Sind Windkraftanlagen eine Gefahr? : Mehr Fledermäuse über dem Meer

Naturschutzbund will herausfinden, ob bei Windanlagen auf See Gefahr für die kleinen Säugetiere besteht.

nnn.de von
24. August 2018, 05:00 Uhr

Fledermäuse ziehen in größerem Umfang als bisher angenommen im Frühjahr und Spätsommer über Nord- und Ostsee. Das geht aus einer Studie hervor, deren erste Ergebnisse der Naturschutzbund (Nabu) gestern veröffentlichte.

Der Nabu will herausfinden, ob von Offshore-Windenergieanlagen eine Gefahr für die kleinen Säugetiere ausgeht. Dass sie auf ihren Wanderungen zwischen Sommer- und Winterlebensräumen auch die Meere queren, sei vor allem aus Zufallsbeobachtungen und Studien Ehrenamtlicher bekannt, sagte Projektleiterin Antje Seebens-Hoyer vom Nabu Mecklenburg-Vorpommern.

Die Untersuchungen hätten an nahezu allen Offshore-Standorten Fledermäuse während der Zugzeiten nachgewiesen. „Insbesondere waren über der Ostsee in der Kadetrinne nördlich von Rostock und am Arkonabecken sowie über der Nordsee auf Helgoland sehr hohe Aktivitäten zu verzeichnen, mit denen zu Beginn des Projektes nicht zu rechnen war“, erklärte die Biologin. Sie nannte dies besorgniserregend.

Immerhin sterben durch Kollisionen mit Windenergieanlagen an Land anderen Studien zufolge im Schnitt mehr als zehn Fledermäuse pro Jahr und Anlage.

Es sei zu erwarten, dass auch Offshore-Windparks, die oft aus bis zu 80 Anlagen bestehen, eine große Gefahr für Fledermäuse darstellen.

Ultraschalrufe der Fledermäuse werden aufgezeichnet

Das Forscherteam um Antje Seebens-Hoyer hat dem Nabu zufolge seine Daten mit Hilfe akustischer Langzeiterfassungen auf See von Schifffahrtszeichen, Forschungsplattformen und Leuchttürmen aus sowie auf der Hochseeinsel Helgoland erhoben. Die Ultraschallrufe, mit denen sich Fledermäuse orientieren, wurden automatisch aufgezeichnet und lassen Rückschlüsse auf Fledermausart und Zugaktivität zu.

Die Erfassung der Daten und ihre Auswertung soll in diesem Jahr fortgeführt werden. Bis zum Ende der Laufzeit des Projekts, im Jahr 2019, werde darüber hinaus auch die Herkunft der Fledermäuse untersucht.

Außerdem soll geprüft werden, inwieweit Methoden an Land zur Bewertung des Fledermauszuges und Maßnahmen zum Schutz der Tiere vor Kollisionen mit Windrädern in den Offshore-Bereich übertragen werden können.

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