger als 500 Gramm der geschützten Arten ausgenommen werden.

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