Bürgerinformation : Besser informieren über Strahlenschutz

Auch über Auswirkungen von Hochspannungsleitungen wird informiert.
Auch über Auswirkungen von Hochspannungsleitungen wird informiert.

Bundesregierung richtet Kompetenzzentrum in Cottbus ein

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06. Februar 2020, 05:00 Uhr

Die Bundesregierung will besser über die Belastung durch Strahlen informieren. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD9) stellte am Mittwoch in Berlin das neue „Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder“ vor, das in Cottbus entstehen soll. Angesichts von Vorbehalten in der Bevölkerung, etwa beim begonnenen Ausbau des 5G-Handy-Netzes, soll das geplante Zentrum Fragen von Bürgern beantworten und über Strahlenbelastung informieren.

Die Energiewende und die nachhaltige Digitalisierung könnten nur mit den Bürgern bewältigt werden, betonte Schulze. Die Bevölkerung komme inzwischen tagtäglich mit Strahlenschutzthemen in Berührung. Mit dem Kompetenzzentrum sollten Bürger nun frühzeitig und verlässlich informiert werden. „Sowohl die Energiewende als auch die Digitalisierung sind entscheidende Projekte für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands“, erklärte die Umweltministerin. Die Gesundheit stehe aber immer an erster Stelle. „Wir müssen die Bedenken der Bevölkerung ernst nehmen.“

Die Bundesregierung hatte auf ihrer Digitalklausur im November 2019 angekündigt, bei Bürgern um mehr Verständnis für neue Funkmasten zu werben. Bei Einhaltung bestehender Grenzwerte seien nach dem derzeitigen Kenntnisstand keine gesundheitsschädigenden Auswirkungen durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder wissenschaftlich belegt, teilten das Ministerium und das Bundesamt mit.

Die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini, sagte, eine Umfrage aus dem vergangenen Jahr habe deutlich gezeigt, dass es in der Bevölkerung großen Bedarf an Informationen zum Thema gebe. „In Zukunft wollen wir daher noch gezielter und breiter über die gesundheitlichen Wirkungen elektromagnetischer Felder informieren.“

Aus Sicht des Bundesamtes für Strahlenschutz müssen sich die Menschen in Deutschland keine Sorgen um Gesundheitsschäden durch Strahlenbelastung machen, solange die Grenzwerte eingehalten würden.

Schulze sagte, sie habe sich für den Standort Cottbus besonders eingesetzt. „Es ist ganz wichtig, dass wir Regionen im Strukturwandel nicht allein lassen, sondern dass wir helfen, Neues aufzubauen“. Die Lausitz sei Energieregion und solle es auch bleiben. Wann das Zentrum eröffnet, war zunächst noch unklar. Experten des Bundesamtes würden aber bereits ab Mittwoch online Fragen rund um das Thema beantworten, sagte Schulze.

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