Bildungsmonitor 2019 : Brandenburg bei Bildung hinten

Positiv fiel für Brandenburg ins Gewicht, dass nur wenige Schüler im Land bei Vergleichstests ein geringes Kompetenzniveau zeigten.
Positiv fiel für Brandenburg ins Gewicht, dass nur wenige Schüler im Land bei Vergleichstests ein geringes Kompetenzniveau zeigten.

Wenig Forschungsausgaben, wenige Ausbildungsplätze: Im neuen Bildungsmonitor schneidet das Land schlecht ab. In zwei Bereichen gibt es aber auch Stärken

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16. August 2019, 05:00 Uhr

In Sachen Bildung rutscht Brandenburg nach einer Vergleichsstudie im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern weiter ab. Nach Platz 14 im letzten Jahr landet das Land in diesem Jahr auf Platz 15. Das geht aus dem „Bildungsmonitor 2019“ hervor, den das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der arbeitgebernahen „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) gestern in Berlin vorgelegt hat. Nur Berlin steht laut der Studie schlechter da.

Deutliches Verbesserungspotenzial gibt es laut den Autoren in den Bereichen Hochschule und berufliche Bildung: So wurden der Studie zufolge im Jahr 2018, gemessen an der Bevölkerungszahl, nur wenige betriebliche Ausbildungsplätze angeboten. Das Land verzeichne mit 58,7 Prozent die zweitniedrigste Quote in der Bundesrepublik (Bundesdurchschnitt: 67,7 Prozent). Die Zahl der Uniabsolventen sei mit Blick auf die akademische Bevölkerung Brandenburgs sehr niedrig.

Auch bemängeln die Autoren die vergleichsweise niedrigen Forschungsausgaben. Mit 95 900 Euro fielen die Ausgaben pro Forscher niedriger aus als im Bundesdurchschnitt (117 400 Euro). Damit belegt das Land den letzten Platz unter allen Bundesländern. Die Brandenburger Professoren würden in „relativ geringem Maß zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses“ beitragen, heißt es.

Bei den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gebe es im Vergleich zu allen Studienabsolventen im Land nur einen unterdurchschnittlichen Anteil.

Positiv wird Brandenburg allerdings beim Thema Bildungsarmut bewertet und landet hier auf Platz drei im bundesweiten Ranking. Nur wenige Schüler im Land zeigten bei Vergleichstests ein geringes Kompetenzniveau. So zähle nur ein geringer Anteil der Neuntklässler in den Naturwissenschaften, in Mathematik und im Lesen zur Risikogruppe, so das Ergebnis. Dennoch: der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss lag im Jahr 2017 bei 7,3 Prozent und war damit höher als der Bundesdurchschnitt (6,3 Prozent).

Lob bekommt Brandenburg auch bei der Internationalisierung: Fast alle Berufsschüler (95,1 Prozent) wurden im Jahr 2017 in Fremdsprachen unterrichtet. Damit erreiche das Land den zweitbesten Wert aller Bundesländer. Der Bundesdurchschnitt lag bei 35,3 Prozent. Auch sei der Anteil der Bildungsausländer unter den Studierenden hoch.

Brandenburgs Bildungsministerium warf den Verfassern der Studie vor, wie bereits in den vergangenen Jahren ältere Studien sowie Daten aus dem Hochschulbereich und der beruflichen Bildung unzulässig miteinander vermischt zu haben. Zumal würden länderspezifische Rahmenbedingungen keine Beachtung finden.

So der Anteil der Grundschüler mit Fremdsprachenunterricht – gemessen am Bundesdurchschnitt – mit 50,6 Prozent nur unterdurchschnittlich bewertet. Da der Fremdsprachenunterricht verpflichtend in den Jahrgangsstufen 3 – 6 erteilt werde, seien es aber 100 Prozent.

Bei der Quote der unversorgter Bewerber um einen Ausbildungsplatz gebe der Monitor für das Land 9,6 Prozent an – schlechter als der Bundesdurchschnitt von 9,3 Prozent. Laut Bundesagentur für Arbeit waren aber nur 8,12 Prozent der Bewerber im Land Brandenburg ohne Ausbildungsplatz – weniger als im Bundesdurchschnitt, so das Ministerium.

Die Studie, die die Initiative Soziale Marktwirtschaft im Auftrag des IW erstellte, bewertet anhand von 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert, heißt es.

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