Zu wenige Kandidaten : Auf dem Weg zum Superwahltag

In einer Gesprächsrunde sitzen die Kandidaen ur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt Martin Wilke (parteilos, l), amtierender Oberbürgermeister, Wilko Möller (AfD), Markus Derling (CDU), René Wilke (Linke) und Jens-Marcel Ullrich (SPD).
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In einer Gesprächsrunde sitzen die Kandidaen ur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt Martin Wilke (parteilos, l), amtierender Oberbürgermeister, Wilko Möller (AfD), Markus Derling (CDU), René Wilke (Linke) und Jens-Marcel Ullrich (SPD).

Am 22. April werden in Brandenburg Landräte und Oberbürgermeister gewählt – nur die CDU tritt flächendeckend an

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14. Februar 2018, 05:00 Uhr

Der 22. April ist Brandenburgs Superwahltag: In sechs Landkreisen werden an diesem Sonntag die Landräte gewählt. Oberbürgermeister werden am 25. Februar in Brandenburg (Havel), am 4. März in Frankfurt (Oder) und am 23. September in Potsdam gesucht.

Die Wahlen sind nicht nur besonders, weil sie durch die geplatzte Kreisgebietsreform gehäuft auftreten: Außer der CDU ist derzeit keine Partei mit Kandidaten oder unterstützten Kandidaten in allen zur Wahl aufgerufenen Landkreisen und Städten vertreten. Der SPD gelang es nicht, in Elbe-Elster einen Kandidaten aufzustellen. Und die Linken treten nicht in Elbe-Elster und der Uckermark an. Damit findet sich in Elbe-Elster das politisch eher linke Lager nicht auf dem Stimmzettel.

„In den Landkreisen Elbe-Elster, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz haben wir es traditionell schwer und wollen keinen Zählkandidaten aufstellen“, sagt Annette Weiß, Sprecherin der Grünen. Auch Erik Stohn, SPD-Generalsekretär und Linken-Landesgeschäftsführerin Anja Mayer sind nicht erfreut, dass ihre Parteien nicht überall auf den Stimmzetteln stehen. „Aus meiner Sicht hat sich aber an der Anzahl der Kandidaturen wenig verändert“, sagt Mayer. „Was zunimmt, sind von mehreren Parteien unterstützte Kandidaten.“

Unklar ist, wo es zu Kandidaturen der Alternative für Deutschland (AfD) kommt. „Die AfD hat den Anspruch, zu den 2018 anstehenden Wahlen in den Kommunen und Landkreisen nach Möglichkeit mit eigenen Kandidaten anzutreten“, sagt der Pressesprecher des AfD-Landesverbands, Daniel Friese. Zu Wochenbeginn waren erst zwei Kandidaturen der AfD bekannt. Nach dem Kommunalwahlgesetz müssen Kandidaturen für die Wahl bis zum 66. Tag vor der Wahl um 12 Uhr beim zuständigen Wahlleiter eingereicht werden. Zur Aufstellung stehen also nur noch wenige Tage zur Verfügung.

In Brandenburg an der Havel (25. Februar) kandidiert für die CDU der bisherige Bürgermeister Steffen Scheller. SPD, Linke und Grüne unterstützen den parteilosen Bewerber Jan van Lessen.

In Frankfurt (Oder) will am 4. März fast die gesamte Rathausspitze auf den Chefsessel. Neben dem parteilosen Amtsinhaber Martin Wilke tritt Markus Derling, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Kultur und Umwelt, für die CDU an. Die SPD hat Sozialdezernet Jens-Marcel Ullrich aufgestellt, die Linken gehen mit dem Landtagsabgeordneten René Wilke ins Rennen, den die Grünen unterstützen. Für die AfD tritt Wilko Möller an, Vorsitzender des Stadtverbands.

In der Uckermark (22. April) tritt Landrat Dietmar Schulze für die SPD wieder an. Seine Herausforderin ist die CDU-Bewerberin Karina Dörk. Die Bürgermeisterin von Strasburg in Mecklenburg-Vorpommern war bis vor einigen Jahren Erste Beigeordnete in der Uckermark. BVB/Freie Wähler nominierte den Schwedter Bankangestellten Torsten Gärtner.

In Ostprignitz-Ruppin (22. April) schicken die Sozialdemokraten Landrat Ralf Reinhardt ins Rennen. Für die CDU tritt Sven Deter an, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. Die Linken schicken den parteilosen Kandidaten Christian Scherkenbach ins Rennen, während BVB/Freie Wähler den Rheinsberger Rechtsanwalt Hans-Georg Rieger aufstellen will.

In Barnim (22. April) treten die Christdemokraten mit dem Bernauer Schuldirektor Othmar Nickel an. SPD und Linke haben kurzfristig den SPD-Landtagsabgeordneten Daniel Kurth aufgestellt, da ein anderer Bewerber kürzlich verstarb. Für die Grünen tritt Michael Egidius Luthardt an. Der Leiter des Landeskompetenzzentrums Forst in Eberswalde saß einst für die Linken im Landtag, wechselte aber aus Protest gegen die Kohlepolitik der rot-roten Regierung zu den Grünen. Und für BVB/Freie Wähler tritt der Konstruktionsmechaniker Sven Weller aus der Schorfheide an.

Im Elbe-Elster-Kreis (22. April) tritt für die CDU Amtsinhaber Christian Heinrich-Jaschinski an, für die AfD Peter Drenske. Daneben kandidieren die fraktionslose Landtagsabgeordnete und frühere Amtsdirektorin von Schlieben, Iris Schülzke, und der parteilose Hartz-IV-Empfänger Andreas Richter.

In Oberspreewald-Lausitz (22. April) unterstützen CDU, SPD und FDP den parteilosen Amtsinhaber Siegurd Heinze. Die Linken gehen mit dem Steuerrechtsanwalt und Lübbenauer Stadtverordneten Matthias Mnich ins Rennen.

In Spree-Neiße (22. April) stellt die CDU Landrat Harald Altekrüger auf. Für die SPD geht der Beigeordnete Hermann Kostrewa ins Rennen, während die Linken mit dem Cottbuser Landtagsabgeordneten Matthias Loehr einen Bewerber aus dem politischen Potsdam ins Rennen schicken.

In Potsdam will die CDU am 23. Februar Götz Friederich nominieren. Die SPD will mit dem Beigeordneten Mike Schubert ins Rennen gehen, während die Linke die parteilose Kandidatin Martina Trauth aufgestellt hat. Die Grünen gehen mit der eigenen Bewerberin Janny Armbruster ins Rennen.

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