Potsdam : Bombendrohung: Justizzentrum geräumt

Nach der Bombendrohung stehen Polizeifahrzeuge am Justizzentrum Potsdam.
Nach der Bombendrohung stehen Polizeifahrzeuge am Justizzentrum Potsdam.

E-Mail kündigt eine Explosion in Potsdam an. Auch andere Städte betroffen.

nnn.de von
12. Januar 2019, 05:00 Uhr

Wegen einer Bombendrohung ist das Potsdamer Justizzentrum gestern Vormittag geräumt worden. Die Polizei suchte nach Angaben eines Sprechers das Gebäude in der Jägerallee für mehrere Stunden mit Sprengstoffspürhunden ab. Am Mittag sagte ein Polizeisprecher, die Suche sei abgeschlossen und es sei nichts gefunden worden. Neben der Polizei war dort auch die Feuerwehr mit sechs Rettungskräften vor Ort.

Zwischenzeitlich waren demnach bis zu 200 Menschen aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht worden. Zeitgleich wurden Justizgebäude auch in mehreren anderen deutschen Städten wegen Bombendrohungen geräumt – ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen bestand, war zunächst unklar.

Unbekannte hatten nach Polizeiangaben am Donnerstagabend kurz nach 21 Uhr in einer E-Mail an das Justizzentrum damit gedroht, dort am Freitag einen Sprengsatz zu zünden. Ein Polizeisprecher sagte, etwa zeitgleich seien auch die Drohungen in den anderen Städten eingegangen. Die Schreiben seien ersten Erkenntnissen zufolge gleichlautend gewesen.

Eine Bombendrohung an das Landgericht in Kiel war laut Angaben eines dortigen Polizeisprechers mit „nationalsozialistische Offensive“ gezeichnet gewesen. Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, sei dort bisher aber nicht möglich. Ob die Drohmail auch in Brandenburgs Landeshauptstadt auf diese Weise unterzeichnet wurde, ließ der Potsdamer Polizeisprecher unkommentiert und verwies auf die laufenden Ermittlungen.

Die Präsidentin des Potsdamer Landgerichts, Ellen Chwolik-Lanfermann, sagte, dass gestern in dem Gebäude keine Prozesse mit Bezug zur Reichsbürger- oder Neonazi-Szene stattfinden sollten. „Als ich von der Drohung gehört habe, war ich sehr betroffen“, sagte sie. 40 Polizisten sperrten das Justizzentrum morgens gegen 7.30 Uhr. Mit fünf Sprengstoffspürhunden durchsuchten die Beamten das Gebäude in der Jägerallee nach eigenen Angaben für vier Stunden. Neben Potsdam waren zur selben Zeit auch Gerichtsgebäude in Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken, Hamburg und Wiesbaden wegen Bombendrohungen geräumt worden.

Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) verurteilte die Drohungen scharf: „Wer Gerichte bedroht, greift die unabhängige Justiz und unser demokratisches Gemeinwesen an. Diese Straftaten müssen mit allem Nachdruck aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden.“

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